Exklusive Testfahrt in der elektrischen Neuauflage
Audis visionärer A2 wird zum Sparstromer

Audi bringt den A2 zurück. Was vor 25 Jahren als technologisches Wunderwerk für Ausrufezeichen sorgte, soll jetzt rein elektrisch die Geschichte wiederholen. Blick war im getarnten Prototyp des neuen Audi A2 E-Tron unterwegs.
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Der A2 E-Tron soll auch als vollelektrische Neuauflage zeigen, wie effizient ein kompaktes Auto sein kann.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Audi A2 E-Tron wird im Herbst 2026 enthüllt
  • Cw-Wert von 0,24: Aerodynamik setzt neuen Standard im Segment
  • Preis beginnt bei unter 40'000 Franken, Marktstart für Ende Jahr geplant
Fabian Mechtel

Es gibt Namen, die eine Hypothek mitbringen. Der Audi A2 gehört zweifellos dazu. Denn zur Wahrheit der A2-Geschichte gehört auch: Damals blieb die Käuferschaft für den Kleinwagen aus – trotz innovativer Alu-Karosse, Aerodynamik-Rekorden und nie gekanntem Mini-Verbrauch. Droht der elektrischen Neuauflage angesichts des hohen Preises das gleiche Schicksal?

Wieder soll der A2 zeigen, wie effizient ein kompaktes Auto sein kann. Diesmal besteht die Karosserie allerdings nicht aus Aluminium, und unter der kurzen Haube arbeitet kein Dreizylinder-TDI. Der neue A2 E-Tron fährt rein elektrisch und übernimmt nahezu sämtliche Teile seiner Technik aus dem weiterentwickelten Elektrobaukasten des VW-Konzerns.

Bis zu 470 Kilometer Reichweite

Mit Feinschliff beim Antrieb und einer effizienteren Leistungselektronik im Boden des 4,30 Meter langen A2 E-Tron haben die Entwickler für mehr Effizienz gesorgt. Ihr Fokus lag vor allem auf der Aerodynamik. Neben der Karosserieform, die sofort klar als A2 zu erkennen und besonders strömungsgünstig ist, hat man mit vielen kleinen Massnahmen eine Verbesserung gegenüber den Konzerngeschwistern ID.3 Neo und Cupra Born erreicht. Ob spezieller Bugspoiler, Air Curtains an den Vorderrädern oder Fugenabdichtungen: Jede Detailarbeit senkt den Luftwiderstand. Das ergibt einen Cw-Wert von nur 0,24 – Bestwert im Segment.

Auf gehts im 190 PS (140 kW) starken Testwagen mit 58-kWh-Akku. Die Testroute von Kopenhagen nach Schweden bietet ideale Bedingungen: kaum Verkehr, flaches Land und angenehme 25 Grad. Weder Motor noch Klimatisierung müssen sich anstrengen. Am Ende der Fahrt notiert der Bordcomputer bemerkenswert sparsame 12,3 kWh/100 km. Rechnerisch wären so rund 470 Kilometer Reichweite möglich.

Wer den A2 etwas motivierter durch den Verkehr treibt, muss allerdings nur unwesentlich höhere Verbräuche verkraften. So liegt der Verbrauch nach dem zweiten Teil unserer Fahrt bei für den Alltag realistischeren 14,5 kWh/100 km. So würden rund 400 Kilometer drin liegen. Der Heckmotor reagiert bei dynamischerer Gangart spontan und beschleunigt den A2 mit ordentlichem Nachdruck. Die Leistung reicht im Alltag mehr als aus und passt gut zum Charakter des Autos. Am Schnelllader wird mit maximal 105 kW gezapft – kein Rekordwert, aber für den Alltag allemal tauglich.

Zurück zu alten Werten

Die grösste Überraschung wartet im Innenraum. Dieser vermittelt wieder jene Sorgfalt, mit der Audi über viele Jahre den Massstab im VW-Konzern setzte. Das beginnt bei den Materialien, setzt sich über die Druckpunkte der Bedienelemente fort und endet bei einem Detail, das in Datenblättern nicht vorkommt: Der A2 E-Tron riecht gut. Nicht nach künstlicher Beduftung, aber vor allem nicht nach Kostenoptimierung. Er riecht so, wie es für einen neuen Audi früher selbstverständlich war. 

Auch die Haptik überzeugt: Audi erfindet den Kompakt-Stromer zwar nicht neu, veredelt ihn aber dort, wo die Kunden den Unterschied jeden Tag wahrnehmen. Das betrifft Materialqualität, Sitze, Akustik und die Entkopplung von Fahrbahn- und Windgeräuschen.

Der Allrad bleibt weg

Weniger eindeutig fällt das Urteil beim Federungskomfort aus. Unser Prototyp stand auf optionalen 19-Zoll-Rädern. In dieser Konfiguration wirkt das Fahrwerk recht straff. Der Audi federt kurze Unebenheiten nicht unsauber weg, reicht sie aber deutlich an die Insassen weiter. Diese trockene Reaktion schafft eine präzise Anbindung und hält die Karosserie gut unter Kontrolle, wirkt im Alltag aber nicht immer harmonisch. Die serienmässigen 18-Zöller dürften für komfortbewusstere Kunden die passendere Wahl sein.

Die Lenkung arbeitet leichtgängig und ausreichend präzise. Der tiefe Schwerpunkt und der Hinterradantrieb geben dem A2 ein neutrales, berechenbares Fahrverhalten. Ein Kurvenräuber ist die 190-PS-Version nicht. Sie will es jedoch auch nicht sein, schliesslich muss für die grösseren Motorisierungen noch Luft nach oben sein. Spannend: Wie schon beim Vorgänger wird es auch den elektrischen A2 nicht mit Allrad geben. Selbst die Topmodelle mit 231 PS und 326 PS (170 und 240 kW) werden reine Heckantrieb-Versionen bleiben.

Preis wohl unter 40'000 Franken

Der A2 bietet dank der vom Vorgänger inspirierten Silhouette mit dem hohen Heck auch im Fond viel Bewegungsfreiheit. Für den jüngsten E-Tron-Spross bleibt als Argument gegenüber dem ID.3 Neo und Cupra Born vor allem die bessere Verarbeitungsqualität und der Feinschliff bei der Aerodynamik. Der Papier-Vorsprung von unter 50 Kilometern Reichweite spielt im Alltag kaum eine Rolle. Entscheidender ist der Preis. Dieser ist noch nicht bekannt, dürfte aber bei knapp unter 40'000 Franken starten. Audi enthüllt den A2 im Herbst, der Marktstart erfolgt dann Ende Jahr oder Anfang 2027.

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