Darum gehts
- Die Schweiz diskutiert über ein mögliches Feuerwerksverbot am 1. August
- 62 Prozent der 3000 Befragten sprechen sich gegen privates Feuerwerk aus
- Trockenheit und Brandgefahr erhöhen den Druck auf die Tradition des Feuerwerks
Der 1. August rückt näher und mit ihm die altbekannte Diskussion ums Feuerwerk. Für die einen gehören Raketen und Böller untrennbar zur Schweizer Nationalfeier, für die anderen sind sie eine Belastung: Tiere leiden, Lärmgeplagte fühlen sich gestört und die Brandgefahr steigt. Dieses Jahr bekommt die Debatte zusätzliche Brisanz, denn wegen der anhaltenden Trockenheit drohen vielerorts Verbote. Ein Nationalfeiertag ohne Feuerwerk wird immer wahrscheinlicher.
Eigentlich wollte das Parlament mit einem Gegenvorschlag zur Feuerwerksinitiative neue Grenzen setzen. Doch der Entscheid kippte in letzter Minute, nun bleibt es bei den bisherigen Regeln. Während Feuerwerksfirmen um ihr wichtigstes Geschäft des Jahres bangen, diskutiert die Community: Ist der Verzicht auf Raketen und Böller ein notwendiger Schutz oder geht damit ein Stück Schweizer Tradition verloren?
Mehrheit will Feuerwerk abschaffen
Die Stimmung in der Leserschaft ist eindeutig: In einer Umfrage mit über 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wünschen sich 62 Prozent das Aus für Feuerwerk. Weitere 17 Prozent würden Raketen und Böller nur noch an Grossanlässen erlauben. Nur 16 Prozent möchten am Feuerwerk als festem Bestandteil der Schweizer Tradition festhalten. 5 Prozent geben an, dass ihnen das Thema egal ist.
«Völlig sinnlose Knallerei!»
Dieses Meinungsbild zeigt sich auch in der Kommentarspalte. Viele Leserinnen und Leser begrüssen strengere Regeln und verweisen auf die Folgen von Lärm, Feinstaub und Brandgefahr. Leser Reto Monte schreibt: «Das wird kein trauriger, sondern der beste 1. August für Tiere und Umwelt. Böller waren und sind nie Tradition der Schweiz gewesen!»
Auch Vera Kronenberg plädiert für mehr Einschränkungen: «Als ehemalige Feuerwehrfrau weiss ich, was Brände anrichten können, und wir wollen die Szenen, welche aktuell im nahen Ausland stattfinden, nicht bei uns erleben.» Sie findet, Natur und Tiere würden von weniger Feuerwerk profitieren. «Man kann den 1. August auf viele freudige Arten feiern. Dazu benötigt es kein Feuer, Lärm oder Knallkörper.» Falls es weiterhin Feuerwerke geben soll, dann für sie nur noch bei von Gemeinden organisierten Anlässen mit ausgebildeten Fachpersonen.
Auch Hans Meier fordert klare Regeln. «Tiere und Umwelt appellieren seit Jahren an die Menschheit, auf diesen Unsinn ganz zu verzichten – oder wenigstens auf die völlig sinnlose Knallerei», schreibt er. Schönes Feuerwerk sei auch ohne ohrenbetäubende Explosionen möglich. «Wenn Eigenverantwortung und Rücksichtnahme nicht funktionieren, braucht es eben klare gesetzliche Regeln.»
«Lasst den Menschen die Freude»
Doch nicht alle Leserinnen und Leser können die Kritik nachvollziehen. Einige warnen vor immer neuen Verboten und plädieren für mehr Eigenverantwortung. So schreibt Paul Herzog: «Wir haben genug Verbote, brauchen nicht noch mehr. Der gesunde Menschenverstand soll und muss entscheiden.» Wer gegen die geltenden Regeln verstosse, müsse aber konsequent bestraft werden. «Für etwas haben wir ja auch noch die Polizei und Feuerwehr.»
Auch Can Mermer findet die Diskussion übertrieben: «Zweimal im Jahr darf man Feuerwerk abbrennen und die Kommentarspalte tut so, als ob es jede Woche massives Geballer gäbe. Lasst den Menschen die Freude.»
Zwischen Tradition und Verbot
Einige Leserinnen und Leser suchen einen Mittelweg zwischen Verbot und völliger Freiheit. Pedro Pinheiro schreibt: «Ich brauche das Geböllere nicht. Aber ein bis zweimal im Jahr sollen diejenigen, welche daran Freude haben, das ausleben dürfen. Das gehört auch zur Toleranz.»
Robert Camathias könnte sich ebenfalls einen Kompromiss vorstellen: Private Feuerwerke sollten abgeschafft werden, «nur noch öffentlich organisierte» Anlässe seien sinnvoll. So könne die Tradition erhalten bleiben und gleichzeitig die Belastung für Natur und Tiere reduziert werden.