Darum gehts
- Der JAC E30X City, ein günstiger E-Wagen, kostet unter 17'000 Franken
- Reichweite von 280 km im Test, Verbrauch 14,6 kWh/100 km
- Neues Modell mit 46-kWh-Akku ab 16'900 Franken bereits erhältlich
Oft heisst es, Elektroautos sind teurer als vergleichbare Verbrenner. Doch dass Stromer auch richtig günstig sein können, beweist schon seit einiger Zeit in der Schweiz die chinesische Marke JAC.
Der kompakte Stromer E30X beispielsweise gewann in der normalen Version bereits bei einem Laien-Vergleichstest unter Stromern für unter 25'000 Franken. Vor kurzem rollte die noch günstigere, unter 17'000 Franken kostende Version JAC E30X «City» zu den Händlern. Blick hat sich das Fahrzeug näher angeschaut und getestet.
Vor der Fahrt
Der 4,03 Meter kurze Chinese sorgt mit seinen Kulleraugen häufig für Jöh-Effekte. Auch sonst wirkt der E30X keineswegs langweilig, sondern sympathisch und charmant. Der Innenraum wirkt sehr aufgeräumt. Das Glasdach sorgt zusammen mit den vielen Ablageflächen und Fächern für ein tolles Wohlfühlambiente.
In der Cockpitmitte sitzt ein 12,9 Zoll grosser Touchscreen, der gar über kabelloses Apple CarPlay verfügt. Dort lässt sich während der Fahrt auch der Verbrauch ablesen, jedoch nur über die letzten Kilometer – nicht über einen bestimmten Zeitraum – schade!
Auf der Strasse
Die wichtigsten Infos erhalten wir allerdings über das digitale Kombiinstrument hinter dem Lenkrad. Wir fahren den City-Stromer hauptsächlich dort, wo er auch hingehört: in der Stadt und in der Agglo. Der kleine Wendekreis von 9,9 Metern vereinfacht Parkmanöver in engen Tiefgaragen.
Dank 136 PS (100 kW) ist der Antritt überraschend flott – zumindest bis Tempo 80. Darüber flacht die Power dann spürbar ab. Aber für die Stadt reicht das völlig. Die Federung ist eher straff, die Lenkung dürfte dagegen etwas mehr Gefühl vermitteln. Doch der E30X ist ja kein Sportgerät.
Das war gut
JAC gibt eine Reichweite von 293 Kilometern an. Also fast so viel, wie auch im Display angezeigt wird, als wir das Auto vollgeladen ausstöpseln. Im realen Test schafften wir mit kleinen Autobahnanteilen rund 280 Kilometer – das darf sich sehen lassen für ein Wägelchen mit nur 41 kWh kleiner Batterie.
Somit liegt der errechnete Durchschnittsverbrauch bei 14,6 kWh/100 km – eine Kilowattstunde unter Werksangabe! Tolles Feature: Die Klimaanlage lässt sich über Tasten am Lenkrad in der Temperatur und Lüftungsstärke einstellen. Zudem gibts erstaunlich viel Platz im Innenraum. Und auch der 310 Liter grosse Kofferraum ist ordentlich in Relation zur Fahrzeuggrösse.
Das war schlecht
Bei jedem Fahrtbeginn mussten wir die Apple-CarPlay-Verbindung neu anwählen. Das dauert jeweils und nervt mit der Zeit. Und für häufige Fahrten auf der Autobahn ist der E30X das falsche Auto. Erstens steigt dann der Verbrauch exorbitant und frisst viel Reichweite.
Zweitens lädt der China-Stromer am Schnelllader nur mit maximal 60 Kilowatt. Immerhin wäre dann der kleine Akku in einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent geladen. Aber wie es die Modellbezeichnung bereits suggeriert: Der JAC E30X City ist für den städtischen Verkehr gedacht.
Das bleibt
In China geht der Technologiewandel schnell. Das haben wir auch bei unserem Test erfahren müssen. So kann man den E30X City bei uns nur wenige Wochen nach dem Test nicht mehr neu bestellen. Die Schweizer JAC-Händler haben aber noch einige Lagerfahrzeuge. Neu gibts als Ersatz den E30X – ohne City-Zusatz, dafür mit grösserem 46-kWh-Akku und in zwei Versionen.
Das Basismodell leistet 95 PS (70 kW), schafft 315 Kilometer Reichweite und startet bei unschlagbaren 16'900 Franken. Für 3900 Franken Aufpreis gibts das Luxury-Paket – also Vollausstattung und 136 PS. Wer folglich nur über ein kleines Budget verfügt, aber dennoch gerne elektrisch unterwegs ist, fährt entweder Zug – oder kauft sich den neuen JAC E30X.
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