Darum gehts
- Serbien stuft Kroatien als Risikoland ein und rät von Reisen ab
- Kroatiens Tourismusminister nennt die Warnung «unbegründet»
- Rund 20'000 Serben arbeiten jährlich im kroatischen Tourismusbereich
Serbien rät seinen Bürgern derzeit von nicht notwendigen Reisen nach Kroatien ab. Man solle «in der Kommunikation Vorsicht walten lassen und auf persönliche Sicherheit und Eigentum achten». Öffentliche Versammlungen und Orte, an denen mit Provokationen zu rechnen ist, sollen gemieden werden.
Folglich gilt für das serbische Nachbarland die Warnstufe orange, die zweithöchste der vier Risikokategorien. Insbesondere organisierte Reisen – etwa von Sportmannschaften – würden ein besonderes Sicherheitsrisiko darstellen.
Kroatischer Tourismusminister nicht verunsichert
Kroatiens Tourismusminister Tonči Galvina (45) kann die Reisewarnung nicht nachvollziehen. Die Sorge des serbischen Ministeriums sei «unbegründet». Er vermutet einen Zusammenhang mit der aktuellen Situation im Nahen Osten, die seiner Ansicht nach aber keinen Einfluss auf die Sicherheitslage in Kroatien hätte, das zu den sichersten Ländern Europas gehöre.
Der Reisewarnung selbst begegnete er mit Gelassenheit. Gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Hrvatska Radiotelevizija teilte er mit, dass die Anzahl der Übernachtungen durch serbische Gäste in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gestiegen sei. Auch würden rund 20'000 serbische Bürger in der kroatischen Tourismusbranche arbeiten. Er zeigte sich daher überzeugt, dass die Empfehlung aus Belgrad kaum Auswirkungen haben wird.
Bereits Mitte Januar hatte Grossbritannien eine Reisewarnung für Kroatien herausgegeben – wie unter anderem auch für die Schweiz. Die Briten sehen erhöhte Sicherheitsrisiken, etwa Terrorgefahr und eine Zunahme von Kleinkriminalität. Reisende von der Insel wurden nachdrücklich darauf hingewiesen, in grossen Städten und touristischen Hotspots besonders aufmerksam zu sein und Wertsachen stets gut zu sichern.