Darum gehts
- JetZero entwickelt in Kalifornien einen revolutionären V-förmigen Passagierjet
- Treibstoffverbrauch soll bis zu 50 Prozent geringer sein als bisher
- Geplante Reichweite: 9000 km, Einführung frühestens in den 2030er-Jahren
Seit vielen Jahren gleichen Passagierjets einer langen Röhre. Doch nun will ein Unternehmen in Kalifornien dies ändern. Die 2021 gegründete Firma JetZero plant einen Jet, bei dem Rumpf und Tragfläche verschmelzen.
Grosser Vorteil des V-förmigen Fliegers: Der Treibstoffverbrauch soll im Vergleich zu herkömmlichen Passagierflugzeugen um bis zu 50 Prozent sinken. Das ist attraktiv für Fluggesellschaften. Denn diese stehen unter Druck, ihren CO₂-Ausstoss zu senken.
Grosses Interesse der Airlines
Bereits 20 Airlines haben Interesse am Z4 genannten Projekt angemeldet, darunter grosse Player wie Japan Airlines, Gulf Air und United. Delta unterhält eine offizielle Partnerschaft mit dem Start-up und hilft unter anderem beim Design der Kabine.
Ein erster Prototyp soll schon nächstes Jahr abheben. Wenn alles gut läuft, ist die Einführung des 250-Sitze-Fliegers in den frühen 2030er-Jahren möglich, berichtete kürzlich das «Wall Street Journal». Mit einer Reichweite von rund 9000 Kilometern könnte der JetZero-Flieger dann das Segment der in die Jahre gekommenen Boeing 767 angreifen.
Keine Fenster für Passagiere
Für die Passagiere ergeben sich aus dem neuen Flugzeugdesign Vor- und Nachteile. Positiv: Vier Gänge bieten zusätzlichen Platz, um sich die Füsse zu vertreten. Und auch das Anstehen vor der Toilette wird dank Wartebereichen weniger mühsam.
Schattenseite des neuen Designs: In den Kurven wirken stärkere Kräfte auf die Passagiere. Fluggästen könnte es deshalb schneller schlecht werden. Ausserdem ist es schwierig, Seitenfenster für Passagiere anzubringen, weshalb JetZero darauf verzichten will.
Staat hilft bei der Finanzierung
Bis der Flieger abhebt, sind Milliardeninvestitionen nötig. Mitte Juli unterschrieb das Start-up eine Absichtserklärung mit der staatlichen US-Export-Import-Bank EXIM zur Finanzierung eines Werks für bis zu 3 Milliarden Dollar.
Doch die Hürden für ein neues Flugzeugdesign sind hoch. Zahlreiche Teile müssen zertifiziert werden und auch an den Flughäfen wären Änderungen nötig, damit der JetZero-Flieger abheben kann. Kein Wunder sind alle bisherigen Blended-Wing-Projekte gescheitert.