Darum gehts
- Schweizer Automarkt schrumpft auf 25-Jahre-Tief
- VW und Škoda sind die beliebtesten Marken
- Importeuren droht Millionenstrafe nach Verpassen der Elektro-Ziele
Für die Autoimporteure und -händler war 2025 ein grottenschlechtes Jahr. Nur 233’737 Neuzulassungen gab es – so wenige wie seit 25 Jahren nicht mehr, wenn wir die Pandemie-Jahre ausklammern. Der Schweizer Automarkt schrumpft damit auf ein historisches Tief.
Schuld an der Misere ist für die Importeursvereinigung Auto-Schweiz die Politik: «Diese Entwicklung ist das Resultat einer fehlgeleiteten Klimapolitik mit einer europaweit einzigartigen CO2-Überregulierung», klagt Auto-Schweiz-Präsident Peter Grünenfelder (58).
VW vor Škoda
Doch trotz der Probleme gab es im letzten Jahr für einige Marken auch Lichtblicke. So konnte VW den Absatz in der Schweiz um über sechs Prozent auf 25'607 Fahrzeuge erhöhen. Keine andere Marke ist hierzulande so beliebt wie der deutsche Hersteller aus Wolfsburg. Und auf dem zweiten Platz folgt mit Škoda gleich noch eine Marke aus dem VW-Konzern.
Auffällig: Die bei uns beliebtesten Marken sind alle aus Europa. In der Schweiz schwingt die viel gescholtene deutsche Autoindustrie weiter oben aus. Erst auf dem sechsten Platz folgt mit Toyota der erste Hersteller aus Fernost. Und Chinas Autogigant BYD kam in seinem ersten Jahr auf dem Schweizer Markt nur auf 969 Neuzulassungen und ist damit weit abgeschlagen.
Tiguan und Model Y
Klar ist: Das Hochfahren der Elektromobilität läuft in der Schweiz langsamer als von der Politik vorgesehen. Statt 50 Prozent waren nur 34 Prozent aller Neuzulassungen im letzten Jahr Steckerfahrzeuge (E-Autos und Plug-in-Hybride). Doch unter den 15 beliebtesten Automodellen finden sich dennoch drei reine Stromer. Herr und Frau Schweizer können sich also durchaus für Elektroautos begeistern.
Nur knapp hinter dem benzinbetriebenen Spitzenreiter VW Tiguan folgt mit dem Tesla Model Y gleich der erste Stromer. Und auch die elektrischen Škodas Elroq und Enyaq schaffen es in die Top 15. Vom BMW X1 auf Platz 8 gibt es sowohl Verbrennerversionen als auch ein Elektromodell, wobei leider nicht aufgeschlüsselt ist, wie gut oder schlecht sich dieses verkauft.
Millionenstrafe für die Importeure
Allerdings sind die meisten beliebten Modelle in der Schweiz tatsächlich weiterhin Benziner und Hybride ohne Stecker. Das ist bitter für die Importeure, denn diese müssen durch das Verpassen der Flottenziele horrende Strafen bezahlen. Auto-Schweiz rechnet mit CO2-Bussen in dreistelliger Millionenhöhe für die Importeure.
«Unsere Mitglieder haben mehr als 300 attraktive E-Modelle im Angebot», sagt Thomas Rücker (50), Direktor von Auto-Schweiz. Doch damit sich die Stromer auf dem Markt durchsetzen, seien bessere Rahmenbedingungen nötig. «Für ein beschleunigtes Wachstum braucht es tiefere Strompreise sowie einen markanten Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur», so Rücker.