Darum gehts
- BMW iX3 gewinnt Sommer-El-Prix mit 781 km Reichweite ohne Ladestopp
- 11 von 24 E-Autos übertrafen Herstellerangaben, XPeng X9 um 11 Prozent
- Teure Stromer mit grossem Akku sind klar im Vorteil
Im Alltag spielt die Reichweite von E-Autos oft keine grosse Rolle. Zu kurz sind die täglich gefahrenen Strecken. Doch bei der Fahrt in die Ferien sind wir froh um jeden zusätzlichen Kilometer ohne Ladestopp.
Die gute Nachricht: Viele neue Stromer kommen heute ziemlich weit. Das beweist der Reichweitentest El Prix des norwegischen Autoklubs NAF. In der Sommerausgabe 2026 gingen 24 aktuelle Modelle an den Start. Alle schafften über 300 Kilometer. Der Testsieger BMW iX3 kam 781 Kilometer weit, bis ihm der Saft ausging. Damit schafft man es von Zürich trotz reiner Autobahnfahrt locker ans Mittelmeer (Genua, ca. 420 km) – ohne einen einzigen Ladestopp.
Gleiche Spiesse für alle Autos
Beim El Prix fahren alle Autos mit derselben Geschwindigkeit die gleiche Strecke durch Norwegen. Die Route ist eine Mischung aus Stadt, Landstrasse und Autobahn (Höchstgeschwindigkeit 110 km/h). Wenn das Fahrzeug die Leistung wegen tiefem Ladestand drosselt, dann wird die zurückgelegte Strecke gewertet, auch wenn der Akku noch nicht komplett leer ist.
Vor allem der Winter-El-Prix bei minus 30 Grad sorgt für grosse Aufmerksamkeit, weil E-Autos in der Kälte deutlich weniger Reichweite haben. Doch auch die Austragung im Sommer liefert interessante Erkenntnisse. Dieses Jahr war es am Testtag bei trockenen Verhältnissen zwischen 12 und 18 Grad warm.
BMW und Mercedes weit vorne
Stark schnitten mehrere E-Autos aus Deutschland ab. Neben dem Testsieger BMW iX3 klassierten sich auch der Mercedes CLA (675 km) und der Mercedes GLC 400 (665 km) ganz weit vorne. Zwischen die deutschen Premium-Hersteller schob sich nur der amerikanische Lucid Gravity (720 km).
Klar ist: Teure Autos mit Riesenakkus landen weiter vorne. Immerhin: Der Citroën e-C5 Aircross (ab 38'800 Franken) schaffte 500 Kilometer, bis er aus dem Rennen genommen wurde.
Elf Autos übertreffen WLTP-Reichweite
Bemerkenswert ist auch die Abweichung von der Herstellerangabe (WLTP). Während die Autos im Wintertest durchs Band zwischen knapp 30 und fast 50 Prozent weniger Reichweite hatten als offiziell angegeben, waren die Unterschiede im Sommer gering.
Elf von 24 Fahrzeugen übertrafen das Reichweiten-Versprechen des Herstellers sogar. Mit grossem Vorsprung Sieger in dieser Kategorie: der XPeng X9 aus China. Statt den angegebenen 580 gings 646 Kilometer weit. Enttäuschend hingegen der MG IM6 mit einer tatsächlichen Reichweite von nur 446 anstelle der versprochenen 505 Kilometer.
Fazit: Mit den besten Stromern ist Reichweitenangst kein Thema mehr. Doch auch mit billigeren Modellen ist eine Ferienreise möglich – bedarf aber etwas Planung und Geduld.