Frust statt Fortschritt
Warum uns neue Autos keine Freude mehr machen

Das vielleicht grösste Problem, weshalb auch in der Schweiz der Neuwagenmarkt nicht vom Fleck kommt: Neue Modelle bieten immer seltener das, was der Kunde eigentlich erwartet. Hier ein paar Ideen, wie es besser laufen könnte.
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Wir gehen der Frage nach, warum uns neue Autos häufig keine Freude mehr machen.
Foto: FuoriConcorso

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Autoinnovationen bieten weniger Freude
  • EU-Regulierungen erschweren den Fahrspass
  • Die Qualitätsanmutung muss wieder besser werden
Arthur Konrad

Früher war die Vorfreude riesig, wenn eine neue Modellgeneration zu den Händlern rollte. Fans wussten: Das neue Auto bietet mehr als der Vorgänger. Mehr Sicherheit, mehr Komfort, mehr Qualität bei weniger Verbrauch. Diese Glücksmomente sind in den letzten Jahren leider spürbar geringer geworden. 

Wir wollen nicht unfair sein: Das liegt zum grössten Teil daran, dass die Autoentwicklungsingenieure weltweit ganze Arbeit geleistet haben. Vor ungefähr zehn Jahren kam bei Verbrennern der Punkt, an dem man das Gefühl hatte, dass es kaum noch besser gehe. Was danach an Innovationen folgte, war nur noch selten ein zwingender Kaufgrund. Der Abgasskandal führte dann zur Abkehr vom Diesel. Benziner schlucken jedoch mehr und stossen mehr Abgase aus. Die Folge: Die Hersteller verbauten teure, komplizierte Hybridtechnik. Das trieb die Preise massiv in die Höhe.

Die EU killt die Freude am Fahren

Nächster Punkt: Die Regulierungswut der EU drückt entsetzlich auf die Freude am Fahren. Und, man glaubt es heute kaum, das war einmal ein gar nicht so unübliches Kaufargument. In Sachen Sicherheit kamen besserwisserische, nicht immer fehlerlos agierende Hilfskräfte an Bord. Nervendes Spurhalteruckeln, hysterisches Tempogeklingel, falsche Temposchilderkennung, grundlose Notbremsungen. Die wenigsten Menschen mögen es, wenn sie ständig zurechtgewiesen werden. Aber genau das tun unsere modernen Autos.

Immerhin bewegt sich jetzt bei der Bedienung etwas: Touchscreens machten eine nahezu exponentiell gestiegene Anzahl an Funktionen möglich. Die Dinger waren aber von Beginn an eher nicht zum Wohl der Kunden gedacht. Es ist einfach so, dass Bildschirme im Fertigungsprozess billiger sind, als viele Knöpfe und Schalter einzeln zu verkabeln. Wenn man aber zur Regulierung der Sitzheizung in die dritte Bedienebene muss, ist das erstens nervtötend und zweitens gefährlich, weil es zu lange vom Verkehrsgeschehen ablenkt. Studien haben das längst bewiesen. Ausgerechnet das innovative China geht jetzt voran und schreibt ab 2027 wieder mehr Knöpfe und Schalter im Cockpit vor. Die europäischen Hersteller werden folgen (müssen). Und dieser Rückschritt wird wohl ein Fortschritt sein.

Qualitätsanmutung muss besser werden

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Kaufkiller: das Qualitätserlebnis. Höflich gesagt ist es nicht besser geworden. Selbst Premiummarken zeigen heute ungeniert Hartplastik im Innenraum. Verkleidungen klingen hohl. Und die Spaltmasse waren auch schon mal besser. Der bei Interieurdesignern so beliebte Klavierlack sieht vielleicht anfangs edel aus, ist aber garantiert kratzempfindlich – von den sofort sichtbaren Fingerabdrücken einmal ganz zu schweigen. Deshalb werden inzwischen für fast alle Premiummodelle Schutzfolien angeboten. Nur: Wer ein 80’000-Franken-Auto kauft, klebt doch keine 20-Franken-Folie aufs Armaturenbrett. Das sieht am Ende aus wie im Billigschlitten. Dabei wären gerade edlere Materialien und eine qualitativ bessere Verarbeitung ein logisches Mittel, um sich vom chinesischen Mitbewerb abzusetzen.

Aber es gibt Hoffnung! Die europäischen Hersteller scheinen lernfähig. Jedenfalls werden inzwischen bei der Präsentation neuer Modelle auffällig oft Verbesserungen in der Interieurqualität zum Thema gemacht. Gut so! Es muss wieder mehr Substanz in unsere Autos rein. Dann fährt so mancher vielleicht sein überaltertes Modell doch nicht, bis es völlig auseinanderbricht. Und freut sich wieder auf den Kauf eines Neuwagens. 

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