Darum gehts
- Selenski warnt vor massivem russischem Angriff auf ukrainische Energieanlagen
- Russische Angriffe auf Städte und Energieanlagen dauern trotz Friedensgesprächen an
- Seit Herbst verstärkte Russland Angriffe, Millionen Ukrainer ohne Strom und Heizung
Kurz vor Beginn einer neuen Gesprächsrunde mit Russland hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) vor einem massiven russischen Angriff auf Energieanlagen in der Ukraine gewarnt. «Russland kann der Versuchung nicht widerstehen und möchte in den vergangenen Tagen der Winterkälte den Ukrainern einen schmerzhaften Schlag zufügen», sagte Selenski in einer Videobotschaft. Die ukrainische Delegation sei bereits am Verhandlungsort Genf in der Schweiz eingetroffen.
Der Ukrainer warf Moskau erneut vor, im Gegensatz zu Kiew nicht zu Kompromissen bereit zu sein. «Russland verwirft alles, setzt die Sturmangriffe an der Front und die Luftschläge auf unsere Städte und die Energieversorgung fort», betonte Selenski. Russland müsse zum Frieden unter anderem mit neuen Sanktionen gezwungen werden.
Zweitägige Verhandlungen in Genf
Die westlichen Verbündeten mahnte er zu rechtzeitigen Lieferungen von Flugabwehrmitteln. «Es ist notwendig, dass das, worüber wir in München mit den Partnern gesprochen haben, zeitnah umgesetzt wird», hob der Staatschef hervor. Ein Lieferverzug vergrössere nur die von den Angriffen verursachten Schäden.
Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Seit dem Herbst hat Russland Angriffe mit Kampfdrohnen und Raketen auf ukrainische Energieanlagen intensiviert. In einem der härtesten Winter seit Jahren leiden Millionen Ukrainer unter Strom-, Heizungs- und Wasserausfällen. Am Dienstag und Mittwoch werden von den USA vermittelte Gespräche zwischen den Kriegsgegnern in Genf erwartet.