Darum gehts
- Polizist schlägt Demonstrantin ins Gesicht. Vorfall bei pro-palästinensischer Kundgebung in Berlin
- Frau zeigt Polizisten blutige Nase, wird anschliessend abgeführt. Video geht viral
- 94 Personen kurzzeitig festgehalten, 96 Ermittlungsverfahren eingeleitet
Die Frau ruft einem Polizisten etwas zu. Dann macht es Patsch. Der Beamte boxt der Frau mit voller Wucht auf die Nase. Ihr Kopf fliegt nach hinten. Trotz der Gewalt bleibt die Demonstrantin standhaft.
«Ihr macht uns keine Angst», sagt sie dem Polizisten. Der schlägt daraufhin erneut zu. Wieder direkt auf die Nase. Aus der läuft anschliessend Blut, wie die Frau einem Polizisten deutlich zeigt. Nur einen Moment später wird die Angegriffene von der Polizei abgeführt.
Unbewilligte Kundgebung eskaliert
Diese brutale Szene wurde gefilmt und auf Instagram veröffentlicht. Anschliessend ging sie viral. Mehr als 100'000 Likes hat der kurze Clip bereits erhalten. Passiert ist es am Donnerstagabend, als es in der deutschen Hauptstadt Berlin zu Auseinandersetzungen zwischen pro-palästinensischen Demonstranten und der Polizei kam, wie der RBB berichtete.
Rund 100 Menschen versammelten sich gegen 18 Uhr am Hackeschen Markt. Angemeldet war die Kundgebung allerdings nicht. Laut Polizei wurden einzelne Personen gegenüber den Einsatzkräften «verbal aggressiv».
Polizei schickt Menschen weg – die interessiert das nicht
Die Polizei forderte die Demonstranten auf, die angrenzende Rosenthaler Strasse zu verlassen. «Ausgesprochene Platzverweise mussten von Einsatzkräften teilweise mit Zwang durchgesetzt werden», so die Polizei.
Das Einschreiten war auch nötig, weil «strafbare, verbotene Parolen» skandiert worden waren. Rund 80 Personen wurden angehalten und eingekesselt, um sie zu überprüfen. Dabei kam es laut Polizei zu Beleidigungen, tätlichen Angriffen und Widerstand gegen die Polizisten.
Keine konkreten Angaben zu Faustschlag-Szene
Insgesamt wurden 94 Personen, davon 70 Frauen und 24 Männer, kurzzeitig in ihrer Freiheit beschränkt, wie es im Polizeideutsch heisst. Alle Personen wurden nach Feststellung ihrer Identität vor Ort wieder freigelassen.
Jetzt laufen 96 Ermittlungsverfahren. Die Vorwürfe lauten unter anderem Verdacht auf Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, Angriffe auf Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Körperverletzung.
Der wüsten Szene, bei der die Frau verletzt wurde, gingen Beleidigungen gegen Polizisten voraus, hiess es beim öffentlich-rechtlichen Sender. Auch soll sie sich geweigert haben, zurückzuweichen. In einer Mitteilung machte die Polizei keine konkreten Angaben zu den Faustschlägen, die auch ein Fotograf der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu einfing.