Darum gehts
- Zoll entdeckt illegale Heizöl-Tankstelle in Bovenden bei Göttingen
- Steuerschaden von 1600 Euro, bis zu fünf Jahre Haft möglich
- 3200 Liter Tanks halb gefüllt, Heizöl in Haushaltsautos nachgewiesen
Es gibt verschiedene Tricks, um beim Sprit zu sparen. Eine selbst gebaute Tankstelle zu Hause gehört aber definitiv nicht dazu – zumindest nicht legal. Genau so eine entdeckten deutsche Zollfahnder laut «Auto, Motor und Sport» nun im Keller eines Wohnhauses in Bovenden bei Göttingen nach anonymen Hinweisen aus der Bevölkerung. Bei der Durchsuchung des Kellergeschosses stiessen die Beamten auf vier Tanks mit einem Fassungsvermögen von 3200 Litern, die noch zur Hälfte mit Heizöl gefüllt waren.
Dies ist grundsätzlich kein Verbrechen, bloss: Eine Ölheizung war an die Tanks nicht angeschlossen. Stattdessen fanden die Fahnder einen an einem Gartenschlauch montierten Stutzen, der stark an eine handelsübliche Tankpistole einer Zapfsäule erinnert. Dieser und andere Hinweise hätten laut Behörden darauf hingedeutet, dass das Heizöl in den Tanks als Kraftstoff für Fahrzeuge genutzt worden sein könnte. Und tatsächlich: Proben aus den Tanks der zum Haushalt gehörenden Autos ergaben, dass sich darin Heizöl statt Diesel befand.
Im schlimmsten Fall droht Gefängnis
In solchen Fällen spricht der Zoll im besten Beamtendeutsch von einer Heizölverdieselung: Dabei wird Heizöl statt Diesel als Kraftstoff genutzt, um Steuern zu sparen. Der Trick: Heizöl und Diesel sind chemisch sehr ähnlich aufgebaut, werden aber unterschiedlich besteuert. Diesel als Kraftstoff weist einen deutlich höheren Energiesteuersatz auf als Heizöl, weshalb es vom Energiesteuergesetz explizit zur Verwendung als Kraftstoff verboten ist.
Noch während der Durchsuchung hätten die Beamten ein Steuerstrafverfahren eingeleitet. Zudem würde geprüft, ob auch weitere Personen Heizöl aus der illegalen Betankungseinrichtung bezogen haben könnten. Bisher hat das Hauptzollamt Braunschweig einen Steuerschaden von 1600 Euro festgestellt. Es sei bislang aber unklar, wie lange die Anlage schon in Betrieb gewesen sei. Da die Verwendung von Heizöl als Kraftstoff als Steuerhinterziehung gilt, droht den Beschuldigten im schlimmsten Fall neben einer Geldstrafe auch eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
Probleme im Motor
Daneben kann das Heizöl in modernen Dieselautos aber auch technische Probleme verursachen. Laut Automobilclub ADAC würde sich Heizöl in mehreren Eigenschaften vom regulären Tankstellen-Diesel unterscheiden. So könnten eine schlechtere Zündwilligkeit sowie geringere Schmierfähigkeit zu Problemen im Motor wie einer unvollständigen Verbrennung, erhöhter Russbildung oder zusätzlichem Verschleiss an Einspritzanlage und Kraftstoffsystem führen.
Der oder die Besitzer der illegalen Privat-Tankstelle haben sich so oder so mehr Ärger eingehandelt, als sie mit der aufwendigen Konstruktion letztlich an Spritkosten gespart haben dürften. Vielleicht legen sie sich als nächstes ein Elektroauto zu – bei dem kann die Tankstelle zu Hause nämlich ganz legal in der Garage montiert werden.
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