Darum gehts
- Der Ferrari 849 Testarossa beeindruckt als strassenzugelassener V8-Plug-in-Hybrid
- Mit 1050 PS und 842 Nm Drehmoment erreicht er 100 km/h in 2,3 Sekunden
- Der Einstiegspreis liegt bei rund 490'000 Franken, Spider-Version kostet 50'000 mehr
Die Kraft ist gewaltig, als ich am Kurvenausgang das Gaspedal durchtrete. Die beiden Turbolader setzen nach wenigen Millisekunden ein und katapultieren mich Richtung nächste Kehre. Schnell erreicht der hinter mir sitzende V8-Motor den roten Drehzahlbereich und ich hämmere per Schaltwippe am Lenkrad den vierten Gang ins Getriebe. Ich fühle mich wie Ferrari-F1-Pilot Lewis Hamilton (41), als ich auf der Start-Ziel-Geraden 270 km/h im Display ablese, bevor ich den Galopp mit einem beherzten Tritt in die Eisen bremsen muss.
Ich befinde mich auf der Rennstrecke Monteblanco in der Nähe von Sevilla (Sp) und darf das neuste Pferd aus dem Ferrari-Rennstall testen. Nein, nicht den F1-Boliden für die Saison 2026, sondern den für die Strasse zugelassene 849 Testarossa.
Hommage an Testarossa-Rennwagen
Der Name dürfte Fans bekannt vorkommen: Testarossa hiess nicht nur der in den 1980er-Jahren in der Fernsehserie Miami Vice berühmt gewordene Sportwagen, sondern auch diverse für Ferrari wichtige Rennwagen aus den 50er- und 60er-Jahren. Und dass der Nachfolger vom 2019 enthüllten SF90 Stradale jetzt auch diesen Namenszusatz bekommt, ist kein Zufall. Denn der 849 zelebriert 70 Jahre seit dem ersten Testarossa-Fahrzeug 500 TR von 1956. Die Zahlen 849 stehen hingegen für 8 Zylinder und einem Hubraum von 499 Kubikzentimetern pro Zylinder.
Optisch orientiert sich das Auto eher an Ferraris Tradition der Sportprototypen als an klassische Strassensportautos. Die scharfen, geometrischen Linien und die kantigen Formen verweisen auf die 1970er-Jahre, am deutlichsten am Heck, wo die Doppelheckarchitektur an die Ferrari 512 S und 512 M erinnert. Diese Doppelhecks schauen nicht nur chic aus, sondern integrieren eine aktive Aerodynamik und erzeugen 415 Kilogramm Abtrieb bei 250 km/h.
Fahrerorientierter Innenraum
Da der 849 Testarossa der Nachfolger des SF90 Stradale ist, kommt auch er mit einem imposanten 1050 PS (772 kW) starken V8-Plug-in-Hybridantrieb mit drei E-Motoren daher. Für Rennstrecken-orientierte Fahrerinnen gibts das Assetto-Fiorano-Paket, das unter anderem zusätzliche Heckspoiler und mehr Karbonteile aufweist als der gewöhnliche 849. Auf der Strecke fühle ich mich extrem wohl mit dem elektrifizierten Testarossa: Er ist einfach zu beherrschen, lenkt direkt ein, hängt wunderbar am Gas und beschleunigt enorm schnell – in unter 2,3 Sekunden wird die Zahl auf dem Tacho dreistellig, nach weiteren vier Sekunden fällt die 200-km/h-Marke.
Doch der 1,23 Meter flache Bolide fühlt sich nicht nur auf der Rennstrecke wohl. Ich wechsle das Terrain, biege auf spanische Landstrassen ab und stelle den Fahrmodus über den klassischen Manettino-Schalter von Race auf Sport. Der Innenraum ist voll auf den Fahrer ausgerichtet. Bei der Bedienung des Multimediasystems hat Ferrari auf die Kundschaft gehört und wieder physische Knöpfe am Lenkrad verbaut. In diesem Zuge kehrt auch der klassische rote Startknopf zurück.
Elektrisch selbst auf der Autobahn
Neben den Fahrmodi wählt man auch einen der vier Hybridmodi am Lenkrad aus. Ich teste den elektrischen Antrieb: Im E-Modus arbeiten lediglich die vorderen zwei E-Maschinen, die 220 PS (162 kW) an die beiden Räder übertragen. Das ermöglicht rein elektrisches Fahren für rund 25 Kilometer und bis zu 130 km/h. Schaltet sich im Hybridmodus der Verbrenner dazu, geschieht dies zwar hörbar, doch ohne jegliches Ruckeln. Das Zusammenspiel der beiden Antriebe funktioniert hervorragend.
Antrieb Vierliter-V8-Biturbobenziner + 3 E-Motoren, Systemleistung 1050 PS (772 kW), 842 Nm, 8-Gang-Automatikgetriebe, Allradantrieb, Batterie 7,5 kWh (brutto)
Fahrleistungen 0 bis 100 km/h in 2,3 s, Spitze 330 km/h, elektrische Reichweite 25 km
Masse L/B/H 4,72/2,00/1,23 m, Leergewicht 1570 kg, Laderaum 74 l
Umwelt WLTP 9,3 l/100 km, 212 g/km CO₂-Ausstoss lokal, Energieeffizienz F
Preis ab 491'121 Franken, Spider ab 537'952 Franken
Antrieb Vierliter-V8-Biturbobenziner + 3 E-Motoren, Systemleistung 1050 PS (772 kW), 842 Nm, 8-Gang-Automatikgetriebe, Allradantrieb, Batterie 7,5 kWh (brutto)
Fahrleistungen 0 bis 100 km/h in 2,3 s, Spitze 330 km/h, elektrische Reichweite 25 km
Masse L/B/H 4,72/2,00/1,23 m, Leergewicht 1570 kg, Laderaum 74 l
Umwelt WLTP 9,3 l/100 km, 212 g/km CO₂-Ausstoss lokal, Energieeffizienz F
Preis ab 491'121 Franken, Spider ab 537'952 Franken
Der Testarossa sorgt nie für rote Köpfe, so ruhig und leicht lässt er sich pilotieren. Auch auf kurvigeren Landstrassen drehe ich nicht im roten Bereich: Die Bremsen lassen sich, anders als bei den meisten Plug-in-Hybriden, extrem präzise dosieren und beissen kräftig zu. Trotz 4,72 Metern Länge wirkt der Ferrari erstaunlich agil und flitzt dank der variablen Traktionskontrolle mühelos um den Scheitelpunkt der Kurve. Die Beschleunigung aus den unteren Drehzahlen erfolgt dank der E-Power so rasant wie die Gangwechsel. Dabei fühlt sich der Testarossa nie nach unbeherrschbarem Supersportwagen an, der einen Rennprofi am Steuer voraussetzt.
Die Kehrseite all dieser Kontrolle ist, dass der 849 Testarossa nicht das intensivste Ferrari-Erlebnis bietet. Bei anderen Modellen steigt man schweissgebadet mit tauben Ohren und rotem Kopf aus dem Cockpit – wer dieses Erlebnis sucht, findet bei Ferrari andere Alternativen. Was der 849 Testarossa mit anderen Modellen der Italiener gemein hat, ist sein wichtiger Preis, der bei rund 490'000 Franken startet. Der offene Spider schlägt mit nochmals knapp 50'000 Franken mehr zu Buche.
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