Darum gehts
- Volvo ES90 überzeugt im Test durch Komfort, Effizienz und starke Leistung
- Von 20 auf 80 Prozent in 20 Minuten dank 310 kW
- Schweizer Preis: ab 70'500 Fr., Testwagen kostet knapp 95'000 Fr.
Bei Volvo ist die Elektrifizierung voll im Gang: Nach dem Crossover EC/EX40 (vormals C40 Recharge) folgten 2024 der Kompakt-SUV EX30 und das SUV-Flaggschiff EX90. Bevor noch dieses Jahr der Mittelklasse-SUV EX60 startet, erfolgte vor wenigen Wochen der Verkaufsstart der E-Limousine ES90. Diese griffen wir uns für einen zweiwöchigen Test und fuhren damit ins deutsche Saarbrücken.
Vor der Fahrt
Optisch bleiben sich die Schweden treu: Im Volvo-Stil gibts weiterhin T-förmige Scheinwerfer vorne und hinten horizontal zweigeteilte LED-Heckleuchten. Etwas gewöhnungsbedürftig und wie ein Taxi-Schild sieht das Lidarsystem oberhalb der Frontscheibe aus. Dieses entfällt jedoch im nächsten Modelljahr (2027) bei den für Europa vorgesehenen Fahrzeugen. Die Türen schliessen zwar per Soft-Close, doch die Stopps der Türen wirken seltsam. So müssen wir die Tür entweder ganz aufschwingen oder nur wenig öffnen, andernfalls fliegt sie uns wieder entgegen. Da wäre ein stufenloser Türöffner passender zum Image der Nobel-Limousine.
Auf der Strasse
Wir starten die Fahrt mit voller Batterie Richtung Saarbrücken. Die 2,4 Tonnen schwere E-Limousine gleitet komfortabel und kann wunderbar «segeln». Wahlweise können wir den stark rekuperierenden One-Pedal-Modus einstellen, finden aber Segeln passender. Für hohen Komfort sorgt nicht nur die weiche Abstimmung des Fahrwerks, sondern auch die kühl- oder heizbaren Massagesitze. Die Lenkung fühlt sich leichtgängig an, dürfte aber etwas präziser einlenken. Wir fahren gemütlich, schaffen aber auch Überholmanöver locker. Denn der heckgetriebene ES90 beschleunigt dank 333 PS (245 kW) und 480 Nm Drehmoment flott (0–100 km/h in 6,6 Sekunden).
Das war gut
Entspannt folgen wir den Navianweisungen, die uns sowohl im 9-Zoll-Fahrerinstrument als auch im Head-up-Display angezeigt werden. Auch wenn uns das im 14,5 Zoll grossen Multimediasystem integrierte Google-Maps-Navi empfiehlt, die 330 Kilometer lange Strecke ohne Ladestopp durchzufahren, müssen die Passagiere nach zweistündiger Fahrt die Beine vertreten und zur Toilette. Wir nutzen die Pause und stöpseln den Schweden an einer französischen Raststätte am Schnelllader an. Und haben nach knapp zehn Minuten wieder mehr als 20 Prozent Reichweite geladen. Von zehn auf 80 Prozent füllt der ES90 seinen 88-kWh-Akku dank bis zu 310 kW Ladeleistung in nur 22 Minuten.
Antrieb 1 Elektromotor, 333 PS (245 kW), 480 Nm, 1-Stufen-Automat, Hinterradantrieb
Fahrleistungen 0–100 km/h in 6,6 s, Spitze 180 km/h, Batterie netto 88 kWh, max. Ladeleistung AC/DC 11/310 kW, Reichweite WLTP/Test 640/550 km
Masse L/B/H 5,00/1,94/1,55 m, Gewicht 2410 kg, Anhängelast gebremst 12 % 1600 kg, ungebremst 750 kg, Laderaum 464 – 1445 l + Frunk 27 l
Umwelt Verbrauch WLTP/Test 16,2/16,0 kWh/100 km = 0/0 g/km CO₂, Energie B
Preise ab 70'500 Franken, Testwagen plus Optionen 94’480 Fr.
Antrieb 1 Elektromotor, 333 PS (245 kW), 480 Nm, 1-Stufen-Automat, Hinterradantrieb
Fahrleistungen 0–100 km/h in 6,6 s, Spitze 180 km/h, Batterie netto 88 kWh, max. Ladeleistung AC/DC 11/310 kW, Reichweite WLTP/Test 640/550 km
Masse L/B/H 5,00/1,94/1,55 m, Gewicht 2410 kg, Anhängelast gebremst 12 % 1600 kg, ungebremst 750 kg, Laderaum 464 – 1445 l + Frunk 27 l
Umwelt Verbrauch WLTP/Test 16,2/16,0 kWh/100 km = 0/0 g/km CO₂, Energie B
Preise ab 70'500 Franken, Testwagen plus Optionen 94’480 Fr.
Der Verbrauch der E-Limousine lässt sich ebenfalls sehen: Auf der knapp 700 Kilometer langen Hin- und Rückfahrt mit fast nur Autobahnabschnitten kamen wir auf 23,3 kWh/100 km. Somit hätte eine Vollladung für rund 380 Kilometer gereicht. Klingt erst mal nicht beeindruckend, doch im Schweizer Strassenmix verbrauchte der ES90 nur 16 kWh/100 km! Das lässt sich in Anbetracht der Grösse und des Gewichts des Fahrzeuges sehen. Und mit diesem Alltagsverbrauch vergrössert sich die Reichweite auf rund 550 Kilometer.
Das war schlecht
Obwohl der Volvo sehr effizient ist, stören wir uns an ein paar Kleinigkeiten. Zwar gibts innen selbst in der zweiten Sitzreihe enorm viel Platz, doch die vorderen Sitze knarzen bei fast jeder noch so leichten Kurve. Ansonsten wirken die Materialien hochwertig und gut verarbeitet. Die Sicht nach hinten erschwert sich durch die schmale Heckscheibe, und auch sonst ist die fünf Meter lange Limousine nicht besonders übersichtlich. Zudem fällt das Manövrieren in engen Parkhäusern schwer, da eine Hinterachslenkung fehlt. Glücklicherweise hilft die gestochen scharfe 360-Grad-Kamera bei heiklen Manövern.
Das bleibt
Volvo hat mit dem ES90 eine elektrische Limousine im Angebot, die mit Komfort, Platz und Effizienz überzeugt. Und auch an der Schnellladesäule ist der Schwede dank 800-Volt-Technik ein Champ. Der Edelstromer kostet allerdings auch mindestens 70'500 Franken, unser Testwagen mit etwas Zusatzausstattung gar knapp 95'000 Franken! Limousinen hatten es in den letzten Jahren bei uns schwer, noble Limousinen noch schwerer. Seit 2016 konnte Volvo in der Schweiz rund 550 Stück des Verbrenner-Vorgängers S90 verkaufen. Ob die Stromervariante auf ähnliche Zahlen kommt, bleibt abzuwarten.
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