Die freigegebenen Epstein-Akten werfen viele Fragen auf. Keine 24 Stunden nach der ersten Veröffentlichung unterstellen die Demokraten dem Justizministerium die Löschung einer Datei.
Die Demokraten sprechen von «Vertuschung». Ein Bild, das ein Foto von Präsident Donald Trump (79) enthält, sei von der Website des Ministeriums entfernt worden, berichtete auch der Sender CNN.
Auf der besagten Aufnahme sind zum Teil eingerahmte Fotos zu sehen. Eines der Fotos ist schon älter und zeigt den heutigen US-Präsidenten mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953–2019).
Mindestens 16 Dateien entfernt
Der Hintergrund: Trump war mit Epstein und dessen langjährigen Vertrauten Ghislaine Maxwell (63) eng befreundet, wie zahlreiche bereits bekannte Aufnahmen belegen. In den neu veröffentlichten Akten taucht der heutige US-Präsident indes kaum auf.
Eine Stichprobe der Deutschen Presse-Agentur ergab, dass eine neuere Version des ersten Datensatzes vom Samstag mindestens 16 Dateien weniger umfasste als eine vorherige Version des Archivs vom Freitagnachmittag. Neben dem Foto, das laut Demokraten fehlt, sind in der neueren Version auch bestimmte Aufnahmen eines Raums mit einer Massageliege nicht mehr enthalten.
Vize-Justizminister Todd Blanche (51) beteuert gegenüber dem US-Sender ABC News, dass sein Haus keine Dateien verändert habe, um Trump zu schützen. Nichts werde deswegen zurückgehalten.
Er verneinte die Frage, ob es eine Anweisung gegeben habe, Material zum Epstein-Skandal zu bearbeiten, das einen Zusammenhang zum Präsidenten habe. Weiter sagte er: «Präsident Trump hat von Anfang an klargestellt, dass er erwartet, dass alle Akten, die freigegeben werden können, auch freigegeben werden und genau das tun wir.»
Bill Clinton und Mick Jagger
Am Freitag veröffentlichte die Trump-Regierung über 13’000 Unterlagen zu Epstein, darunter Ermittlungsakten, Telefonaufzeichnungen, Reiseberichte und Fotos. Zahlreiche Seiten sind jedoch geschwärzt und weitere Unterlagen fehlen völlig. Eigentlich hätte das Justizministerium alle Akten freigeben müssen, wie der Kongress im November entschieden hat.
Während Trump in den einsehbaren Akten kaum vorkommt, ist der ehemalige US-Präsident Bill Clinton (79) prominent vertreten. Auch Promis wie Mick Jagger (82) und Michael Jackson (1958–2009) sind auf Fotos zu sehen. Eine Beteiligung an Epsteins kriminellen Machenschaften ist aus den Dokumenten indes nicht ersichtlich.