China holt auf, Europa verliert massiv
Die Auf- und Absteiger des Schweizer Autojahres 2025

China heisst der grosse Gewinner auf dem Schweizer Automarkt 2025. Gleich drei Marken aus Fernost glänzen mit satten Zuwächsen. Während der VW-Konzern seine Vormachtstellung halten kann, stürzen andere Marken tief in die roten Zahlen.
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Die Schweizer Autoimporteure verzeichnen die tiefsten Verkaufszahlen seit 25 Jahren. 2025 geht für viele Hersteller damit als Katastrophenjahr in die Geschichte ein.
Foto: STEFAN BOHRER

Darum gehts

  • Trotz schwacher Verkaufszahlen konnten Steckerfahrzeuge 2025 in der Schweiz zulegen
  • Gewinner auf dem Markt sind die chinesischen Hersteller sowie Renault und Volkswagen
  • Stellantis, Tesla und die japanischen Hersteller müssen teils herbe Verluste einstecken
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Für die Schweizer Autoimporteure geht ein rabenschwarzes Jahr zu Ende. Mit knapp 234'000 verkauften PWs ist es das schlechteste Ergebnis seit 25 Jahren – die Corona-Jahre einmal ausgeklammert. Vor der Pandemie wurden bei uns bis zu 300'000 Autos pro Jahr neu zugelassen. Über die Gründe des historischen Tiefs lässt sich nur spekulieren. Peter Grünenfelder (58), Präsident der Importeursvereinigung Auto Schweiz, gibt etwa der fehlgeleiteten Schweizer Klimapolitik mit ihren europaweit einzigartig tiefen CO₂-Zielen die Schuld.

Grünenfelder kritisiert auch die Rahmenbedingungen für Elektrofahrzeuge scharf: Die Strompreise seien zu hoch, die Anzahl öffentlicher Ladestationen zu niedrig. Allerdings: Obwohl das einst von alt Bundesrätin Simonetta Sommaruga (65) ausgegebene Ziel von 50 Prozent Steckerfahrzeugen (reine Stromer und Plug-in-Hybride) für das Jahr 2025 klar verfehlt wurde, verzeichnen beide Antriebsarten deutliche Zuwächse. Der Marktanteil reiner E-Autos stieg von 19,3 auf 22,8 Prozent, derjenige der wiederaufladbaren Plug-in-Hybride von 8,7 auf 11,2 Prozent. Gemeinsam kommen Steckerfahrzeuge somit auf einen Marktanteil von 34 Prozent. Weitere 35 Prozent machen Hybride ohne Stecker aus, nur noch 31 Prozent entfallen auf reine Benziner und Diesel.

Gewinner kommen aus China

Was ein genauer Blick auf die Neuzulassungszahlen ausserdem zeigt: Nicht jede Marke verzeichnete 2025 ein Katastrophenjahr. Wenig überraschend legen vor allem die chinesischen Newcomer deutlich zu. Überflieger des Jahres ist das zum Stellantis-Konzern gehörende China-Start-up Leapmotor (hier gehts zum Test des Familien-SUVs C10), das in der Schweiz von Grossimporteur Emil Frey vertrieben wird und mit Kampfpreisen den Markt aufmischt. 940 verkaufte E-Autos entsprechen einem Plus von sage und schreibe 15'567 Prozent! Fairerweise muss erwähnt werden, dass Leapmotor erst Anfang 2025 so richtig in der Schweiz loslegte und die sechs zugelassenen Fahrzeuge 2024 so kaum als Benchmark gelten.

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China-Start-up Leapmotor ist der Überflieger des Jahres. 940 verkaufte E-Autos wie der Familien-SUV C10 ...
Foto: Lorenzo Fulvi

Der nach pompöser Markteintrittsshow im Frühjahr 2025 verhalten gestartete Megakonzern BYD konnte seine Verkaufszahlen bis Jahresende ebenfalls signifikant steigern. 969 verkaufte Stromer und Plug-in-Hybride wirken im Vergleich zur riesigen Medienpräsenz zwar immer noch bescheiden, entsprechen unter dem Strich aber einer Steigerung von 2100 Prozent gegenüber 2024, wo bereits 44 Modelle als Direktimporte in die Schweiz gelangten. Als heimlicher Gewinner der China-Offensive kann aber die einst britische Traditionsmarke MG gesehen werden, die bereits im Vorjahr 679 Autos verkaufte und den Wert nun um 441 Prozent auf 3673 Neuzulassungen steigern konnte. Damit überholt MG mit seiner Tiefpreisstrategie schon nach wenigen Jahren auf dem Schweizer Markt etablierte Marken wie Citroën (2746), Honda (2401), Mazda (2836) oder Opel (3348).

Und noch weitere chinesische Autobauer haben sich in Lauerstellung gebracht: Die im Herbst mit den SUVs G6 und G9 bei uns gestartete Marke XPeng konnte immerhin schon 60 Fahrzeuge absetzen, der zum Geely-Konzern (u. a. Smart und Volvo) gehörende Autobauer Zeekr 132. Beide Marken, die den Spagat zwischen edel und preiswert schaffen wollen, dürften 2026 deutlich zulegen.

