Darum gehts
- Jeder vierte neue Lastwagen in der Schweiz fährt rein elektrisch
- Bund fördert neu die KMU-Ladeinfrastruktur mit bis zu 40 Prozent Zuschuss
- 26,8 Prozent der 1073 neuen schweren Nutzfahrzeuge im ersten Quartal waren Elektro-Modelle
Schweizer Nutzfahrzeuge stehen vermehrt unter Strom. Von Januar bis März 2026 war jeder vierte neu zugelassene Lastwagen ein Elektrofahrzeug. Inwiefern hier bereits der höhere Ölpreis wegen des Iran-Krieges eine Rolle spielte, ist unklar.
Eindeutig sind dafür die Zahlen von Auto-Schweiz: Im ersten Quartal wurden 1073 schwere Nutzfahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht zugelassen. Der Elektro-Anteil lag bei 26,8 Prozent. Die Elektrifizierung geht auch bei den schweren Lastwagen über 16 Tonnen voran: In dem Segment waren 25,1 Prozent der Neuzulassungen reine Stromer.
KMUs erhalten Geld für Ladeinfrastruktur
Ein wichtiger Grund für den Erfolg der E-Lastwagen ist laut Auto-Schweiz das Fördersystem. Der Bund fördert neu die nicht-öffentliche Ladeinfrastruktur in KMUs mit bis zu 40 Prozent Zuschuss. Zudem sind elektrische Lastwagen bis mindestens 2029 von der Schwerverkehrsabgabe LSVA ausgenommen.
«Die Elektrifizierung bei den Nutzfahrzeugen gewinnt an Dynamik», sagt Thomas Rücker, Direktor von Auto-Schweiz. «Das zeigt, dass der Markt in einem stimulierenden regulatorischen Umfeld funktioniert.»
Elektro-Lieferwagen dürfen schwerer sein
Weniger gut läuft es bei den emissionsfreien schweren Nutzfahrzeugen bis maximal 4,25 Tonnen. Die elektrischen Lieferwagen machten im ersten Quartal nur 5 Prozent der Neuzulassungen bei Nutzfahrzeugen in der Gewichtsklasse von 3,5 bis 16 Tonnen aus.
Die Fahrzeugkategorie werde weiterhin von regulatorischen Hürden ausgebremst, moniert Auto-Schweiz. Doch eine Lösung ist in Sicht: Der Bundesrat setzte im September das Ziel, Elektro-Nutzfahrzeuge bis 4,25 Tonnen weitgehend den herkömmlichen Lieferwagen bis 3,5 Tonnen gleichzustellen.