«Sie werden das nicht schaffen»
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Trump kritisiert Dänemark:«Sie werden das nicht schaffen»

Sechs Länder bieten ihm die Stirn
Mit diesem Trick will Europa Trump von Grönland fernhalten

Mehrere europäische Länder sowie Kanada senden Soldaten nach Grönland. Militärisch haben sie gegen die USA keine Chance. Aber sie können Trump auf andere Weise von seinem Appetit auf die grosse Insel abbringen.
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Die Hauptstadt Grönlands: In Nuuk herrscht wegen Trumps Drohung Angst.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

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Guido FelderAusland-Redaktor

«Wir brauchen Grönland unbedingt!» Donald Trumps (79) Hunger auf die langsam auftauende Insel, die 52 Mal grösser ist als die Schweiz, macht in Europa Angst. Was der US-Präsident mit Grönland vorhat, weiss zurzeit nur er. Es ist ihm absolut zuzutrauen, dass er seine Drohung wahr macht und die autonomen Grönländer, die unter der Krone Dänemarks stehen, mit Gewalt unter die US-Flagge zwingt. Das wissen auch die Europäer. Sie wollen sich gegen die US-Übermacht wehren – und Trump mit einem Trick abwimmeln.

Da Gespräche im Weissen Haus nicht gefruchtet haben, entsenden Dänemark, Schweden, Norwegen, Deutschland und Frankreich zusammen mit Kanada ein kleines Kontingent an Soldaten. Der Name ihrer Mission auf Deutsch übersetzt: «Einsatz Arktische Ausdauer». Die bange Frage drängt sich auf: Lassen sie es auf einen Krieg mit der grössten Militärmacht ankommen?

Trump schliesst eine militärische Übernahme nicht aus, wenn Grönland auf ein Kaufangebot nicht eingeht. Im Raum steht aktuell ein Kaufpreis für die ganze Insel von 700 Milliarden Franken. Eine andere Variante ist ein Schmiergeld von 100’000 Dollar für jeden Inselbewohner, der für einen Wechsel zu den USA stimmt. Daraus ergäbe sich bei 57’000 Inselbewohnern ein Spottpreis von maximal 5,7 Milliarden Dollar.

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Dieses Bild postete Trump: Entweder geht Grönland an die USA oder sonst an Russland oder China.
Foto: X/WhiteHouse

Geschlossene Front

Nein, die paar Dutzend europäischen Soldaten sind nicht auf Krieg aus. Sie könnten die mächtige US-Army niemals stoppen. Die Anzahl der entsandten Soldaten dürfte bewusst sehr klein gehalten werden. Würden die Europäer gross auffahren, hätte das eine eskalierende Wirkung und würde Trumps Aggressivität noch weiter anheizen.

Der «Einsatz Arktische Ausdauer» ist vielmehr als Griff der europäischen Staaten in die Trickkiste zu verstehen. Sie wollen Trump spüren lassen, dass Grönland nicht nur ein Streitball zwischen den USA und Dänemark ist, sondern dass er sich mit ganz Europa und auch mit Kanada anlegt. Europäische Soldaten statt nur ein paar Schlittenhunde, wie es Trump spöttisch formulierte – der Preis einer gewalttätigen Eroberung wird damit in die Höhe getrieben. Greift Trump wirklich an, verscherzt er es sich mit seinen Nato-Verbündeten und bedroht die Existenz des Verteidigungsbündnisses. Ob das noch ein guter Deal ist?

Ein starkes Zeichen dieser geschlossenen Front ist auch, dass der französische Präsident Emmanuel Macron (48) auf Grönland in Windeseile ein Konsulat eröffnet und so französische Präsenz markiert.

Trump verzettelt sich

Wie gross die Chance mit der Mission ist, Trump von seinem Vorhaben abbringen zu können, weiss man nicht. Er hat sich bisher dazu nicht geäussert. Das gemeinsame Muskelspiel aber wird schon seine Wirkung haben. Trump engagiert sich zurzeit an vielen Fronten, so unter anderem in Venezuela, im Iran und gegen Islamisten in Syrien, Nigeria und Somalia. Eine weitere Verzettelung würde ihn kräftemässig an die Grenzen bringen.

Trumps Drohungen und Übernahmegelüste haben übrigens eine positive Nebenwirkung. In den vergangenen Jahren sind die europäischen Staaten immer mehr auseinandergedriftet. Der Streit um Grönland schweisst sie wieder zusammen und zwingt sie, einen eigenständigen Weg einzuschlagen. 

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