Arbeitsplätze in Gefahr?
«Mein Job ist schon durch die KI ersetzt worden»

Die Entwicklung künstlicher Intelligenz sorgt zunehmend für Diskussionen über die Zukunft der Arbeit. In der Branche selbst warnen führende Stimmen vor tiefgreifenden Umbrüchen. Auch in den Kommentarspalten wird der Wandel intensiv debattiert.
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Jeder zweite Bürojob könnte durch KI verschwinden – für viele Programmierer ist der Jobverlust bereits real.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • DocMorris streicht 100 Stellen wegen Einsatz von künstlicher Intelligenz
  • Unternehmen spart jährlich 15 Millionen Franken durch Automatisierung
  • Debatte über KI: Leser teilen Sorgen und Chancen für die Arbeitswelt
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Die Schweizer Online-Apotheke DocMorris hat angekündigt, 100 Vollzeitstellen abzubauen. Als Grund nennt das Unternehmen unter anderem den verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz, mit der die Kosten langfristig gesenkt werden sollen. Insgesamt sollen dadurch jährlich rund 15 Millionen Franken eingespart werden. Dass ein Unternehmen den Zusammenhang zwischen KI und Stellenabbau so offen kommuniziert, ist in der Schweiz bislang eher die Ausnahme.

Der Entscheid hat die Diskussion über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt neu entfacht. Während Experten von einem grundlegenden Wandel der Arbeitswelt sprechen, warnen selbst führende Vertreter der KI-Branche davor, dass künstliche Intelligenz zahlreiche Büro- und Wissensberufe verdrängen und die wirtschaftliche Ungleichheit verschärfen könnte. Diskutiert wird deshalb auch, wie die Bevölkerung künftig am wirtschaftlichen Nutzen der Technologie beteiligt werden könnte.

Die Angst vor dem Job-Kahlschlag

Auch in unserer Leserschaft wird die Entwicklung kontrovers diskutiert. Viele Leserinnen und Leser zeigen sich besorgt über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz und äussern ihre Befürchtungen in den Kommentaren. So schreibt Leser Guido Fachingen: «Mein Job ist im letzten Jahr schon durch die KI ersetzt worden. Den Rest machen gute, zuverlässige, günstige Mitarbeiter in fernen Ländern. Persönlich bin ich froh darüber, dass ich noch einen der letzten guten Jobs sichern konnte, die nicht ersatzlos gestrichen werden können durch KI.»

Noch differenzierter äussert sich Leser Thomas Huggentobler, der KI sowohl privat als auch beruflich nutzt. «Da ist leider so viel Potential, um Jobs zu ersetzen oder zumindest zu minimieren. Ist wie mit der Automatisierung aufgrund Computern: Für unsere Schweiz mit einigermassen viel Bildung war es ein Vorteil, aber unqualifizierte Jobs hat es definitiv gekostet. Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich beruflich auf ein Niveau zu bilden, welches grad noch gefragt ist.» 

Auch Mike Theissl äussert sich kritisch und sieht vor allem wirtschaftliche Interessen im Vordergrund: «Die Wirtschaft und Firmenbesitzer sehen nur ihre Gewinne durch die KI. Menschlichkeit zählt nicht mehr.» Es komme zu Stellenabbau «noch und nöcher». Die Folgen würden jedoch später wieder auf die Allgemeinheit zurückfallen, wenn Staat und Arbeitnehmende höhere Arbeitslosengelder finanzieren müssten. «Dies interessiert aber die Firmenbosse nicht, denn die haben ja ihre Gewinne. Der Bundesrat sollte schnellstens ein neues System einführen, sonst kommt das für die Zukunft gar nicht gut», fordert er. 

Viele sehen auch Chancen

Dem gegenüber stehen Stimmen, die die Entwicklung weniger dramatisch sehen. So schreibt Leser Christian Stauffer: «Schon bei der Einführung des PCs herrschten Untergangsszenarien in Bezug auf die Arbeitslosigkeit. Arbeitslos wurden vor allem jene, die sich der neuen Technologie verschlossen. Auch diesmal kann es sehr wohl sein, dass vor allem jene arbeitslos werden, die mit KI nichts zu tun haben wollen!»

Ähnlich argumentiert Doris Egli, die vor allem die Grenzen der Technologie betont: «Hört doch auf, immer alles schwarz zu sehen. Alles kann nicht durch KI ersetzt werden. Handwerker werden immer gefragt sein. Nur halt die Jobs, die bequem sind und nicht allzu viel abverlangen, werden von KI geschluckt – war früher durch den Computer auch schon so. Deshalb heisst es, vorausschauen bei der Berufswahl und wieder anpacken und nicht nur fordern und jammern.»

Und auch für Leserin Tanja Weber ist klar: «Jede technische Revolution hat Ängste ausgelöst. Ja, künstliche Intelligenz wird Berufe verändern und gewisse Tätigkeiten ersetzen.» Gleichzeitig würden auch neue Aufgaben und neue Berufsfelder entstehen. «Statt in Panik zu geraten, sollten wir uns darauf konzentrieren, wie wir Menschen für diese Veränderungen fit machen. Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Aber man kann lernen, ihn sinnvoll zu nutzen.»

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