Video zeigt russischen Phosphor-Angriff auf Wohnhäuser
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Frontstadt Kostjantyniwka:Video zeigt russischen Phosphor-Angriff auf Wohnhäuser

Ukrainische Brigade filmt Phosphor-Attacke auf Kostjantyniwka
«Die grausame Realität einer Stadt, die die Russen vom Erdboden tilgen»

Schockierender Angriff in Kostjantyniwka: Russische Truppen setzen Phosphorbomben gegen Wohnhäuser ein. Das macht die Brandwaffen so gefährlich.
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Eine ukrainische Armeebrigade hat einen russischen Phosphor-Angriff auf die Stadt Kostjantyniwka gefilmt.
Foto: Telegram

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Russische Truppen setzen Phosphorbomben gegen Wohnhäuser in Kostjantyniwka ein
  • Trotz 2000 verbliebener Zivilisten wird weisser Phosphor eingesetzt
  • Phosphorbomben verursachen Flammen bis 1300 Grad und schwere Verbrennungen
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Marian NadlerRedaktor News

Seit Monaten liefern sich Ukrainer und Russen eine erbitterte Schlacht um die Frontstadt Kostjantyniwka. Erst am Dienstag vermeldete der ukrainische Generalstab auf Facebook, dass russische Truppen innerhalb von 24 Stunden 17 Mal gegen ukrainische Stellungen angerannt sind.

Den Soldaten von Kremlchef Wladimir Putin (73) ist dabei im Kampf jedes Mittel recht. Ukrainische Drohnenpiloten filmten einen grossflächigen Phosphor-Angriff auf Wohnhäuser. Schockierend: In der Stadt leben nach offiziellen Angaben noch etwa 2000 Zivilisten. Die Kreml-Truppen interessiert das offensichtlich nicht.

Diese Abkommen verbieten den Einsatz von Phosphorbomben

Die 28. Mechanisierte Brigade veröffentlichte ein Video des Angriffs auf Telegram. Die Kämpfer dokumentieren «die grausame Realität einer Stadt, die die Russen vom Erdboden tilgen» und schreiben von «verbotenen Waffen, die alles Lebendige verbrennen».

Phosphorbomben sind nach internationalem Recht nicht generell verboten. Entscheidend ist ihr Einsatz: Sie sind illegal, sobald Zivilisten stark gefährdet sind. Die internationale Rechtsgrundlage bildet das Zusatzprotokoll I zu den Genfer Konventionen von 1997. Ergänzt wird dies durch das Chemiewaffenübereinkommen von 1997, das jeden chemischen Stoff als illegal einstuft, wenn Zivilisten geschädigt werden – auch ohne klassische Kampfstoffe. Russland hat diese Verträge unterzeichnet.

So übel ist weisser Phosphor

Phosphorbomben enthalten laut der Organisation International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW) ein Gemisch aus weissem Phosphor und Kautschuk. Kommt weisser Phosphor mit Luft in Berührung, entzündet er sich. Die daraus entstehenden Flammen können bis zu 1300 Grad heiss sein. Ausserdem entsteht ein dichter, weisser Rauch, der auch im aktuellen Video zu sehen ist.

Kommt Phosphor auf die Haut, verursacht er schmerzvolle und schwere Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Und auch sonst sind solche Attacken übel.

«Menschen, die weissem Phosphor ausgesetzt sind, können Atemwegsschäden, Organversagen und andere schreckliche und lebensverändernde Verletzungen erleiden, darunter Verbrennungen, die extrem schwer zu behandeln sind und nicht mit Wasser gelöscht werden können», schreibt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in einer Medienmitteilung zu einer Militäroperation israelischer Streitkräfte im Oktober 2023 im Süden des Libanon, bei der angeblich weisser Phosphor zum Einsatz gekommen sein soll. «Weisser Phosphor sollte niemals in von Zivilpersonen bewohnten Gebieten eingesetzt werden», forderte die NGO damals.

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