Darum gehts
- USA verbieten Polestar-Verkäufe ab Modelljahr 2027 wegen Spionageverdacht
- 94 Prozent der Polestar-Verkäufe im ersten Quartal 2026 ausserhalb USA
- Neuer Gesetzesentwurf könnte sogar Mercedes-Verkäufe in USA gefährden
Die Trump-Regierung macht Ernst gegen vernetzte Fahrzeuge aus China: Das US-Handelsministerium verbietet Polestar den Verkauf von Autos ab Modelljahr 2027.
Der schwedisch-chinesische Hersteller will keine Berufung gegen den Entscheid einlegen, wie ein Sprecher gegenüber Blick sagt. «Wir werden unsere bestehenden US-Lagerbestände des Polestar 3 und Polestar 4 verkaufen.» Anschliessend werde man lediglich für den Kundenservice in den USA präsent bleiben.
Volvo vorerst verschont
Der Hintergrund für das Verbot: Für die US-Regierung sind chinesische Autos mit Internetverbindung «Überwachungsgeräte auf Rädern». Als Marke des Geely-Konzerns aus China steht Polestar damit unter Spionageverdacht.
Doch nicht alle Geely-Marken werden aus den USA verbannt. So erhielt Volvo im Gegensatz zu Polestar die Bewilligung, weiterhin vernetzte Autos zu verkaufen. Bemerkenswert: Der Polestar 3 wird in der Volvo-Fabrik in Ridgeville in South Carolina gebaut. Und auch der Polestar 4 für den amerikanischen Markt läuft nicht in China vom Band, sondern bei Renault im südkoreanischen Busan.
Konzentration auf Europa
Polestar gibt sich gelassen. Das US-Aus sei nicht matchentscheidend. Der Sprecher betont: Im ersten Quartal 2026 gingen 94 Prozent der Autos in andere Länder. «Europa ist unser grösster Wachstumsmotor, und wir planen, den Polestar 7 in Europa zu produzieren», sagt CEO Michael Lohscheller (57). «Zudem werden wir weiterhin in Märkte investieren, in denen wir Wachstumschancen sehen, wie Südostasien, Osteuropa, Lateinamerika und Kanada.»
Volvo und zahlreiche weitere Autohersteller in chinesischem (Teil-)Besitz sind aber noch nicht aus dem Schneider. Im US-Kongress laufen aktuell weitere Bestrebungen gegen vernetzte Autos aus China.
Ein neuer Gesetzesentwurf fordert ein Verbot für alle Autobauer, die zu mehr als 15 Prozent China-Investoren gehören. Die Folge wäre ein Beben: Weil Chinesen grosse Aktienpakete halten, dürfte selbst Mercedes keine Autos mehr in den USA verkaufen.