China: US-Blockade «gefährlich und unverantwortlich»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Der chinesische Präsident Xi Jinping (73) hat deutliche Worte gewählt. Bei einem Treffen mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Khaled bin Mohammed bin Zayed Al Nahyan in Peking, sagte der 73-Jährige, dass die Länder im Nahen Osten und am Golf respektiert und ihre Souveränität respektiert werden sollten.
Er verwies auf das Völkerrecht und betonte: «Wir dürfen nicht zulassen, dass die Welt zum Gesetz des Dschungels zurückkehrt», so Xi. Die Souveränität der Staaten müsse gewahrt werden.
«Die Wahrung der Autorität des Völkerrechts sollte nicht bedeuten, es nur dann anzuwenden, wenn es uns passt, und es abzulehnen, wenn es uns nicht passt. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Welt zum Recht des Stärkeren zurückkehrt.»
Die von den USA auferlegte Seeblockade sei zudem «gefährlich» und «unverantwortlich», betonte der Sprecher des chinesischen Aussenministers Wang Li bei einem Auftritt am Dienstag.
«Die USA haben ihre Militäroperationen verstärkt und gezielte Blockademassnahmen ergriffen, was die Spannungen nur verschärfen und das ohnehin schon fragile Waffenstillstandsabkommen untergraben wird», so Guo Jiakun an einer Pressekonferenz.
Gleichzeitig schlug Xi ein Vier-Punkte-Friedensplan zur Beilegung des Konfliktes zwischen den USA und dem Iran vor. Laut der Agentur werden darin die Grundsätze der «friedlichen Koexistenz», der «nationalen Souveränität» und der «internationalen Rechtsstaatlichkeit» sowie die Notwendigkeit einer Koordinierung in den Bereichen Sicherheit und Entwicklung hervorgehoben. Die genauen Punkte des Plans sind bisweilen unbekannt.
Zu Beginn des Krieges hat sich China zurückhaltend gezeigt, wie mein Kollege Guido Felder in dieser Analyse zeigt. Den Grund für das Verhalten erfährst du im Text.
«Ball liegt bei Teheran»: Treffen sich Verhandlungsteams erneut?
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran endeten am Wochenende ziemlich abrupt. US-Vize J. D. Vance (41) musste mit leeren Händen nach Hause reisen. Der 41-Jährige erläuterte nun die Hintergründe und erklärte, dass es für Trump «klare, rote Linien» gebe.
Trotz weiterhin bestehender Differenzen habe sich vieles in die richtige Richtung entwickelt, erklärte Vance im Gespräch mit Fox News. Jetzt liege es an Teheran, beim aus US-Sicht entscheidenden Thema – dem Atomprogramm – Zugeständnisse zu machen. «Wir haben tatsächlich sehr klargemacht, wo unsere roten Linien verlaufen.»
Diese lauten:
- Angereichertes Uran muss aus dem Land geschaffen werden
- Iran darf kein Uran mehr anreichern. Die USA verlangen die Aussetzung mindestens für 20 Jahre, berichtet das US-Magazin «Axios»
In dieser Frage hätten sich die Iraner zwar bewegt, «sie sind aber nicht weit genug gegangen», so Vance. Für US-Präsident Donald Trump sei klar: «Hier haben wir keinen Spielraum.» «Es ist das eine, wenn die Iraner sagen, sie werden keine Atomwaffe besitzen», sagte der US-Vize. «Es ist etwas anderes, wenn wir einen Mechanismus schaffen, der sicherstellt, dass das nicht passieren wird.»
Dennoch planen die USA, die Gespräche fortzusetzen. US-Beamte sagten in der Nacht gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass derzeit eine neue Verhandlungsrunde ins Visier genommen werde. Neben Gesprächen in Islamabad ist wohl auch der Standort Genf im Spiel.
Auf Anfrage erklärt das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA): «Die Schweiz ist jederzeit bereit, ihre guten Dienste anzubieten. Das EDA steht mit allen involvierten Parteien in Kontakt und hat seine Bereitschaft bekräftigt, jede diplomatische Initiative zu unterstützen, die zu einem Frieden beitragen kann.»
Reuters berichtet derweil unter Berufung auf vier Quellen, dass eine weitere Gesprächsrunde noch diese Woche in Islamabad angesetzt sei.
Trotz US-Blockade: Chinesischer Tanker passiert Strasse von Hormus
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Wie genau gestalten sich die Durchfahrtsbedingungen während der von den USA verhängten Seeblockade in der Strasse von Hormus? Bereits gestern wurde bekannt, dass ein Öltanker die Meerenge passiert hat (siehe Tickereintrag von 21.57 Uhr).
Nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Der chinesische Öltanker «Rich Starry» – unter malawischer Flagge fahrend – hat nach der US-Blockade die zentrale Meerenge fast vollständig passiert. Dies geht aus Schiffsverfolgungsdaten der Website MarineTraffic hervor. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet über den Vorfall. Es hiess, «Rich Starry» sei der erste Tanker, der seit Beginn der Blockade die Meerenge vollständig passiert habe. Der Tanker startete in der Stadt Schardscha (Vereinigte Arabische Emirate) und steuert China an.
