Darum gehts
- US-Präsident Donald Trump nimmt täglich Aspirin
- Er nennt es «psychologisch» nötig
- Arzt führt Blutergüsse an Händen auf tägliche Aspirin-Einnahme zurück
US-Präsident Donald Trump (80) nimmt seit Jahren täglich Aspirin ein. Der Republikaner erwähnte die Einnahme zuletzt selbst immer wieder, als er auf Blutergüsse an seinen Händen angesprochen wurde.
Nun gelangen neue Details zu Trumps Aspirin-Konsum ans Licht. Er schwärmte nahezu von seiner Aspirin-Routine. «Ich liebe Bayer-Aspirin», so Trump. Das Medikament verdünne das Blut «wie verrückt» – «It thins the hell out of your blood I guess», sagte er wörtlich. Ob es tatsächlich wirke, wisse er nicht. Aber: «Psychologisch brauche ich es.»
Offenbar empfehlen ihm seine Ärzte seit längerem, auf eine niedrigere Dosis umzusteigen, wie er selber bei einer Veranstaltung in Ohio erzählte. Doch der 80-Jährige winke stets ab. «Ich komme seit 35 Jahren ganz gut zurecht, lassen Sie mich in Ruhe», sage er den Medizinern jeweils.
Warum eine hohe Dosis gefährlich sein kann
Trump nimmt Aspirin nach eigenen Angaben zur kardiovaskulären Prävention. Doch genau hier könnte das Problem für seine Ärzte liegen. Die von ihm täglich eingenommene Dosis von 325 Milligramm ist für die Vorbeugung bei gesunden Menschen nicht nur unnötig hoch – sie ist potenziell gefährlich.
Die Wirkung von Aspirin (Acetylsalicylsäure, ASS) wird oft missverstanden. ASS verändert weder die Konsistenz noch die Fliesseigenschaften des Blutes. Stattdessen blockiert es ein Enzym in den Blutplättchen und verhindert, dass diese verklumpen. Dadurch sinkt das Risiko für Gerinnsel, die Herzinfarkte oder Schlaganfälle auslösen können – das Blut gerinnt also langsamer, fliesst aber nicht «dünner», wie Trump suggeriert.
Die sichtbaren Blutergüsse an Trumps Händen, die er und sein Arzt auf die tägliche Aspirin-Einnahme zurückführen, verdeutlichen die typischen Nebenwirkungen einer hohen Dosierung. Eine Dosis von 325 Milligramm bietet bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen keinen nachgewiesenen Zusatznutzen gegenüber niedrigeren Dosen, erhöht jedoch das Risiko für Magen-Darm-Blutungen, Geschwüre und intrakranielle Blutungen erheblich.
Die wichtigsten Fragen zu Aspirin im Überblick:
Warum nehmen Menschen überhaupt Aspirin?
Mediziner unterscheiden zwei Anwendungsbereiche: Bei der Primärprävention nehmen Patienten ASS vorbeugend ein, ohne je einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten zu haben. Bei der Sekundärprävention hingegen dient das Medikament dazu, ein erneutes Ereignis nach bereits eingetretenen Herzproblemen zu verhindern.
Gilt die tägliche Einnahme heute noch als empfehlenswert?
Lange Zeit wurde ASS beiden Gruppen empfohlen. Doch seit 2018 hat sich die Einschätzung geändert. Internationale Studien kamen unabhängig voneinander zum Schluss: Bei gesunden Menschen ohne Vorerkrankung ist der vorbeugende Effekt kaum nachweisbar – das Blutungsrisiko hingegen steigt deutlich.
In welche Kategorie fällt Trump?
Das ist nicht bekannt. Der Präsident hat nie öffentlich bekanntgegeben, ob er bereits einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Stent-Implantation hinter sich hat. Nimmt er ASS zur Primärprävention, wäre die hohe Dosis nach heutigem Stand unnötig und riskant. Fällt er hingegen in die Sekundärprävention, könnte die Einnahme medizinisch begründet sein – auch wenn 325 Milligramm täglich selbst dann als ungewöhnlich hoch gelten.