Leser begrüssen No-Show-Gebühren
«Der Gast ist König, aber er soll sich auch entsprechend benehmen!»

Leere Tische trotz Reservationen sind für Gastronomen längst Alltag. Immer mehr Restaurants reagieren mit No-Show-Gebühren. In der Community wird hitzig diskutiert: fairer Schutz oder Abzocke?
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Im Zürcher Restaurant Razzia bleiben Gäste regelmässig trotz Reservierung fern.
Foto: Roman Schubert

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zürcher Gastronom verlangt ab sofort 50 Franken für No-Shows
  • Bis zu 10 Prozent der Gäste erscheinen trotz Reservation nicht
  • 95 Prozent der Blick-Leser melden ihre Reservationen immer ab
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Leere Tische trotz Reservationen sind für Gastronom Mike Gut längst keine Ausnahme mehr. Bis zu 10 Prozent der Gäste erscheinen nicht. «Diese 10 Prozent machen genau den Unterschied, ob ein Abend profitabel oder nur kostendeckend ist und wir vergebens gearbeitet haben», ordnet Gut ein. Vor drei Wochen blieb an einem Abend sogar ein Drittel der reservierten Personen fern. Die Unverbindlichkeit hat laut Einschätzung des Gastronoms deutlich zugenommen.

Nun reagiert er: Ab einer bestimmten Tischgrösse müssen Gäste bei Online-Reservationen über Lunchgate ihre Kreditkarte hinterlegen. Erscheint niemand, werden 50 Franken pro Person verrechnet. Dieses Vorgehen wird in immer mehr Schweizer Restaurants zur gängigen Praxis.

So gehen unsere Leser mit Reservationen um

Die Erfahrungen bei Gut zeigen, dass No-Shows für Gastronomen ein reales Problem darstellen können. In der Blick-Community berichten die meisten Teilnehmenden jedoch von einem verantwortungsvollen Umgang mit Reservationen. Eine Umfrage mit über 5300 Teilnehmenden zeigt: 95 Prozent sagen ab, wenn sie nicht erscheinen können. 3 Prozent geben zu, schon einmal bewusst nicht abgesagt zu haben, weitere 2 Prozent aus Versehen.

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In der Kommentarspalte berichten einige Leser von Erfahrungen, die ein typisches Muster bei No-Shows erkennen lassen. Sylvan Bertholjotti schreibt: «Dieses Verhalten habe ich selber erlebt: Bei einer Gruppe mit fünf bis sechs Personen reserviert jeder in einem Restaurant. Am Freitagabend entscheidet man sich dann spontan für eines der Restaurants – je nach Lust und Laune.»

Ferdi Migliorini schildert Ähnliches: «Ich habe auch Leute erlebt, die unschlüssig waren, in welchem Restaurant man essen geht, und da hat man einfach mal in fünf oder sechs Restaurants reserviert. Gegen Abend ist man in das eine Restaurant essen gegangen. Bei den anderen hat man einfach nicht abgesagt.» Die No-Show-Gebühren seien jetzt die logische Konsequenz von diesem Verhalten. «Völlig richtig. Ich würde noch Bearbeitungsgebühren verlangen, bis solche Egoisten lernen, sich zu benehmen. Der Respekt ist einfach verloren gegangen.»

Auch Marcel Bertsch, selbst Restaurantbesitzer, erkennt das Muster aus Sicht der Branche: «Das Problem begann, als man gleichzeitig in fünf Hotels über Booking kostenlos reservieren konnte – bis zwei Tage vor Anreise. Dieses Verhalten findet man jetzt auch bei Restaurants. Gruppen entscheiden erst am letzten Tag, wo sie essen gehen.» Bei Bertsch müssen die Gäste deswegen telefonisch reservieren. «Einen Tag vor der Reservation frage ich freundlich nach, ob alles in Ordnung ist. Seither hatte ich überhaupt keine Probleme mehr mit fehlenden Gästen!»

Gebühren bei No-Shows werden begrüsst

Die grosse Mehrheit unserer Community hat mit einer No-Show-Gebühr kein Problem. So schreibt Leser Ernst Schaffhauser: «Eine absolute Frechheit, reservieren und fernbleiben geht gar nicht.» Wer einen plausiblen Grund für das Nichterscheinen habe, sollte den Anstand wahren und, wenn möglich, persönlich absagen. «Einfach Fernbleiben zeugt von schlechtem Charakter. Als Restaurantbetreiber würde ich auch eine Garantie verlangen. 50 Franken ist eigentlich noch human.»

Auch Thomas Zimmermann meint: «Eine Reservation ist eine Verpflichtung. Daher mehr als verständlich, dass bei einem nicht gerechtfertigten Versäumnis eine Gebühr anfällt. Es könnte sogar noch weitergehen: Der Wirt verlangt im Voraus die Gebühr und erstellt nach dem Besuch eine Gutschrift auf die Rechnung der Konsumation. Der Gast ist wohl der König, aber er soll sich auch entsprechend benehmen!»

Sind 50 Franken überzogen?

Manche Leser können sich mit den No-Show-Gebühren wiederum nicht anfreunden. Einige finden den Betrag zu hoch oder sehen darin keine sinnvolle Lösung. So schreibt Mathias Kasdorf: «Man kann nicht Geld verlangen von Leuten, die niemals da waren. Das muss jedem einleuchten!»

Leser Roger Aeppli versteht zwar den Unmut von Restaurantbesitzern, aber 50 Franken pro Gast seien deutlich zu viel. «Ein Gast, der nicht auftaucht, verursacht ja auch keine Arbeit. Über eine Gebühr an den No-Shows zu verdienen, geht für mich genauso wenig, wie einfach nicht zu kommen!»

Lukas Erb sieht dies ähnlich. «Dass man einen Tisch reserviert und im Verhinderungsfall nicht abbestellt, ist eine Unart, ohne Diskussion.» Gerade im Handy-Zeitalter könne man immer und überall eine Nachricht versenden oder telefonieren. Trotzdem hält er es für unproduktiv, eine Busse einzuführen. «Praktischer wäre eher, eine Art schwarze Liste zu führen und bei der nächsten Reservation freundlich mitzuteilen: ‹Für diesen Abend ist leider bereits alles besetzt.›»

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