Kontroverse um Nummernschild
«Würde keinen einzigen Rappen für ein Stück Blech zahlen»

390'000 Franken für ein Nummernschild: «SO 1» ist versteigert und übertrifft alle bisherigen Kontrollschild-Auktionen. Die Debatte über Sinn und Unsinn dieser Praxis hat auch in der Community eine rege Diskussion entfacht.
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Die Luxusautovermietung Edel & Stark hat die Auktion gewonnen.
Foto: Edel & Stark

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Solothurner Nummernschild «SO 1» wurde am 3. März 2026 versteigert
  • Es erzielte mit 390'000 Franken den höchsten Preis in der Schweiz
  • Der Erlös fliesst in die Strassenbaurechnung des Kantons Solothurn
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Eva KunzSenior Community Editorin

Exklusive Nummernschilder sind begehrt. Nicht selten landen Kontrollschilder mit tiefen Zahlen gar unter dem Hammer. Am Mittwoch war es für «SO 1» soweit. Zu einen Rekordbetrag von 390'000 Franken hat das Solothurner Nummernschild seinen Besitzer gewechselt. Vom Kanton Solothurn in die Hände des Oltner Luxusautovermieters Edel & Stark. Der Erlös der Auktion fliesst in die Strassenbaurechnung des Kantons Solothurn.

«Unsere Gesellschaft hat ein Dekadenzproblem»

Über Sinn und Unsinn solcher Aktionen und über hohe Summen für ein schlichtes Blechschild scheiden sich die Geister. Auch bei unseren Leserinnen und Lesern. Eine nicht repräsentative Umfrage zeigt: Die Community ist in drei Lager gespalten.

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«Ist doch super» – diese Haltung vertritt ein Drittel der Leserschaft von Auktionen für exklusive Kontrollschilder mit hohen Preisen. Solange der Erlös der Allgemeinheit zugutekommt, hat ein weiterer Drittel der Community grundsätzlich nichts dagegen. Der letzte Teil findet solche Aktionen hingegen schlicht «Wahnsinn». Das seien viel zu hohe Preise für Nummernschilder.

So sieht es etwa Walter Föhn: «Absoluter Schwachsinn. Das Nummernschild gehört dem Strassenverkehrsamt. Wenn ein Autofahrer das Schild zurückgibt, erhält er keinen Rappen zurück. Birreweich.» Dora Häusermann ist ebenfalls dagegen: «Ich frage mich, warum man für eine solche Nummer so viel Geld ausgibt.» Leser Hans Scheidegger würde ebenfalls «keinen einzigen Rappen für ein Stück Blech» ausgeben. «Das mir übrigens nicht einmal gehört. Aber wem's gefällt und das nötige Kleingeld hat ...»

«Das sagt mehr über unsere Gesellschaft aus als über den Käufer»

Für Reto Stork ist klar: «Unsere Gesellschaft hat ein Dekadenzproblem.» Steve Ellen sieht es genauso: «390’000 Franken für ein Stück Blech mit der Zahl 1. Das ist kein Zeichen von Erfolg, sondern von Symbolpolitik für Reiche». Wenn Prestige heute daran gemessen werde, welche Zahl hinten am Auto klebe, sage das mehr über unsere Gesellschaft aus als über den Käufer. «Während viele Menschen über steigende Mieten, Krankenkassen und Energiepreise klagen, liefern sich Firmen eine Bieterschlacht um ein Nummernschild.»

«Wer so viel Geld für sein Ego ausgeben kann, dem sei's gegönnt»

Othmar Kamm gehört indes zu jenen, die eine solche Aktion grundsätzlich gut finden: «Es sollten sich alle mal vor Augen halten, dass dieses Geld jedem Bürger zugutekommt, damit werden laufende Unkosten gedeckt.» Leser Frank Ropertz schreibt: «Ich finde es toll, dass es Menschen gibt, die durch diesen hohen Preis die Allgemeinheit unterstützen.»

Viele Kommentatorinnen und Kommentatoren haben mindestens eine Prise Humor für das Thema übrig: «Wenn es wenigstens das Schild «SO 007» wäre», kommentiert Paul Schindler. «Wer so viel Geld für sein Ego ausgeben kann, dem sei es gegönnt», so Hans Gilg. Gar zynisch verfasst Kurt Forler seinen Meinungsbeitrag: «Dann kann der Kanton jetzt seine finanziellen Probleme lösen?»

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