Darum gehts
- 54 Prozent der Schweizer wollen den Fünfräppler abschaffen, zeigt Umfrage
- Bargeld bleibt wichtig: Nur 11,2 Prozent können sich Verzicht auf Geld vorstellen
- In Blick-Umfrage mit 7000 Teilnehmern stimmen 49 Prozent für Münzbeibehaltung
Droht dem goldenen Fünfräppler bald ein Ende? Möglich – zumindest, wenn es nach der Schweizer Bevölkerung geht. Eine knappe Mehrheit von 54 Prozent spricht sich für die Abschaffung der kleinsten Münze aus. Das zeigt eine Umfrage des Edelmetall-Händlers Philoro in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen.
Trotz der wachsenden Skepsis gegenüber der kleinsten Münze bleibt Bargeld für die meisten Schweizerinnen und Schweizer unverzichtbar. Lediglich 11,2 Prozent können sich vorstellen, ganz auf Münzen und Banknoten zu verzichten. Dabei zeigt sich ein klarer Generationengraben: Während nur 6,2 Prozent der über 60-Jährigen eine bargeldlose Zukunft befürworten, liegt der Anteil bei den 18- bis 29-Jährigen mit 15,8 Prozent deutlich höher.
Bargeld bleibt wichtig
In unserer Community fällt das Verdikt weniger eindeutig aus als in der repräsentativen Umfrage. Zwar sprechen sich auch hier viele für ein Ende des Fünfräpplers aus, doch eine knappe relative Mehrheit will die kleinste Münze behalten. In einer Blick-Umfrage mit über 7000 Teilnehmern gaben 43 Prozent an, den Fünfräppler abschaffen zu wollen, 49 Prozent möchten die Münze weiterhin nutzen. Acht Prozent interessieren sich nicht dafür.
Angst vor schleichender Teuerung
Für Leser Beny Baumann kommt eine Abschaffung nicht infrage. «Ich bezahle im Alltag oft mit Karte, aber nicht nur», kommentiert er. Münz habe er immer dabei – zum Parkieren, um schnell ein Ticket zu lösen oder als Servicegeld. «Bin grundsätzlich dagegen, das Münzgeld abzuschaffen; es macht eben auch in der Erziehung der Kinder und Jugendlichen absolut Sinn, die den Umgang mit Geld noch lernen können, ja müssen. Eine Karte ist meist fast gratis zu erhalten; Münzgeld muss doch noch ‹erschaffen› werden!»
Viele Leserinnen und Leser fragen sich, ob eine Abschaffung der 5-Rappen-Münze automatisch zu höheren Preisen führen würde. User Leon Schmid bringt diese Sorge auf den Punkt: «Sollte der Fünfräppler abgeschafft werden, kann man sich sicher sein, dass alle Preise auf den nächsten Zehner aufgerundet werden! Wie heisst es so schön: Wer den Rappen nicht ehrt, ist des Franken nicht wert.»
Roger Duppenthaler merkt an, dass die Fünfräppler in der Praxis kaum noch genutzt werden: «Die Fünfräppler sind schon lange unter Beschuss. Wenn man nur schon Münzapparate anschaut, sind sie dort schon lange tot.» Diese Entwicklung findet er bedauerlich. «Ich könnte die Abschaffung verstehen, würde es aber persönlich schade finden.»
Kritik an Nutzen und Kosten
Andere Leser sehen die Fünfräppler deutlich pragmatischer. Für sie sind die Münzen in der heutigen Praxis überholt oder schlicht unnötig. Sam Altenmann findet, dass die Münze «schon lange nicht mehr zeitgemäss» sei und verweist darauf, dass sie in Automaten ohnehin nicht verwendet werden kann. «Und ob etwas 99.90 oder 99.95 kostet, spielt jetzt wirklich keine Rolle», fügt er hinzu.
Rolf Gurtner kritisiert vor allem den praktischen Nutzen der kleinen Münze im Alltag. «Gottseidank haben wir uns diese europäische Kupfersammlung erspart! Trotzdem: Egal, wo man einkauft, fast immer kommt am Schluss noch der Fünfräppler, der uns oft mehr kostet, als er wert ist. Weg damit!»
Auch für Diego De La Vega ist klar: «Fünfräppler abschaffen? Ja, aber Bargeld behalten.» Die fünf Rappen seien im Alltag oft nur noch Wechselgeld, und die Herstellung habe zeitweise mehr gekostet als der Nennwert. Gleichzeitig müsse klar sein: «Rundung darf keine versteckte Preiserhöhung werden. Runden nur beim Total auf zehn Rappen für Barzahlungen, elektronisch weiterhin exakt, und die Regeln transparent kommunizieren! Schon früher wurde festgehalten, dass ein Verzicht auf fünf Rappen keine nennenswerte Teuerung auslösen muss, wenn sauber gerundet wird. So sparen wir Aufwand, ohne die Wahlfreiheit beim Bezahlen zu verlieren.»