Voller E-Auto-Akku in wenigen Minuten
Laden bald so schnell wie Tanken

Elektroautos boomen: 2025 machten sie in der Schweiz fast 25 Prozent der Neuzulassungen aus. Die Ladeinfrastruktur wächst – und das europaweit. Dabei werden die Ladestopps auf Langstrecken immer kürzer und dauern schon heute dank Hyperchargern kaum länger als tanken.
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Die E-Mobilität nimmt Fahrt auf: Bereits jeder dritte Neuwagen war 2025 in der Schweiz ein Steckerfahrzeug. Auch in Europa nimmt der Anteil der Stromer bei den Verkäufen stetig zu.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Schweiz bietet 68 Ladepunkte pro 100 km und nimmt europaweit einen Spitzenplatz ein
  • Grosse Ladeanbieter wie Fastned bringen immer schnellere Ladestationen mit bis zu 1000 kW Leistung auf den Markt
  • Neue Modelle laden an den Hyperchargern in wenigen Minuten Strom für hunderte Kilometer Reichweite
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Die E-Mobilität ist längst keine Randerscheinung mehr – rein elektrisch angetriebene Modelle gehören heute fest zum Schweizer und europäischen Strassenbild. Das belegen die aktuellen Zulassungszahlen. In der Schweiz stieg 2025 der Marktanteil der reinen Stromer auf knapp 25 Prozent. Und auch gesamteuropäisch wächst ihr Anteil: Knapp 18 Prozent aller Neuzulassungen waren letztes Jahr E-Autos. Als Paradebeispiel kann Norwegen mit einer Zulassungsquote von 96 Prozent aufgeführt werden. Dort werden Stromer schon lange subventioniert und Verbrennermodelle mit hohen Steuern belegt.

Die Infrastruktur ist da

Für den Erfolg der Elektromobilität spielt vor allem die Ladeinfrastruktur eine zentrale Rolle. Ein häufiges Argument gegen den Kauf eines E-Autos sind zu wenige Ladepunkte oder zu lange Ladezeiten. Doch mit immer mehr modernen Ladeparks verlieren diese Bedenken zunehmend an Bedeutung. So entsteht etwa in Landquart bis März der grösste Schnellladepark der Schweiz mit insgesamt 30 Ladepunkten.

Gemäss aktuellen Zahlen sind in der Schweiz bereits über 19’000 Ladestationen in Betrieb. Entscheidend ist aber die Dichte des Ladenetzes. Hier gilt die Schweiz mit rund 68 öffentlichen Ladepunkten pro 100 Kilometer Strasse zu den Ländern mit der dichtesten Ladeinfrastruktur Europas. Lediglich Dänemark, Luxemburg und die Niederlande verfügen über ein noch dichteres Netz. Insgesamt stehen in Europa schon über eine Million Ladepunkte zur Verfügung.

Immer mehr Stationen – vor allem entlang der Autobahnen – sind sogenannte Hypercharger, die mit Leistungen von bis zu 400 Kilowatt Strom in die Batterien pressen. Bisher stellten die Stationen von bekannten Anbietern wie Ionity maximal 350 kW in Aussicht. Der Zweck ist klar: Je höher die Leistungen, desto mehr Reichweite zapfen die Autos in kürzerer Zeit. Und immer mehr Modelle erreichen diese beeindruckende Ladeleistung bereits heute:

Marke und Modell Maximale Ladeleistung in kW Ladedauer 10–80 % in Minuten
Audi E-Tron GT32018
BMW iX340021
Lotus Emeya42015
Lucid Gravity40026
Mercedes GLC EQ33022
MG IM639617
Polestar 535022
Porsche Cayenne Electric39016
Smart #540018
Volvo EX6040018
XPeng G952512
Zeekr 7X48016

Neben hochpreisigen Luxusmodellen wie etwa dem Audi E-Tron GT, der als einer der ersten Stromer bereits zum Marktstart 2021 Ladeleistungen von bis zu 270 kW versprach, laden inzwischen auch Mittelklassefahrzeuge in rasantem Tempo. Neue Modelle wie BMW iX3 oder Mercedes CLA und GLC füllen die Akkus mit bis zu 400 kW und laden so in nur zehn Minuten Energie für mehr als 300 Kilometer nach. Auch chinesische Hersteller drängen mit preislich attraktiven Modellen auf den Markt. So laden etwa der MG IM5 und IM6 oder die Topmodelle der Newcomer-Marken XPeng und Zeekr ebenfalls schon mit 400 kW und mehr – bei vergleichsweise moderaten Preisen (auch interessant: Auf diese Chinastromer kann sich die Schweiz freuen).

Als technologisches Extrembeispiel gilt derzeit die Edelmarke Denza des chinesischen Megakonzerns BYD. Der im Frühjahr auch in Europa startende Elektro-Shooting-Brake Z9 GT soll Ladeleistungen von bis zu 1000 kW unterstützen und an einer Megawatt-Ladestation den 100-kWh-Akku in wenigen Minuten füllen. In China möchte BYD bald weitere Modelle auf den Markt bringen und ein Netz mit über 4000 Ladestationen aufbauen, die über entsprechende 1000-kW-Säulen verfügen.

Bis solche Systeme flächendeckend in Europa verfügbar sind, dürfte es noch dauern. Vorerst bleibt das Megawatt-Laden eine technologische Vorschau auf die Zukunft der Elektromobilität. Gleichzeitig arbeiten Ladeanbieter bereits heute daran, ihre Infrastruktur weiter auszubauen und höhere Ladeleistungen zu ermöglichen. So zeigte eine 600-kW-Ladestation von Avia Volt an der Auto Zürich 2024, dass entsprechende Technologien keine Zukunftsmusik mehr sind.

Ausbau und Überarbeitung

Fastned, der grösste Ladeanbieter der Schweiz, investiert kontinuierlich in den Ausbau und die Modernisierung seiner Stationen und setzt dabei wie auch Konkurrentin Electra vor allem auf Wachstum in urbanen Gebieten abseits der Autobahnen, wo der Bedarf hoch und der Platz begrenzt ist. Aktuell betreibt das Unternehmen in der Schweiz und in Deutschland überwiegend Stationen mit bis zu 300 kW, wobei ein Grossteil bereits mit 400-kW-Ladern ausgestattet ist. Gleichzeitig wird in den Niederlanden eine neue Generation von Ladeparks getestet, die Leistungen von bis zu einem Megawatt ermöglichen.

Die Megawatt-Ladesysteme verteilen ihren Strom über ein zentrales Power Cabinet auf bis zu vier Säulen mit je zwei Ladepunkten. Dies ermöglicht das gleichzeitige Laden von bis zu acht Elektrofahrzeugen mit dynamischer Leistungsverteilung auf die einzelnen Ladepunkte – oder das Laden eines einzelnen Fahrzeugs mit bis zu 600 kW. Entsprechend ausgerüstete Stromer können so in weniger als acht Minuten eine Reichweite von bis zu 300 Kilometer aufladen. Damit dauert das Füllen der E-Auto-Batterie dann nicht mehr länger als der Stopp an der Tankstelle – und macht die Elektromobilität endgültig langstreckentauglich.

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