Darum gehts
- Russische Angriffe töten mindestens neun Menschen in Kiew und Dnipro
- Vitali Klitschko spricht von «massivem feindlichem Angriff» mit Drohnen und Raketen
- Fast 100 Verletzte laut CNN, Menschen unter Trümmern eingeschlossen
Bei kombinierten Raketen- und Drohnenangriffen von russischer Seite aus kamen in Kiew und anderen Orten in der Ukraine mindestens neun Menschen ums Leben. Fünf starben in Kiew und vier in Dnipro. Fast 100 wurden gemäss CNN verletzt.
Die Angriffe starteten am frühen Dienstagmorgen, teilen die Behörden mit. Bei den Angriffen wurden mehrere Wohn- und Geschäftsgebäude getroffen. Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, bezeichnete den nächtlichen Angriff als einen «massiven feindlichen Angriff».
Menschen unter Trümmern eingeschlossen
Er befürchtet auch, dass unter den Trümmern eines eingestürzten Wohnblocks noch Menschen eingeschlossen sind. Das Wohnhaus ist nach einem russischen Doppelschlag eingestürzt.
«Die ganze Nacht hindurch hat der Feind massive Angriffe auf die Region Kiew mit Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen durchgeführt. Unsere friedlichen Städte und Dörfer wurden erneut angegriffen», sagte Mykola Kalaschnyk, der Gouverneur der Region Kiew.
Angriffe auf militärische Ziele angekündigt
Die Angriffe trieben die panischen Bewohnerinnen und Bewohner in die Schutzräume. Auch Kinder seien bei den Angriffen verletzt worden, so Klitschko. Auch in Charkiw kam es zu Angriffen und Verletzten. Gemäss russischen Staatsmedien kündigte Russland letzte Woche «systematischen Angriffe auf militärische Einrichtungen» an.
Einsatz von Monster-Rakete
Bereits vor zwei Wochen kam es zu einem Grossangriff auf die ukrainische Hauptstadt. Genauer am Sonntag, dem 24. Mai. Noch ein Tag zuvor warnte Präsident Wolodimir Selenski vor dem Angriff. «Wir haben Geheimdienstinformationen erhalten – unter anderem von amerikanischen und europäischen Partnern – über die Vorbereitung eines russischen Angriffs unter Einsatz des Oreschnik-Raketensystems», schrieb Selenski auf Telegram. Am Sonntag meldet er sich dann erneut: Das System wurde bei nächtlichen Angriffen offenbar tatsächlich eingesetzt.
Das Mittelstrecken-Geschoss Oreschnik kann mit zehnfacher Schallgeschwindigkeit fliegen und hat eine Reichweite von 5000 Kilometern. Die Oreschnik ist eine neu entwickelte russische Mittelstreckenrakete. Erstmals kam sie im November 2024 zum Einsatz, als Russland ohne nukleare Ladung eine Rüstungsfabrik in der ukrainischen Stadt Dnipro angriff. Präsident Wladimir Putin (73) kündigte im August 2025 die Serienproduktion des Systems an. Die Rakete kann mit einem atomaren Sprengkopf bestückt werden.