Darum gehts
- Gnadenhof Luna im Weisstannental nimmt blinde Tiere auf
- Aktuell leben dort 65 Tiere, darunter Nutz- und Haustiere
- Zweimal zerstörten Steinlawinen den Hof, heute finanzieren Spenden den Betrieb
Wenn Tiere erblinden oder schwer krank werden, endet ihr Leben oft leise. Im Weisstannental im Kanton St. Gallen ist das anders: Hier finden sie einen Ort, an dem sie bleiben dürfen. Der Gnadenhof Luna nimmt seit über 30 Jahren Tiere auf, die sonst niemand mehr will – viele davon blind, verletzt oder besonders pflegeintensiv.
Von einzelnen Aufnahmen zum Lebenswerk
«Alles hat völlig harmlos angefangen», erzählt Theresia Seyffert. Mit ihrem Mann Geza Kercho lebte sie lange auf verschiedenen Bauernhöfen. «Wenn jemand Katzen oder Vögel nicht mehr behalten konnte, haben wir sie übernommen, weil wir den Platz hatten», so Theresia. Mit der Zeit wurden es immer mehr Tiere, und aus einzelnen Aufnahmen entstand langsam etwas Grösseres.
In unserer Serie «Wir sind Blick» stellen wir dir jeden Samstag eine spannende Persönlichkeit aus der Blick-Community vor. Wir sind überzeugt, dass jede Leserin und jeder Leser eine interessante Geschichte zu erzählen hat.
Hast auch du eine spezielle Geschichte, ein besonderes Talent, eine einzigartige Sammlung oder sonst etwas Spannendes, das du mit der Community teilen willst? Dann melde dich via Mail an community@blick.ch!
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Auf dem Hof leben inzwischen 65 Tiere, von Nutz- bis Haustieren. Der Gnadenhof hat sich auf blinde Tiere spezialisiert. Diese brauchen besonders viel Ruhe, Orientierung und ein stabiles Umfeld. Sie lernen mit der Zeit, Wege, Geräusche und Abläufe zu erkennen.
Ein Ort, der keinen Feierabend kennt
«Tierliebe allein reicht hier nicht aus», sagt die Pflegefachfrau. Früh am Morgen füttert ihr Mann die Nutztiere und geht dann zur Arbeit. Danach übernimmt Theresia: «Ich füttere die anderen Tiere, miste und versorge sie medizinisch.» Doch damit ist es längst nicht getan. «Man muss in Ausnahmefällen 24 Stunden durcharbeiten können», betont sie. Dazu gehöre auch, nachts aufzustehen, um Problemkinder zu versorgen – etwa ein kleines Lämmchen mit der Flasche grosszuziehen.
Kranke, verletzte oder neue Tiere verlangen viel Aufmerksamkeit. Gerade bereitet ein neues Säuli Schwierigkeiten: «Er hat so schrecklich Heimweh», erzählt die Hofbetreiberin. Ein Stuhl im Gehege soll helfen: «In der Hoffnung, dass er mich irgendwann als zweites Mami akzeptiert.»
Zukunft voller Hoffnung
Drei Jahrzehnte lang haben Theresia und ihr Mann den Gnadenhof aus eigener Tasche finanziert, während beide eigene Geschäfte führten. Doch zweimal wurde der Hof von Steinlawinen erschüttert. Danach musste alles wieder aufgebaut werden. Nach dem zweiten Mal konnte Theresia ihr Geschäft nicht mehr halten, während ihr Mann weiterhin arbeitet. Heute werden sie durch Spenden unterstützt.
Momentan kann der Gnadenhof keine weiteren Tiere aufnehmen. «Das hängt mit Platz, finanzieller Situation und der Frage zusammen, ob man die Arbeit noch sauber erledigen kann», erklärt Theresia. Für die Zukunft arbeiten sie an einem Projekt, das den Fortbestand des Hofs auch ohne sie sichern soll. «Wir hoffen, dass die Arbeit, die wir in all den Jahren aufgebaut haben, überleben kann.»