Darum gehts
- Trump droht mit Abzug von US-Truppen aus Italien und Spanien
- Grund: Italien verweigerte US-Militärflugzeugen Nutzung seiner Stützpunkte
- Rund 12’000 US-Soldaten sind derzeit in Italien stationiert
Es ist ein ständiges Tauziehen, und am Freitag dürfte es zum grossen Showdown kommen. Der Haussegen zwischen den USA und Italien hängt schief. US-Präsident Donald Trump (79) kündigte am Freitag an, möglicherweise US-Truppen aus Italien und Spanien abzuziehen. Nun reagiert Giorgia Meloni (48) auf die erneuten Angriffe und stellt ein Treffen mit US-Aussenminister Marco Rubio in Aussicht.
«Das ist eine Entscheidung, die nicht in meiner Hand liegt und die ich persönlich nicht unterstützen würde», stellte Meloni bei einer Pressekonferenz vom Montag klar. «Ich halte einige der Behauptungen über uns für unzutreffend.»
Meloni bleibt gelassen
Ursprung des Zoffs: Italien hat US-Militärflugzeugen, die am Krieg gegen den Iran beteiligt sind, die Nutzung seiner Stützpunkte verweigert. Es gehe nicht einmal um die Absagen an sich, so Trump, sondern um den Umgang. Wenn die Länder freundlich erklärt hätten, sie wollten helfen, bräuchten aber etwas Zeit, wäre das für ihn etwas anderes gewesen.
Die Italienerin bleibt derweil ruhig und möchte mit Rubio Ende Woche über die amerikanisch-italienischen Beziehungen sprechen. Zuvor will sie gemeinsam mit Aussenminister Antonio Tajani und ihrem Stellvertreter Matteo Salvini einen aussenpolitischen Konsens erzielen und sich absprechen, berichtet der «Corriere della Sera».
In Italien sind rund 12’000 Angehörige der US-Streitkräfte stationiert; in Europa hat nur Deutschland mit über 36’000 Soldaten eine grössere US-Präsenz. Dass Trump seine Drohungen auch in die Tat umsetzt, zeigte sich am Beispiel Deutschlands. Die USA-Regierung kündigte am Wochenende an, rund 5000 Kräfte aus Deutschland abzuziehen.