Alter Name, neue Technik
Ford legt Capri als Elektro-SUV neu auf

In den 1970er- und 80er-Jahren war der Capri ein Sportwagen fürs kleine Budget. Jetzt legt Ford das Kultmodell neu auf – allerdings als elektrischen Mittelklasse-SUV auf VW-Basis. Blick hat alle Infos.
Publiziert: 15:14 Uhr
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Aktualisiert: 16:16 Uhr
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Die erste Generation des Ford Capri feierte 1968 Premiere. Das Sportcoupé wurde auch dank seines bezahlbaren Preises zum Grosserfolg.
Patrick Solberg

Der US-Mutterkonzern hats vorgemacht – jetzt legen die Europäer nach. Nachdem Ford die Sportwagen-Ikone Mustang mit dem Elektro-Crossover Mustang Mach-E vor wenigen Jahren in die elektrifizierte Neuzeit holte, wollen die Verantwortlichen in der Europazentrale in Köln (D) nun einen ähnlichen Weg gehen: Der Ford Capri, nach seiner Vorstellung 1968 in den bunten 1970er- und 1980er-Jahren ein ebenso emotionaler wie bezahlbarer Sportwagen mit Kultcharakter, wird neu aufgelegt. Er basiert wie das noch etwas kompaktere Schwestermodell Explorer auf dem modularen Elektrobaukasten des Volkswagen-Konzerns und ist daher mit den gleichen Antrieben wie Cupra Tavascan, Skoda Enyaq oder eben VW ID.4 und ID.5 unterwegs.

Ford feiert – die Fans auch?

Der grösste Unterschied zum 16 Zentimeter kürzeren Explorer ist das Design: Der 4,63 Meter lange Capri Electric nimmt mit seinem sanft auslaufenden Heck zumindest vage visuelle Anleihen an seinen Verbrenner-Urahn. «Wir feiern unsere Tradition und erfinden unsere Zukunft neu», freut sich Amko Leenarts, Designdirektor bei Ford Europa: «Mit einem Fahrzeug, das nur Ford bauen kann. Die Legende ist zurück.»

Wie die gedankliche Reminiszenz an den puristischen Coupé-Zweitürer der 70er bei den Ford-Fans und potenziellen Kunden ankommt, muss sich zeigen. In den USA hatte es jedenfalls einen lauten Aufschrei gegeben, als die Bezeichnung Mustang für das Elektromodell Mach-E arg gedehnt wurde. Geschadet hat es den Verkäufen letztlich nicht, doch der grosse Mustang-Boom blieb aus. Ford verspricht sich von der Bezeichnung Capri jedenfalls Rückenwind für die noch schleppenden Elektro-Verkaufszahlen.

Auch mit Allrad

Der sportliche Anspruch des Newcomers soll durch den elektrischen Antrieb unterstrichen werden. Der Kunde hat dabei die Wahl zwischen einem Hecktriebler – wie einst im Capri – mit 286 PS (210 kW) und 545 Nm sowie einem Allradler mit 340 PS (250 kW) und 679 Nm Drehmoment. Damit sprintet der E-Capri in 6,4 bzw. 5,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Die beiden Akkupakete mit 77 bzw. 79 Kilowattstunden (kWh) Kapazität sollen für Reichweiten bis 620 Kilometer sorgen.

Während der knapp über zwei Tonnen schwere Hecktriebler mit maximal 135 kW am DC-Schnelllader Strom zapft (10–80 % in 28 min), sinds beim Allradler in der Extended-Range-Variante bis zu 185 kW (10–80 % in 26 min). Obwohl der Antrieb identisch mit Modellen wie dem soeben vorgestellten VW ID. Buzz GTX ist, darf der Ford Capri bis zu 180 km/h schnell fahren, während bei den meisten VW-Stromern bereits bei 160 km/h abgeriegelt wird.

Preise über 50'000 Franken

«Eine Legende wie den Ford Capri neu zu interpretieren, stellt eine grosse Herausforderung dar. Das neue Modell bringt frischen Wind in die Welt der Elektroautos und kann einer ganz neuen Generation von Autofahrern den Spirit eines kultigen Klassikers vermitteln», hofft Jon Williams, verantwortlich für die elektrischen Ford-Modelle in Europa.

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Je nach Ausstattungsvariante bietet der E-Capri, der auf 19-, 20- oder 21-Zoll grossen Rädern anrollt, eine breite Auswahl an Fahrerassistenzsysteme sowie Ausstattungsdetails wie elektrische Heckklappe, Matrix-LED-Scheinwerfer, beheizte Massagesitze, Panoramadach, Wärmepumpe oder Premium-Soundsystem. Der zentrale 14,6-Zoll-Touchscreen ist serienmässig an Bord. Das Ladevolumen kann sich mit zwischen 570 und 1510 Litern ebenfalls sehen lassen.

Die Extended-Range-Version des Ford Capri mit Heckantrieb startet ab 53'900 Franken. Auch beim Preis hat die Neuauflage nicht mehr viel mit seinem bezahlbaren Urahn gemein.

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