Darum gehts
- Die EU erlaubt bald künstliche Motorengeräusche für Elektroautos
- Das System erzeugt Sounds wie V8-Motoren, um Emotionen zu wecken
- Bereits seit 2019 müssen für die Sicherheit AVAS-Geräusche eingebaut sein
Die geringere Lärmbelastung ist ein Vorteil der Elektromobilität. Doch das könnte sich bald ändern, wie «Autobild» berichtet. Die EU wird in Kürze eine neue Norm erlassen, die künstliche Motorengeräusche erlaubt.
Das sogenannte Exterior Sound Enhancing System (ESES) besteht aus einem Soundgenerator und einem Lautsprecher. Es ist nicht zu verwechseln mit dem bereits seit 2019 vorgeschriebenen Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS).
Keine Sicherheitsfunktion
Während AVAS dazu dient, Fussgänger und Velofahrer vor dem bei niedrigen Geschwindigkeiten fast geräuschlosen E-Fahrzeug zu warnen, bringt das neue System keinen Sicherheitsgewinn. Es zielt lediglich auf die Emotionen, die einigen Autofans bei den Stromern fehlen.
Die Autohersteller vermarkten das Feature beispielsweise als «Electric Sport Sound» (Porsche) oder «ID.Sound» (VW). Immerhin: Die neue EU-Norm sieht jetzt vor, dass die Anlage in der Grundeinstellung beim Fahrzeugstart ausgeschaltet ist. Wer sie also einsetzen will, muss sie bei jedem Motorstart neu aktivieren.
Wie in einem Computerspiel
Bisher waren solche künstlich generierten Sounds nur im Fahrzeug-Innenraum zu hören. Nutzer kommen damit wie bei einem Computerspiel in den Genuss von simulierten Motorgeräuschen – beispielsweise im Stil eines V8-Motors inklusive der typischen Schaltpausen. Die EU erwartet offenbar, dass sich Elektroauto-Kritiker damit doch noch zum Wechsel vom Verbrenner auf einen Stromer bewegen lassen.