Darum gehts
- In Ceuta starben mindestens 19 Migranten, Zehntausende erreichten die Stadt seit Juli
- Italien droht mit Schengen-Aussetzung, Spanien fordert europäische Solidarität
- Madrid verdoppelt Guardia Civil und schickt Militär nach Ceuta
Die Lage in der spanischen Enklave Ceuta eskaliert. Innerhalb weniger Tage erreichten Zehntausende Migranten die nordafrikanische Küstenstadt, mindestens 19 Menschen kamen dabei ums Leben, wie neue Zahlen zeigen. Das sorgt auch für Spannungen zwischen Italien und Spanien.
Die Situation vor Ort sei ein «totaler humanitärer und sozialer Notstand», warnte Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas (73). Am Freitag meldete er: «Noch mehr Ankünfte, überfüllte Unterkünfte und ein weiteres verlorenes Leben auf See.»
«Keinen Millimeter nachgeben»
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reagierte entsetzt auf die Bilder aus Ceuta und wählte drastische Worte: «Italien wird nicht tatenlos zusehen. In Sachen illegaler Einwanderung werden wir keinen Millimeter nachgeben.»
Auf X kündigte sie an, ihre Regierung sei bereit zu handeln, «auch durch aussergewöhnliche Massnahmen, wie etwa das Aussetzen des Schengen-Abkommens mit Spanien». Ihr Aussenminister Antonio Tajani (72) sprach von einer «Gefahr für die nationale Sicherheit» und erhöhte den Druck auf Madrid.
Lage verschärft sich weiter
Spanien reagierte empört. Die Regierung bestellte den italienischen Botschafter ein, während Aussenminister José Luis Alvarez (54) Rom vorwarf, Migration für innenpolitische Zwecke zu instrumentalisieren.
Solche Aussagen seien «unangemessen» für «ein befreundetes Partnerland». Spanien erwarte «europäische Solidarität und nicht parteipolitische Demagogie», sagte Alvarez. In Ceuta verschärft sich die Lage währenddessen weiter.
Massnahmen zur Rückführung
Um die überforderte Polizei zu unterstützen, schickt Madrid nun das Militär. Zudem soll die Zahl der Guardia-Civil-Beamten nahezu verdoppelt werden. Ministerpräsident Pedro Sánchez (54) erklärte, Spanien habe «alle notwendigen Mittel mobilisiert», um auf die Krise zu reagieren.
Innenminister Fernando Grande-Marlaska (64) lobte die «vorbildliche» Zusammenarbeit mit Marokko und kündigte gemeinsame Massnahmen an, um die Rückführung der Migranten zu beschleunigen.
Bedrohung und aussergewöhnliche Mittel
Die Bilder, die aus Ceuta eintreffen, sind beeindruckend. Meloni sagt, dass genau diese zeigen würden, dass die unkontrollierte illegale Einwanderung eine konkrete Bedrohung für die Sicherheit der europäischen Grenzen darstellt.
«Wir rufen die zuständigen Gremien zusammen, und als Ergebnis dieser Sitzungen sind wir bereit, auch mit aussergewöhnlichen Mitteln einzugreifen», sagt Meloni. Die Verteidigung der Grenzen, das Stoppen der Menschenhändler und die Sicherstellung effektiver Abschiebungen bleibe die Linie dieser Regierung.