Fahrende Datenkraken
Polen beschränkt die Nutzung von E-Autos aus China

Chinesische Stromer erfassen ein Unmenge an Daten, etwa Geo- und personenbezogene Daten. Polen plant deshalb Fahr- und Parkierverbote – China reagiert beleidigt auf das Vorhaben.
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Die hohe Vernetzung chinesischer Autos – hier das Cockpit eines BYD Sealion 7 – sorgt bei einigen Landesregierungen für Spionage-Sorgen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Polen schränkt Bewegungsspielraum chinesischer E-Autos wegen Spionagegefahr ein
  • Betroffene Marken könnten BYD, MG, Nio, XPeng und Aiways sein
  • In China unterliegen vernetzte Fahrzeuge strenger Regeln
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Gabriel KnupferRedaktor News

Chinesische Elektroautos sind nicht umsonst als «fahrende Smartphones» bekannt: Schliesslich sind sie oft vollgepackt mit künstlicher Intelligenz und anderen IT-Gadgets. Doch genau das wird jetzt für Nutzer in Polen zum Problem.

Das Verteidigungsministerium will den Bewegungsspielraum chinesischer Autos einschränken, wie unter anderem die Tagesschau der ARD berichtete. Konkret sollen Autos aus dem Reich der Mitte nicht mehr in der Nähe strategisch wichtiger Objekte parkieren und keine Militäranlagen befahren dürfen. Ausserdem soll Militärangehörigen untersagt werden, ihre Diensthandys mit den Autos zu verbinden.

Angst vor Spionage

Der Hintergrund ist klar: Die Hersteller aus China sind führend im Bereich der vernetzten Fahrzeuge. «Chinesische Autos ermöglichen eine umfangreiche Datenerfassung – einschliesslich Geodaten und personenbezogener Daten», schreibt die polnische Analystin Paulina Uznańska in einem aktuellen Bericht.

Eine offizielle Liste der betroffenen Autos gibt es noch nicht. Laut der deutschen Fachzeitschrift «Auto Motor und Sport» könnte es aber unter anderem für BYD, MG, Nio, XPeng und Aiways Einschränkungen geben. Möglich ist auch eine Ausweitung auf nicht-chinesische Hersteller: So wurde laut polnischen Medien bereits einem Tesla-Fahrer der Zugang zu einem Militärgelände verweigert.

Wie ist die Regel in China?

Polen ist nicht das erste Land, das derartige Einschränkungen für chinesische Fahrzeuge erlässt. Die USA beschlossen bereits unter Präsident Joe Biden ein Verbot vernetzter China-Autos ab 2027.

Und auch in China selbst sind vernetzte Fahrzeuge reguliert: Ausländische Autos werden streng geprüft, bevor sie überall fahren dürfen. Bis vor kurzem war die Umgebung von Regierungsgebäuden oder wichtigen Forschungseinrichtungen für Teslas tabu, erklärte die Forscherin Uznańska gegenüber der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Inzwischen scheinen die in China produzierten Teslas keine wichtigen Daten mehr in die USA zu schicken.

Dennoch reagierte das chinesische Aussenministerium betupft auf die polnischen Pläne. «China ist der Ansicht, dass dem Missbrauch des Begriffs der nationalen Sicherheit ein Ende gesetzt werden muss», sagte ein Sprecher. Dass damit die Spionage-Sorgen vom Tisch sind, ist aber unwahrscheinlich.

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