Darum gehts
- Gemeindepräsident Nicolas Féraud löst mit Aussagen breite Kritik und Debatte aus
- Kritik an Behörden: Letzte Brandschutzkontrolle vor 6 Jahren statt jährlich
- Forderung nach landesweiter Sicherheitsprüfung aller Lokale und öffentlicher Räume
«Die Gemeinde ist als Geschädigte am meisten betroffen.» Dieser Satz von Gemeindepräsident Nicolas Féraud bleibt hängen – gerade in einer Situation, in der es um die Opfer und ihre Angehörigen geht. Die Wut kocht, das Unverständnis wächst, und die Fragen nach Verantwortlichkeit hallen laut durch die Kommentarspalten.
Leser Pio Ambrogini bringt seine Empörung deutlich zum Ausdruck: «Der Gemeindepräsident ist überfordert und pietätlos. Ich erwarte eine Entschuldigung an die Opfer und deren Familien und ein grosses Dankschön an die selbstlosen Einsatzkräfte und an alle Spitäler! Dann sollte er sofort abtreten!»
Michel Gasser findet ähnliche Worte: «Sich an einer Pressekonferenz selber als Opfer darzustellen, war angesichts des Leidens der Opfer und ihrer Familien das denkbar schlimmste Kommunikationsfiasko der Gemeinde.» Eine Panne, die nicht nur in der Schweiz, sondern auch international nachwirken werde.
Auch User Stefan Freiburghaus schreibt: «Der Gemeindepräsident der Schande muss weg. Das Krisenmanagement der Gemeinde muss jemand mit Format machen!»
Systemversagen auf mehreren Ebenen
Während Férauds Worte eine breite Debatte ausgelöst haben, richtet sich der Blick vieler Leserinnen und Leser weit über ihn hinaus – auf ein System, das versagt hat. Hugo Bretscher macht die Verantwortung bei den lokalen Behörden fest: «Natürlich ist der Schaden für die Gemeinde immens! Was aber nicht vergessen werden darf, ist, dass sie selber Schuld ist. Sie hat ihre Pflichten nicht wahrgenommen und es ist zu hoffen, dass sowohl die Verantwortlichen in der Verwaltung als auch die politisch Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.»
Timon Moor erweitert die Kritik auf die Bundesebene: «Unser föderalistisches System mit Milizprinzip und Nähe neigt dazu, sich gegenseitig zu decken und bei heiklen Fragen zu schweigen.» Dies beginne auf der obersten Ebene. «Wo ist eigentlich unser Bundesrat? Seit Tagen herrscht Schweigen. Es ist wirklich unglaublich, was da gerade passiert! Ein Skandal gegenüber den Opfern.»
Leserin Claudia Fischer sieht das Hauptproblem vor allem bei den Barbesitzern: «Sie haben die Kontrolle über ihre Räume und damit über Leben und Sicherheit. Wie kann es sein, dass solch gravierende Mängel jahrelang ignoriert wurden? Dieses Versagen ist nicht nur fahrlässig, es ist erschütternd und unverzeihlich.»
«Die Schweiz muss jetzt aufräumen»
Die Forderungen nach klaren Konsequenzen sind laut. Niklaus Müller fordert, dass der Staat dem «Walliser Gemauschel» ein Ende setzt. Es müsse eine umfassende Überprüfung aller Lokale und öffentlichen Räume auf Brandschutz und Sicherheit geben – nicht nur in Crans-Montana, sondern landesweit. «Die Schweiz muss jetzt aufräumen und durchgreifen. Das sind wir den Opfern schuldig!»
Daniel Marbot bringt die grundsätzliche Erwartung an die Verantwortlichen auf den Punkt: «In solchen Momenten zeigt sich, ob ein System nur in ruhigen Zeiten funktioniert oder auch in der Krise.» Verantwortung zeige sich nicht allein in juristischen Formulierungen, sondern vor allem in Haltung und der Bereitschaft, Konsequenzen zu ziehen. «Wenn Vertrauen verloren geht, reicht Verfahrenstreue nicht mehr. Dann braucht es Unabhängigkeit, Transparenz und den Mut, Verantwortung über persönliche Rollen hinaus zu übernehmen. Es geht nicht um Vorverurteilung, sondern um Glaubwürdigkeit.»
Abschliessend warnt Sabrina Meier davor, Fehler zu verdrängen. Gerade in solchen Krisenzeiten sei es wichtig, Verantwortung offen zu übernehmen. «Fehler sind menschlich, doch gerade bei so schwerwiegenden Versäumnissen müssen alle Verantwortlichen, sowohl die Gemeinde als auch das Barbetreiberpaar, endlich ehrlich Stellung beziehen und die Konsequenzen tragen.»