«Rich Starry» und seine Eigentümerin, die Shanghai Xuanrun Shipping Co Ltd, waren zuvor von den USA wegen Geschäften mit dem Iran mit Sanktionen belegt worden.
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag angekündigt, eine Seeblockade in der Strasse von Hormus durchsetzen zu wollen. Meine Kollegin Helena Graf hat hier thematisiert, wen den Showdown am härtesten treffen wird.
Sanktionierter Öltanker passiert Strasse von Hormus
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Hat die US-Blockade bereits ihr erstes Loch offenbart? Trotz Abriegelung schaffte es ein von den USA sanktionierter Öltanker am Montag, die Strasse von Hormus zu durchqueren. Das zeigen Daten der Analyseplattform Kpler, die von CNN ausgewertet wurden. Der Tanker befindet sich Stand Montagabend im Golf von Oman.
Das Schiff ist in den Komoren unter dem Namen Elpis registriert. 2025 wurde es von den Vereinigten Staaten wegen seiner «Beteiligung am Verkauf, Kauf und Transport von iranischem Erdöl» als Teil der iranischen Schattenflotte mit Sanktionen belegt.
Unklar ist, ob die Elpis trotz dieser Sanktionen zu jenen Schiffen zählt, die während der geltenden Schonfrist aus dem persischen Golf auslaufen dürfen. Wie das britische Zentrum für maritime Handelsoperationen am Montagnachmittag berichtete, wird neutralen Schiffen trotz der Blockade «eine zeitlich begrenzte Frist zur Abreise gewährt».
Umgekehrt verhielt sich ein Tanker unter der Flagge von Botswana. Das Schiff Ostria brach seinen Versuch ab, die Strasse von Hormus zu durchqueren. Nur wenige Minuten nach Beginn der Blockade änderte die Ostria ihr Ziel von Oman in die Vereinigten Arabischen Emirate.
«Der Iran macht derzeit absolut keine Geschäfte»
Von Alexander Terwey, Stv. Teamlead Newsdesk und Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
US-Präsident Donald Trump hat am Montagmittag (Ortszeit) eine Pressekonferenz vor dem Oval Office des Weissen Hauses abgehalten. In seinem Statement behauptete Trump, am Montagmorgen einen Anruf aus dem Iran erhalten zu haben. «Sie möchten unbedingt ein Abkommen schliessen», sagte er den Reportern laut CNN.
Trump führte weiter aus: «Es darf keine Nuklearmacht Iran geben.» Iran wolle Nuklearmacht werden, so die Behauptung des US-Präsidenten. «Sie wollen die Welt vernichten. Das wird nicht passieren.»
Und weiter: «Der Iran macht derzeit absolut keine Geschäfte. Und wir belassen es dabei. Ihre Marine ist weg, ihre Luftwaffe ist weg, ihre Flugabwehr ist weg, ihre Radare sind weg und ihre Führer sind weg. Das ist eine Menge.» Auch er wolle, dass der Krieg endet, sagte Trump. Sollte es aber keinen Deal geben, werde es für den Iran «nicht angenehm» werden, betonte er.
Auch Papst Leo XIV wurde von Trump erneut wegen seiner kritischen Haltung zum Irankrieg verurteilt. «Er war sehr gegen das, was ich mit Blick auf den Iran mache», so der US-Präsident. Weshalb die Situation zwischen Trump und dem Papst eskalierte, hat Daniel Macher in seinem Artikel zusammengefasst.
Iran: US-Kriegsschiffe werden bei einer Blockade «auf den Meeresgrund geschickt»
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Der Iran scheint sich von der US-Blockade der Strasse von Hormus nicht einschüchtern zu lassen. Ein hochrangiger iranischer Abgeordneter droht nun damit, alle Schiffe der US-Marine, die iranische Häfen blockieren, «auf den Meeresgrund» zu schicken. Das berichtet CNN.
Der Abgeordnete halte die Blockade von US-Präsident Donald Trump für haltlose militärische Propaganda. Die USA hätten «keine wirkliche Fähigkeit», eine solche Abriegelung durchzusetzen. Von der US-Blockade direkt betroffen sind laut «Al Jazeera» unter anderem drei wichtige iranische Häfen im Arabischen Golf und im Golf von Oman.
Der iranische Verteidigungsminister erklärte am Montag ebenfalls, die Streitkräfte des Landes befänden sich in «maximaler Kampfbereitschaft» und seien auf «jedes Szenario» vorbereitet. Jede Aggression gegen den Iran werde eine «harte und entschiedene Antwort» nach sich ziehen, erklärte er in einer Rede im staatlichen Fernsehen.