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Amag mit starkem Ergebnis

Doch auch einige europäische Marken konnten 2025 entgegen dem Trend zulegen. So verzeichnete Renaults Sporttochter Alpine ein Plus von 189 Prozent, auch wenn der Zuwachs bei den absoluten Zahlen von 129 auf 373 verkaufte Modelle bescheiden ausfällt. Renaults Billigtochter Dacia konnte mit 8833 Neuzulassungen ebenfalls zulegen (+ 12,9 %). Eindrücklicher erscheint aber der starke Auftritt des grössten Schweizer Importeurs Amag. Bis auf Premium-Tochter Audi (– 4,2 %) stiegen bei den übrigen Marken die Verkaufszahlen an.

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Doch es gibt auch europäische Gewinner auf dem Schweizer Markt, etwa Renaults Sporttochter Alpine mit dem Elektro-Kleinwagen A290.
Foto: DPPI

So verzeichnet VW einen Zuwachs von 6,4 Prozent auf 25'607 Neuzulassungen und bleibt damit zum 27. Mal in Folge die meistgekaufte Automarke der Schweiz. Auch Skoda, seit letztem Jahr die Nummer 2 auf dem Schweizer Markt, legte um 5,6 Prozent auf 22'290 Neuzulassungen zu und ist der Kernmarke VW damit immer deutlicher auf den Fersen. Ebenfalls noch knapp im Plus: Seat bzw. Sporttochter Cupra, die mit 9904 verkauften Modellen um 1,4 Prozent zulegen kann.

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Nicht nur Tesla in der Krise

Anders dürfte die Stimmungslage bei anderen einst grossen Playern sein. Während Jaguar nur noch ältere Modelle abverkauft, mit 161 Neuzulassungen ein Minus von 50,8 Prozent verzeichnet und mit Hochdruck am Neustart als Luxus-Elektromarke 2027 tüftelt (hier der Hintergrundbericht), scheint der Einbruch beim einst so stolzen italienischen Autobauer Fiat noch dramatischer. 1687 Neuzulassungen ergeben ein Minus von exakt 50 Prozent! Die wie Fiat zum riesigen Stellantis-Konzern (u. a. Citroën, Peugeot) gehörende Luxus-Sportwagentochter Maserati fällt ebenfalls dramatisch um 45,8 Prozent auf kaum mehr nennenswerte 226 Neuzulassungen.

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Anders dürfte die Stimmungslage bei anderen einst grossen Playern sein. Während Jaguar nur noch ältere Modelle wie den F-Pace abverkauft, ...
Foto: ZVG.

Dass Tesla mit 6448 verkauften Modellen tief in die roten Zahlen schlittert (– 27,8 %) und das Model Y erstmals seit Jahren an der Spitze der Bestseller-Charts wieder von VW (genauer dem Tiguan) verdrängt wird, zeichnete sich bereits im Laufe des turbulenten Jahres ab. Dass aber auch US-Autobauer Ford, der bei den Schweizer Zulassungszahlen längst von Tesla abgehängt worden ist, ein deutliches Minus von 20,8 Prozent einfährt und nur noch 5789 Autos absetzen konnte, ist dann eher überraschend. Wie schwierig das Umfeld für die Schweizer Importeure 2025 war, zeigt aber auch die Tatsache, dass selbst die deutschen Premiummarken BMW und Mercedes – hinter VW und Skoda die Nummern 3 und 4 in der Schweiz – Federn lassen mussten und mit 20'466 bzw. 19'101 Neuzulassungen jeweils ein Minus von 6,2 Prozent verzeichneten.

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Japaner mit hohen Verlusten

Richtig bitter siehts bei den japanischen Marken aus, die fast durchgängig grosse Verluste einfuhren. Egal ob Honda (–22,6 % auf 2401 Verkäufe), Lexus (–23,5 % auf 760), Mazda (–31,9 % auf 2836), Mitsubishi (–34,4 % auf 1663), Subaru (–32 % auf 1154), Suzuki (–16,9 % auf 3809) oder Schwergewicht Toyota (–7,6 % auf 12'396) – die Farbe Rot beherrscht die Statistiken. Einzig Nissan konnte 2025 Erfolge auf dem Schweizer Markt feiern und um 22,9 Prozent auf 2812 Verkäufe zulegen.

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Ein Jahr zum Vergessen wars für die japanischen Marken. Egal ob Honda (– 22,6 % auf 2401 Verkäufe), ...
Foto: zVg

Warum es gerade die Japaner so hart erwischt hat, darüber kann nur spekuliert werden. Fakt ist, dass Toyota und Co. erst sehr spät in die Entwicklung moderner E-Autos investiert haben. Dies scheint sich nun zu rächen. Denn wie es auch laufen kann, zeigt ein anderer Autobauer aus Fernost: Der südkoreanische Megakonzern Hyundai, der schon früh in die E-Mobilität investierte und mittlerweile eine breite Auswahl an Stromern anbietet, konnte 2025 um 5,8 Prozent auf 9374 verkaufte Modelle wachsen.

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