Darum gehts
- Range Rover Electric mit 550 PS jetzt bestellbar in der Schweiz
- Batterie wiegt 700 kg, realistische Reichweite beträgt 535 Kilometer
- Schnellladung: Von 10 auf 80 Prozent in 22 Minuten bei 350 kW
Es ist ein merkwürdiges Gefühl. Mit dem 550-PS-Koloss klettern wir eine Steigung im Offroadpark des Land-Rover-Hauptsitzes im britischen Gaydon hoch, halten kurz an und fahren auf losem Kies wieder an. Zu hören ist nur Vogelgezwitscher – kein Aufheulen des Motors, kein Durchdrehen der Räder.
Möglich machts der Elektroantrieb im Range Rover – den man dem Fahrzeug nicht ansieht. Nur Details wie der Kühlergrill, die Felgen oder die fehlenden Auspuffendrohre verraten den Stromer. Das war auch die Absicht. «Wir haben die Kunden gefragt, was sie an einem elektrischen Range Rover gerne anders hätten», erzählt uns Chefingenieur Lynfel Owen. «Am liebsten gar nichts, war ihre Antwort. Also haben wir nichts geändert.» Vom Bodenteppich an aufwärts ist der elektrische Range Rover mit dem Verbrenner identisch. Das Batteriepaket passt in den Unterboden, die Leistungselektronik teilweise in den bisherigen Getriebetunnel.
Was lange währt …
Der fast geräuschlose Elektroantrieb passt zum Luxuscharakter des rollenden Refugiums. Wir fahren den stärkeren EV550 HSE mit normalem Radstand (es gibt ihn auch noch als SV 20 Zentimeter länger). Dessen zwei Elektromotoren bringen 550 PS und ein Drehmoment von 850 Nm. Von 0 auf Tempo 100 vergehen nur 4,5 Sekunden. Daneben bietet Jaguar Land Rover (JLR) den EV450 SE mit 450 PS an; er startet in der Schweiz ab 159'600 Franken. Beeindruckende Fahrleistungen also, wie es bei einem Premium-E-Auto heute zum guten Ton gehört. Aber eben: unaufgeregt, selbstverständlich. Sogar der künstliche Fahrsound bleibt britisch zurückhaltend. Sounddesigner Alex Vine baute ihn auf einem F-Dur-Akkord auf. Und wem das noch immer zu laut ist, kann ihn abschalten.
Lange hat es gedauert, bis man bei Land Rover einen Elektroantrieb im Programm hatte. Doch jetzt ist das elektrische Flaggschiff da – und bestellbar. Andere Hersteller bringen E-Autos in immer kürzeren Abständen auf den Markt. JLR brauchte für den Range Rover Electric mehr als fünf Jahre. Eigentlich hätte an der Vorderachse ein Induktionsmotor zum Einsatz kommen sollen. Bei wiederholten Härtetests in den Wüsten Dubais überhitzte dieser. Also verwarf man diese Lösung, konstruierte die Motoraufnahme neu und schrieb die Software um. Rund 18 Monate kostete alleine diese Entscheidung. «Er musste der beste Range Rover ever werden», rechtfertigt Lynfel Owen die lange Entwicklungszeit. «Schliesslich wird er in gewissen Märkten der einzige sein, den man noch kaufen kann.»
Riesige Batterie
Der Platz im Innenraum leidet nicht unter der nur 20 Zentimeter hohen Batterie, deren Zellen in zwei Schichten angeordnet sind. Die Bodenfreiheit ist nur knapp drei Zentimeter geringer als im Verbrenner-Pendant. Der Schwerpunkt liegt dafür deutlich tiefer. Das Überraschende: Trotz stolzen 700 Kilogramm Batteriegewicht wiegt der Elektro-Range gemäss Owen kaum mehr als vergleichbare Verbrenner- oder Hybrid-Varianten. Dies auch, weil an anderen Stellen Gewicht gespart werden konnte – etwa bei der Geräuschdämmung und mechanischen Komponenten.
Zeitgleich mit der Einführung der elektrischen Modelle bei Range Rover und Jaguar muss die Marke Jaguar Land Rover (JLR), Tochter des indischen Tata-Konzerns, kräftig sparen. In den kommenden zwei Jahren sollen weltweit 4000 Stellen gestrichen werden. Bei aktuell 43’000 Mitarbeitenden entspricht dies fast 10 Prozent der gesamten Belegschaft.
Stellen in der Fahrzeugproduktion sollen nach heutiger Planung nicht betroffen sein. Wo genau die Jobs wegfallen, hat JLR noch nicht bekannt gegeben. Den Abbau will man «wo immer möglich» über freiwillige Abgänge erreichen. Natürlich sind später auch Kündigungen nicht ausgeschlossen. Die Regionalregierung der West Midlands hat bereits ein erstes Hilfspaket von 500’000 Pfund angekündigt, mit dem Angestellte bei der Weiterbildung und der Suche nach einer neuen Stelle unterstützt werden.
JLR-CEO PB Balaji (55) begründet den Schritt mit dem technologischen Wandel, dem intensiven Wettbewerb und den anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten. Der Stellenabbau ist Teil eines umfassenderen Sparprogramms: Innerhalb von zwei Jahren will der Konzern seine Kosten um rund 1,7 Milliarden Pfund senken. Grund: Im letzten Geschäftsjahr sank der Umsatz um rund 21 Prozent, der Vorsteuergewinn brach von 2,5 Milliarden auf gerade noch 14 Millionen Pfund ein. Als Gründe nennt JLR die Produktionsunterbrüche nach einem Cyberangriff, die US-Zölle, die schwierige Marktlage in China und das Auslaufen der bisherigen Jaguar-Modelle.
