Darum gehts
- Zürcher kritisiert Verbot für Hunde bei Brunnen in Seebach
- Er sieht Hunde als leidende Lebewesen, fordert mehr Empathie und Akzeptanz
- In der Schweiz gibt es immer mehr hundefreie Zonen
Dürfen Hunde an heissen Sommertagen kurz ihre Pfoten in einen Brunnen halten oder daraus trinken? Ausgelöst durch einen Fall in Zürich-Seebach beschäftigt diese Frage derzeit viele Leserinnen und Leser. Ein Hundehalter machte auf Instagram seinem Ärger Luft, nachdem er auf ein Badeverbot für Hunde bei einem Brunnen aufmerksam geworden war.
Der 30-jährige Zürcher empfindet solche Verbote als Zeichen dafür, dass Hunde im öffentlichen Raum zunehmend eingeschränkt würden. Besonders an heissen Tagen fehle das Verständnis dafür, dass Tiere ebenfalls unter den hohen Temperaturen leiden.
Mehrheitliche Ablehnung des Verbots
Der Fall löste in unserer Community zahlreiche Reaktionen aus. Während einige das Verbot nachvollziehen können, zeigen viele Leserinnen und Leser Verständnis für den Hundehalter. In einer Umfrage zum Fall sprachen sich 61 Prozent der über 4200 Teilnehmenden gegen das Verbot aus. Sie finden, dass Hunde bei hohen Temperaturen die Möglichkeit haben sollten, sich kurz abzukühlen – insbesondere dann, wenn sich keine anderen Personen am Brunnen aufhalten.
25 Prozent vertreten die Ansicht, dass geltende Regeln eingehalten werden müssen, unabhängig von den Umständen. Weitere 14 Prozent sind unentschlossen. Sie sehen allerdings einen Widerspruch darin, dass Hunde vom Brunnen ferngehalten werden, Kinder dort aber teilweise spielen oder baden dürfen.
«Ein Brunnen ist für alle da!»
In der Kommentarspalte zeigt sich ein gespaltenes Bild. Einige Stimmen stellen sich klar hinter den Hundehalter. So schreibt Leserin Nadja Stauffer: «Ein Brunnen ist für alle da! Und wenn keine Kinder mehr da sind und der Hund in Begleitung sich rasch erfrischt, ist das kein Problem.»
Auch Christian Morgenthaler äussert Verständnis für die Vierbeiner: «Total primitiv und wohlstandsverwahrlost. So ein Hundeli schadet dem Brunnen sicher nicht.»
Sandra Meier findet ähnliche Worte: «Bei diesen Temperaturen sollte ein Hund sich kurz im Brunnen abkühlen dürfen. Ich finde es befremdlich, dass sich manche Menschen mehr über einen Hund im Brunnen aufregen als über die Tatsache, dass ein Tier bei dieser Hitze leidet.»
Kritik an Hundehaltern
Gleichzeitig melden sich auch kritische Stimmen zu Wort. John Dor zeigt wenig Verständnis für die Forderungen mancher Hundehalter. Er schreibt: «Es ist ein Brunnen und kein Hundebad. Ihr müsst Verantwortung tragen und wissen, was euch erwartet. Sonst bestellt doch ein mobiles Hundebassin. Niemand ist euch etwas schuldig!»
Ähnlich sieht es Leser Joe Relly: «Niemand baut einen Brunnen in einer Wohnsiedlung, damit Hunde darin baden.» Alternativ könne man mit dem Hund an den See oder an einen Fluss gehen. «Das stört niemanden, aber sicher nicht in einem öffentlichen Brunnen», doppelt er nach.
Peter Haussener verweist auf hygienische Aspekte: «Hundehaare möchte ich nicht in einem öffentlichen Brunnen. Auch das Fett der Hundehaare haftet nachher auf der Innenseite des Brunnens.» Als Lösung schlägt er vor, eine eigene Schale oder einen Kessel mitzunehmen.
Auch Marco Roth bringt einen Lösungsvorschlag ein: «Es gibt praktische, zusammenfaltbare Hundenäpfe, die man gut mitnehmen kann. Dann wäre das Brunnen-Problem gelöst. Haben wir eigentlich immer dabei, wenn wir mit Hund unterwegs sind.»