Darum gehts
- Europäische Länder entsenden Truppen für Erkundungsmission auf Grönland
- EU-Staaten müssten Dänemark militärisch unterstützen, bewaffneter Konflikt aber unwahrscheinlich
- Trump schliesst militärischen Zwang nicht aus
Donald Trumps (79) Appetit auf Grönland schreckt Europa auf. Nun machte die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas (48) klar: Im Fall eines gewaltsamen Konflikts könnten die anderen EU-Staaten auf Antrag Dänemarks hin Beistand leisten müssen.
Grönland sei Teil des Hoheitsgebiets des Königreichs Dänemark und falle daher unter die Klausel der gegenseitigen Solidarität, sagte eine Sprecherin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei eine militärische Konfrontation unwahrscheinlich. Dänemark würde sich vermutlich nicht auf einen militärischen Konflikt mit den USA einlassen.
Mission mit europäischen Soldaten
Mehrere europäische Nato-Verbündete Dänemarks senden derzeit Soldaten auf die grösste Insel der Welt. Dabei handelt es sich offiziell um eine Erkundungsmission. Beteiligt sind unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Grossbritannien, Frankreich und die Niederlande.
Die Trump-Regierung zeigt sich davon aber unbeeindruckt: «Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben», sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt (28).
Ergebnislose Gespräche in Washington
Zuvor waren bereits Gespräche zwischen Dänemark und den USA in Washington ergebnislos geblieben. Der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen (61) und die für Aussenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt (53) bissen bei US-Aussenminister Marco Rubio (54) und Vizepräsident JD Vance (41) auf Granit.
Trump selbst hatte schon vor den Verhandlungen betont, dass er nicht daran denke, sein Interesse an der rohstoffreichen Insel aufzugeben. Um sein Ziel zu erreichen, schliesst der US-Präsident auch militärischen Zwang nicht aus.