Zeitgleich mit der Einführung der elektrischen Modelle bei Range Rover und Jaguar muss die Marke Jaguar Land Rover (JLR), Tochter des indischen Tata-Konzerns, kräftig sparen. In den kommenden zwei Jahren sollen weltweit 4000 Stellen gestrichen werden. Bei aktuell 43’000 Mitarbeitenden entspricht dies fast 10 Prozent der gesamten Belegschaft.
Stellen in der Fahrzeugproduktion sollen nach heutiger Planung nicht betroffen sein. Wo genau die Jobs wegfallen, hat JLR noch nicht bekannt gegeben. Den Abbau will man «wo immer möglich» über freiwillige Abgänge erreichen. Natürlich sind später auch Kündigungen nicht ausgeschlossen. Die Regionalregierung der West Midlands hat bereits ein erstes Hilfspaket von 500’000 Pfund angekündigt, mit dem Angestellte bei der Weiterbildung und der Suche nach einer neuen Stelle unterstützt werden.
JLR-CEO PB Balaji (55) begründet den Schritt mit dem technologischen Wandel, dem intensiven Wettbewerb und den anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten. Der Stellenabbau ist Teil eines umfassenderen Sparprogramms: Innerhalb von zwei Jahren will der Konzern seine Kosten um rund 1,7 Milliarden Pfund senken. Grund: Im letzten Geschäftsjahr sank der Umsatz um rund 21 Prozent, der Vorsteuergewinn brach von 2,5 Milliarden auf gerade noch 14 Millionen Pfund ein. Als Gründe nennt JLR die Produktionsunterbrüche nach einem Cyberangriff, die US-Zölle, die schwierige Marktlage in China und das Auslaufen der bisherigen Jaguar-Modelle.
600 WLTP-Kilometer schafft der Range Rover Electric offiziell. «Realistisch sind 535 Kilometer», relativiert Rob McKay, bei JLR fürs Ladenetzwerk zuständig. Man habe mehr als 360 Millionen Kundenfahrten anonymisiert analysiert und festgestellt, dass der Electric mehr als 97 Prozent dieser Fahrten ohne Ladestopp schaffen würde. Aber nicht, weil das Auto ein Effizienzwunder ist, sondern weil es über eine riesige 118,5-kWh-Batterie verfügt. Muss der Electric unterwegs doch mal zwischenladen, dauerts mit bis zu 350 kW am Schnelllader 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent.
Für die Gewissheit
«Wir wissen, dass die meisten unserer Kunden ihren Range Rover nicht für harte Arbeit im Gelände nutzen. Aber sie wollen die Gewissheit, dass sie es könnten, wenn sie wollten», erklärt Range-Rover-Chef Martin Limpert. Man verkauft nicht die Fähigkeit, sondern die Gewissheit. Deshalb muss der Range Rover auch als Electric im Gelände überzeugen.
Dort muss beim Verbrenner mit dem Gaspedal gespielt, Drehzahl aufgebaut und gewartet werden, bis die Kraft bei den Rädern ankommt. Beim E-Auto liegt die Kraft dagegen unverzüglich an. Das Gaspedal wird zum fein dosierbaren Regler. Die Elektronik regelt so innerhalb von 50 Millisekunden – also rund 100-mal schneller als bei einem Verbrenner. Aus dem Stand schafft der Electric 33 Grad Steigung, und seine Wattiefe beträgt 90 Zentimeter. Die wenigsten Kunden dürften das je nutzen.
Und so erklimmt der Range Rover Electric mühelos sämtliche Steigungen – zu hören sind dabei lediglich das Knirschen des losen Untergrunds und das Zwitschern der Vögel.
Antrieb: 2 E-Motoren, total 550 PS (405 kW), 850 Nm, 1-Gang-Getriebe, 4x4
Fahrleistungen: 0–100 km/h in 4,3 s, Spitze 200 km/h, Akkugrösse (netto) 118,5 kWh, max. Ladeleistung AC/DC 22/350 kW, Reichweite WLTP 600 km
Masse: L/B/H = 5,05/2,05/1,87 m, Leergewicht 2810 kg, Anhängelast gebremst/ungebremst 2500/750 kg, Kofferraum 733–1756 l
Umwelt: Verbrauch WLTP 21,9–23,0 kWh/100 km, Energie B
Preis: ab 180'000 Franken, Basisversion EV450 SE ab 159'600 Fr.
Antrieb: 2 E-Motoren, total 550 PS (405 kW), 850 Nm, 1-Gang-Getriebe, 4x4
Fahrleistungen: 0–100 km/h in 4,3 s, Spitze 200 km/h, Akkugrösse (netto) 118,5 kWh, max. Ladeleistung AC/DC 22/350 kW, Reichweite WLTP 600 km
Masse: L/B/H = 5,05/2,05/1,87 m, Leergewicht 2810 kg, Anhängelast gebremst/ungebremst 2500/750 kg, Kofferraum 733–1756 l
Umwelt: Verbrauch WLTP 21,9–23,0 kWh/100 km, Energie B
Preis: ab 180'000 Franken, Basisversion EV450 SE ab 159'600 Fr.
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