Darum gehts
- Das Schweizer Institut für Globale Angelegenheiten schlägt eine bewaffnete Bürgerwehr vor
- 60 Prozent der 350 Umfrageteilnehmer befürworten die Einführung einer Bürgerwehr
- 22 Prozent lehnen die Idee ab, 18 Prozent sind sich unsicher
Die politische Situation in der Welt ist angespannt. Allgegenwärtige Kriegssituationen sowie kürzliche Machtdemonstrationen der USA lassen ganz Europa aufhorchen. Die Sicherheitsstrategie des Bundesrates macht klar: Auch die Schweiz möchte sich wieder verteidigen können.
Das Schweizer Institut für Globale Angelegenheiten (Siga) prescht mit einem neuen Ansatz nach vorne. Der Thinktank schlägt neben der Milizarmee eine bewaffnete Bürgerwehr vor. Wie es andere Staaten schon vormachen, würde eine solche Freiwilligenorganisation die reguläre Armee unterstützen und in Krisensituationen mobilisiert werden.
Leserschaft unterstützt Bürgerwehr
Die Idee deckt sich mit den Zielen des Bundesrates. Im Parlament finden sich aber noch viele Kritiker. Wie steht unsere Leserschaft zu der Idee? Aus einer nicht repräsentativen Umfrage mit knapp 350 Teilnehmern geht hervor, dass 60 Prozent der Teilnehmenden eine Bürgerwehr befürworten würden – die klare Mehrheit.
18 Prozent sind sich unsicher, wie sinnvoll eine Bürgerwehr wirklich ist, fänden das Konzept auf freiwilliger Basis aber akzeptabel. 22 Prozent sind von Grund auf gegen das Konzept. Eine ähnliche Verteilung lässt sich auch aus den Kommentaren herauslesen.
«Wer seine Heimat liebt, verteidigt sie auch!»
Auch in den Kommentaren wird das Konzept der Bürgerwehr von der Mehrheit befürwortet. Dani Steiger schreibt: «Sofern die Bürgerwehr professionell ausgebildet und geführt ist, könnte das durchaus eine Option sein. Die Feuerwehr in der Schweiz besteht ja meist auch aus Freiwilligen.» Er fände es zudem sinnvoll, wenn eine Bürgerwehr dem Militär unterstellt wäre.
Sandra Galander sieht darin ebenfalls einen richtigen und wichtigen Vorschlag: «Jeder ist für die Sicherheit verantwortlich. Bewaffnete Zivilisten haben wir in der Schweiz sowieso viele, weshalb sollten wir dieses Potenzial nicht bündeln?» Auch Fritz Grunder schreibt: «Die Idee finde ich gut. Auch wenn es schwierig werden könnte, diese mit genügend disziplinierten Freiwilligen umzusetzen.»
Andere sind bereits schon Feuer und Flamme, sich selbst für das Projekt zu verpflichten. Erika Koller teilt: «Ich bin 68 und war im Militär. Ich würde jederzeit gerne mitmachen. Eine Auffrischung wäre natürlich angebracht.» Leser wie Michael Bächler schliessen sich an: «Da wäre ich sofort dabei.» Ernst Meyer fügt an: «Wer seine Heimat liebt, verteidigt sie auch!»
«Unsere Armee reicht völlig!»
Doch auch die Gegenseite ist in den Kommentaren präsent und legt ihre Bedenken offen. Hansruedi Mathys fürchtet, ein solches Programm könnte die falschen Leute anziehen: «Das wäre Wasser auf die Mühlen von radikalen Gruppierungen, von links bis rechts.»
Peter Dosch zweifelt zudem an der Effektivität einer solchen Organisation: «Ja genau, weil so eine Miliz auch herzlich viel gegen Drohnen und Raketen ausrichten kann. Es ist nicht mehr 1950, als man noch mit Infanterie Kriege gewonnen hat.» Michael Meienhofer schreibt: «Wer daran denkt, hat das Vertrauen in unser Militär scheinbar verloren!»
Albert Hudson stimmt zu: «Eine zweite ‹Armee› aus Freiwilligen zu schaffen, ist nicht zielführend, weder strukturell noch finanziell. Die Schweiz hat eine Armee, diese sollte wieder aufgebaut werden.» Auch Marc Leuenberger schliesst sich an: «Unsere Armee reicht völlig! Man muss sie nur endlich wieder richtig aus- und aufrüsten.»