49'000 Menschen flüchten nach Ceuta
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Mehrere Tote:Video zeigt Migranten-Ansturm auf Ceuta

Warum Migranten gerade jetzt die spanische Exklave Ceuta stürmen
Die ersten kamen im Schutz des Nebels

In der spanischen Exklave Ceuta herrscht das Chaos. Innerhalb von 24 Stunden sind 60'000 Migranten angekommen. Jetzt sucht die spanische Regierung verzweifelt nach Lösungen. Mit einem Trick könnte sie das verheerende Gerichtsurteil umgehen.
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Wer schwimmend kommt, kann nicht zurückgeschickt werden.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Spanische Exklave Ceuta von über 60’000 Migranten innerhalb 24 Stunden gestürmt
  • Mindestens 24 Menschen ertranken beim Versuch des gefährlichen Vorhabens
  • Ceuta zählt 85’000 Einwohner, Infrastruktur durch Ansturm an ihre Grenzen gebracht
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Guido FelderAusland-Redaktor

Mit rund 85’000 Einwohnern so gross wie die Stadt Luzern, aber flächenmässig viel kleiner: In Ceuta leben die Menschen auf engem Raum aufeinander. Jetzt wurde die spanische Exklave an der nordafrikanischen Küste innerhalb von 24 Stunden von über 60’000 Migranten gestürmt. Es herrscht Ausnahmezustand. Lies das Neuste hier im Live-Ticker.

Hauptsächlich junge Männer, aber auch Familien und unbegleitete Minderjährige, versuchen über das offene Meer auf spanisches Staatsgebiet zu gelangen. Mit einfachen Schwimmreifen oder in Neoprenanzügen umrunden sie die ins Wasser ragenden Grenzzäune bei Tarajal und Benzú – ein lebensgefährliches Wagnis, bei dem bereits mindestens 24 Menschen ertrunken sind.

Verheerendes Gerichtsurteil

Auslöser des Ansturms ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Madrid vom 29. Juni. Die Richter stellten fest, dass die umstrittenen Schnellrückweisungen – sogenannte Pushbacks ohne Asylprüfung – rechtlich an das Durchbrechen physischer Grenzzäune geknüpft sind. Wer den Landzaun umgeht und stattdessen die Absperrungen im Meer umschwimmt, darf nicht mehr formlos nach Marokko zurückgeschickt werden, sondern muss ein geregeltes Verfahren durchlaufen.

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Dass der Ansturm die Exklave jetzt mit voller Härte trifft, liegt vor allem an der rasanten Verbreitung dieser Nachricht im Netz. Schlepperbanden und Kanäle in den sozialen Medien griffen das Gerichtsurteil gezielt auf. Tausende von Afrikanern strömten zum marokkanischen Grenzort Fnideq und begannen gruppenweise, nach Ceuta zu schwimmen. Der Damm brach, als am Sonntag in der Deckung des Küstennebels Hunderte Migranten gleichzeitig ins Wasser gingen. Zehntausende folgten und brachten das spanische Grenzsystem zum Kollabieren.

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Es gibt auch Stimmen, die die Verantwortung für den Ansturm auf die marokkanische Regierung abschieben. So etwa Carl Bildt (77), ehemaliger Ministerpräsident von Schweden, der einen Druckversuch vermutet. Auf X schreibt er: «Die Migrationsnotlage in Ceuta scheint von Marokko absichtlich herbeigeführt worden zu sein.» Marokko fordert seit langem deutlich höhere Finanz- und Sachhilfen aus Brüssel für die Abwehr von Migranten aus der Subsahara.

«Angriff auf die territoriale Integrität»
2:17
Ministerpräsident Spaniens:«Angriff auf die territoriale Integrität»

Barrieren im Wasser?

Die politische Antwort auf den Flüchtlingsstrom folgte prompt aus Madrid: Neben der Mobilisierung von Militäreinheiten zur Verstärkung der Strände prüft die Regierung die Errichtung physischer Barrieren direkt im Wasser. Damit könnte sie das Urteil umgehen.

Während international der politische Druck auf Madrid wächst – etwa durch Roms und Helsinkis Androhung von Kontrollen an den Binnengrenzen – verhandelt Spanien intensiv mit Marokko, um den Zustrom an der Quelle zu stoppen und die Rücknahme der Angekommenen durchzusetzen.

Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez (54) hat den Bürgern von Ceuta seine Unterstützung zugesichert. Er betonte, «ganz Spanien steht an ihrer Seite». Er sprach von einer «Verletzung der territorialen Integrität Spaniens», und das Vorgehen verdiene «unsere schärfste Missbilligung und Verurteilung».

Wer sind die Migranten?

Bei den Migranten handelt es sich um Leute aus Ländern der Subsahara wie Senegal, Mali und Guinea. Sie fliehen vor bewaffneten Konflikten, politischer Verfolgung, Dürren oder aus wirtschaftlichen Gründen. Auch immer mehr junge Marokkaner versuchen, den hohen Lebenshaltungskosten und der Verarmung im eigenen Land zu entkommen. Für sie alle ist Europa das Symbol für Sicherheit, Freiheit und ein menschenwürdiges Leben.

Die Ankunft der Migranten bringt die städtische Infrastruktur in Ceuta an ihre Grenzen. Das eigentliche Ziel der Menschen ist aber nicht die kleine Exklave selbst, sondern die Weiterreise aufs europäische Festland.

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