Iranische Studenten-Gruppe zündet Flaggen an
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Mitte Januar 2026:Iranische Studenten-Gruppe zündet Flaggen an

Übergang zur Demokratie, Militär übernimmt oder komplettes Chaos
Wie sieht eine mögliche Zukunft des Iran nach Trumps Grossangriff aus?

Ein US-Angriff auf den Iran könnte dramatische Folgen haben: vom Sturz des Mullah-Regimes bis zu Vergeltungsschlägen auf US-Basen oder einer humanitären Krise. Diese sieben Szenarien sind denkbar.
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US-Präsident Donald Trump peilt offenbar einen grossangelegten Angriff auf den Iran an.
Foto: imago

Darum gehts

  • Donald Trump plant Iran-Angriff, es gibt sieben mögliche Folgeszenarien
  • Ein möglicher Gegenschlag könnte US-Basen in Bahrain und Katar treffen
  • 93 Millionen Menschen im Iran könnten ins Chaos gestürzt werden
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Blick Newsdesk

US-Präsident Donald Trump (79) scheint entschlossen, den Iran in den kommenden Tagen anzugreifen. Wie würde das Ergebnis eines grossangelegten Militärschlags gegen Teheran aussehen? Frank Gardner, Sicherheitskorrespondent der BBC, hat sieben mögliche Szenarien skizziert. 

«Die Bomben schlugen genau dort ein, wo sie mussten»
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Angriff auf Atomanlagen:«Die Bomben schlugen genau dort ein, wo sie mussten»

Übergang zur Demokratie

Das optimistischste Szenario lautet: Durch gezielte Angriffe auf Militärbasen der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) wird diese handlungsunfähig gemacht. Das ohnehin schon geschwächte Mullah-Regime zerfällt und der Iran wandelt sich zu einer echten Demokratie. 

Mullah-Regime mässigt seine Politik

Wird der Iran das neue Venezuela? Auch das ist möglich. Ein schnelles, energisches Vorgehen der USA könnte das Regime zwar intakt lassen, die aggressive Nahost-Politik aber abgeschwächt werden. Das Atomprogramm würde ausgesetzt, die Unterstützung gewalttätiger Milizen eingestellt und die Repressionen gegenüber Protestbewegungen gelockert. Eine solche Entwicklung gilt aber als unwahrscheinlich.

Militär übernimmt

Im Chaos, das die US-Angriffe zur Folge haben könnten, ist es durchaus vorstellbar, dass der Iran unter die Kontrolle einer starken Militärregierung gerät, die sich grösstenteils aus Funktionären der Revolutionsgarden zusammensetzt.

Iran reagiert mit Gegenschlag auf US-Basen

Der Iran kann es zwar nicht mit der Macht der US-Armee aufnehmen, das Land verfügt aber noch immer über ein grosses Arsenal mit ballistischen Raketen und Drohnen. Viele dieser Waffen sollen in unterirdischen Höhlen in abgelegenen Berggebieten versteckt sein.

Entlang der arabischen Seite des Golfs erstrecken sich US-Basen und -Einrichtungen, vor allem in Bahrain und Katar. Sie können als mögliches Ziel eines Vergeltungsschlags betrachtet werden. Aber: Ein solcher Gegenangriff könnte die erwähnten Staaten mit in den Konflikt ziehen. Ein Unsicherheitsfaktor für das Mullah-Regime.

Iran vermint die Strasse von Hormus

Die schmale Wasserstrasse von Hormus zwischen Iran und Oman stellt einen kritischen Engpass dar. Rund 20 Prozent der weltweiten Exporte von Flüssigerdgas und zwischen 20 und 25 Prozent der Exporte von Erdöl- und petrochemischen Produkten passieren jährlich diese Meerenge. Würde Teheran die Meerenge verminen, hätte das unweigerlich Auswirkungen auf den Welthandel und den Ölpreis.

Die Strasse von Hormus ist von hoher wirtschaftlicher Bedeutung.
Foto: Blick-Grafik/Dominik Baumann

Iran versenkt US-Militärschiff

Ein Schwarmangriff auf ein US-Militärschiff könnte dieses versenken. Dabei würden unzählige mit Sprengstoff bestückte Drohnen und schnelle Torpedoboote das Schlachtschiff gleichzeitig angreifen. Die mächtigen Verteidigungssysteme der US-Marine könnte ein solcher Angriff überfordern.

Die Versenkung eines amerikanischen Schlachtschiffs und die mögliche Gefangennahme der überlebenden Besatzung wären eine enorme Demütigung für die USA. Dieses Szenario gilt allerdings als sehr unwahrscheinlich.

Es bricht Chaos aus

Diese reale Gefahr bereitet Nachbarländern wie Saudi-Arabien und Katar Kopfschmerzen. Startet Trump einen Krieg mit unvorhersehbarem Ende? Ein Bürgerkrieg könnte ausbrechen oder ethnische Minderheiten, etwa die Kurden, könnten versuchen, ihren eigenen Staat im Machtvakuum zu etablieren.

Wenn das bevölkerungsreichste Land im Nahen Osten mit seinen rund 93 Millionen Einwohnern im Chaos versinkt, bestünde auch die Möglichkeit einer neuen humanitären Krise, die sich zu einer Flüchtlingskrise ausweiten könnte.

Dieser Artikel ist zuerst auf «Blic.rs» erschienen. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag. 

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