Darum gehts
- Ein Wintersturm bedroht 160 Millionen Amerikaner mit eisiger Kälte und Schnee
- Experten bestätigen seltenes Phänomen «explodierender Bäume» durch Frostrisse
- KI-generiertes Video von angeblichen Baum-Explosionen erhielt über 500'000 Aufrufe
Am Wochenende gilt in zahlreichen US-Bundesstaaten der Notstand. Hintergrund ist ein übler Wintersturm. 160 Millionen Amerikaner dürften vom Kälte-Hammer getroffen werden.
Zu dem «Monstersturm» kursieren in den sozialen Medien unzählige Gerüchte. Eines davon: Die eisigen Temperaturen könnten dazu führen, dass Bäume «explodieren» würden. Das Video des X-Nutzers Joshua Barzon, dass angeblich zeigte, wie ein Baum von der Kälte gesprengt wurde, sammelte mehr als 500'000 Aufrufe. Bloss: Das Video wurde wohl mit einer KI generiert.
Seltenes Phänomen beschäftigt das Netz
Gleichwohl gibt es das Phänomen der «explodierenden Bäume» wirklich. Blick verrät dir, was dahintersteckt.
So viel vorweg: Das Phänomen ist extrem selten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Baum bei extremer Kälte explodiert ist vergleichbar mit einem Lottogewinn.
Experte macht Cola-Vergleich
Bei extremen Temperaturen, insbesondere bei starken und plötzlichen Temperaturschwankungen nach starkem Frost, kann sich das Harz in Bäumen sehr schnell ausdehnen oder zusammenziehen. Dadurch entsteht im Inneren des Baumes ein zusätzlicher Druck, dem er nicht standhalten kann, was zu einem plötzlichen Riss, einer Beschädigung oder einem Abplatzen von Holz und Rinde führen kann, oft begleitet von einem lauten Knall.
Meist gestaltet sich dies aber weit weniger spektakulär, als in dem KI-generierten Video. Wissenschaftler sprechen diesbezüglich eher von «Frostrissen», wie der Baumphysiologe John Seiler von der Universität Virginia Tech gegenüber CNN erklärt.
Experte gibt Entwarnung
«Es klingt eher wie ein Schuss, ein richtig lautes Knacken», sagt Seiler. «Kennen Sie das, wenn man es eilig hat, sich eine kalte Cola zu holen, sie ins Gefrierfach legt, sie vergisst und die Dose aufplatzt? Genau das passiert mit dem Baum.»
Gefahr besteht dabei aber weder für den Baum, noch für Passanten. «Es wird laut, aber es ist nicht gefährlich. Es fliegen keine Holzsplitter herum», sagt er. «Und wenn die Rinde aufplatzt, stirbt der Baum dadurch nicht.»
Schon von «Frostbeben» gehört?
Bedrohlicher ist dagegen das Gewicht, welches aufgrund von Schnee und Eis auf Ästen lastet. Schwere Äste können auf Häuser, Autos oder Menschen herabfallen und Schäden verursachen.
«Explodierende Bäume» sind nicht das einzige kuriose Winterphänomen. Es gibt auch noch sogenannte «Frostbeben», bei denen sich der Boden so stark zusammenzieht, dass der Druck auf das Eis im Boden schliesslich zu Rissen führt. Dies geschieht blitzschnell und erzeugt dabei ein Geräusch oder einen Knall, wodurch manchmal auch der Boden leicht zittert.