Ein Blick in die Verkaufsstatistik offenbart: Schweizerinnen und Schweizer greifen beim Autokauf weiterhin lieber zum klassischen Verbrenner als zum Elektroauto. Doch nicht nur das: Der Marktanteil von reinen Stromern ist in den ersten sechs Monaten 2024 im Vergleich zum Vorjahr von 18,7 auf 17,6 Prozent geschrumpft, bei den absoluten Zahlen mussten E-Autos sogar einen Rückgang von 7,7 Prozent hinnehmen! Wurden von Januar bis Juni 2023 noch 23'164 E-Autos in der Schweiz und Liechtenstein verkauft, waren es dieses Jahr nur noch 21'387. Im Juni verzeichnete die Importeursvereinigung Auto Schweiz ein Minus von fast 20 Prozent.
Interessant: E-Auto-Pionier Tesla führt die Statistik der meistverkauften Modelle wie schon im letzten Jahr weiterhin souverän an und konnte bei den Verkäufen sogar um 20 Prozent zulegen. Allein der Bestseller Model Y verkaufte sich bis Ende Juni über 3800 Mal. Wir haben uns die Verkaufszahlen der weiteren neun führenden Automarken genauer angeschaut und wollten wissen, wie weit die etablierten Hersteller tatsächlich von Tesla entfernt sind – und bei welcher Marke die Unlust der Schweizer Kunden auf Stromer besonders gross ist.
Audi – Unlust: mittel
Im letzten Jahr rangierte Audis kompakter Q4 E-Tron noch auf Platz 7 der Schweizer Autobestseller-Liste (3666 Verkäufe) und musste sich intern nur dem konventionellen Q3 (4083) geschlagen geben. Doch die Elektro-Verbrenner-Lücke ist 2024 gewachsen: Nach sechs Monaten haben sich erst 1019 Kunden für den Q4 entschieden – für den Q3 nahezu doppelt so viele (2018). Audis E-Hoffnungsträger Q6 E-Tron startet erst in den nächsten Wochen zu Preisen ab 79'900 Franken. Kurze Zeit später rollt dann der rein elektrische Nachfolger des A6 an den Start – doch auch er dürfte alles andere als ein Schnäppchen werden. Audis Luxusstromer Q8 und E-Tron GT gehen sogar erst ab ziemlich massenuntauglichen 88'150 bzw. 129'900 Franken los.