Trump droht mit Vernichtung iranischer Schnellboote
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Die US-Blockade der Strasse von Hormus ist gestartet. Donald Trump scheint sich sicher zu sein, dass die iranische Marine für seine Abriegelung keine Gefahr sein wird. «Die iranische Marine liegt auf dem Meeresgrund, vollständig vernichtet», schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Die Marine der Islamischen Republik hat laut Trump lediglich noch einige wenige Schnellboote zur Verfügung. «Sollte sich eines dieser Schnellboote unserer Blockade auch nur nähern, wird es sofort vernichtet», droht Trump. Die USA würden bei ihrer Blockade auf dasselbe Waffensystem setzen, das auch beim Kampf gegen Drogenhändler auf offener See zum Einsatz kommt. Trump bezeichnet dieses System als «schnell und brutal».
Die USA gehen mit Luftschlägen gegen mutmassliche Drogenboote vor. Bei einem solchen Einsatz Anfang Februar kamen beide Verdächtige auf dem Schiff ums Leben. Mein Kollege Marian Nadler hat diesen Einsatz des US-Militärs hier behandelt.
US-Blockade startet – Schonfrist für neutrale Schiffe zum Auslaufen
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Die Schonfrist des US-Präsidenten Donald Trump (79) ist abgelaufen. Die US-amerikanische Blockade der Strasse von Hormus startet um 16 Uhr Schweizer Zeit.
Gleichzeitig kündigt das britische Zentrum für maritime Handelsoperationen UKMTO eine Schonfrist für neutrale Schiffe in iranischen Häfen an. Das berichtet unter anderem «Sky News». Den neutralen Schiffen werde «eine zeitlich begrenzte Frist zur Abreise aus der Strasse von Hormus gewährt», heisst es in der Mitteilung der Behörde. Die Dauer dieser Nachfrist sei in einer offiziellen Mitteilung an die Seeleute festgelegt worden.
In der Mitteilung heisst es ausserdem, die US-Blockade werde «Zugangsbeschränkungen für Schiffe auf See durchsetzen, die iranische Häfen und Küstengebiete ansteuern». Die Abriegelung werde «ohne Ausnahme für Schiffe jeder Flagge» gelten, die iranische Häfen, Ölterminals und Küstenanlagen anlaufen.
Wie die US-Marine auf Verstösse der Blockade reagieren wird, scheint noch nicht klar zu sein. Das sagte ein anonymer US-Beamter «Al Jazeera». Das Militär habe «keine Einsatzregeln für Verstösse festgelegt». Die Streitkräfte haben laut der Quelle allerdings genügend Ausrüstung und Soldaten, um die Blockade «so lange wie nötig im Einklang mit Trumps Entscheidungen» durchzusetzen.
Wichtige Nato-Staaten nehmen nicht an US-Blockade teil
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Ab 16 Uhr Schweizer Zeit soll die US-amerikanische Blockade der Strasse von Hormus starten. Donald Trump (79) hatte bei seiner Ankündigung der Blockade am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass sich weitere Länder den USA bei diesem Unterfangen anschliessen werden.
Jetzt geben wichtige Nato-Verbündete der USA allerdings bekannt, sich nicht an der Blockade der Strasse von Hormus zu beteiligen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, werden unter anderem Frankreich und Grossbritannien nicht an Trumps Abriegelung der Meerenge teilnehmen. Die Länder wollen nicht in den Irankrieg hineingezogen werden.
Der US-Präsident wetterte in letzter Zeit oft gegen das Militärbündnis. Seiner Meinung nach sollten die Mitgliedsstaaten der Nato die USA im Irankrieg stärker unterstützen. Trump hatte aufgrund dieser Hilfeverweigerung mit dem Austritt aus dem Militärbündnis gedroht und hat erwogen, einige US-Truppen aus Europa abzuziehen. Mein Kollege Guido Felder hat die aktuellen Spannungen in der Nato hier analysiert.
Mehrere europäische Länder hatten sich dazu bereit erklärt, bei der Sicherung der Strasse von Hormus zu helfen. Allerdings erst, wenn die Kampfhandlungen in der Region zu Ende sind.
Reuters: USA bereiten Seeblockade im Golf von Oman vor
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Vorbereitungen für eine US-Blockade im Nahen Osten laufen offenbar auf Hochtouren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wird das US-Militär im Golf von Oman und im Arabischen Meer – östlich der Strasse von Hormus – eine Blockade durchsetzen, die für den gesamten Schiffsverkehr unabhängig von der Flagge gilt. Dies geht aus einer Mitteilung des US-Zentralkommandos an Seefahrer hervor, die Reuters vorliegt. Offenbar soll die Blockade um 16 Uhr (Schweizer Zeit) in Kraft treten.
«Jedes Schiff, das das blockierte Gebiet ohne Genehmigung befährt oder verlässt, kann abgefangen, umgeleitet und aufgebracht werden», hiess es in der Mitteilung.
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag angekündigt, dass die USA die Strasse von Hormus für Schiffe blockieren werde, die iranische Häfen ansteuern oder aus ihnen auslaufen. In der Region wird die Lage immer angespannter. Der Iran kündigte an, sich dem US-Vorhaben entgegenzusetzen, wie wir heute Morgen im Ticker beleuchtet haben.