Darum gehts
- ICE-Beamter erschiesst am 7. Januar in Minneapolis Renee G. (37)
- Video zeigt Konfrontation, FBI untersucht Einsatz von Auto als Waffe
- Zwei Festnahmen bei Protesten, Demonstrierende warfen Schneebälle auf Beamte
Am Mittwoch erschoss ein Beamter der US-Einwanderungspolizei (ICE) in der US-Metropole Minneapolis die dreifache Mutter Renee G.* (†37). Am Freitag ist auf den sozialen Medien ein Video aus der Sicht des betroffenen Beamten aufgetaucht.
Auf dem Video ist zu sehen, wie G. und eine zweite Frau, bei der es sich laut der «Daily Mail» um ihre Lebenspartnerin handelt, den ICE-Agenten konfrontieren. «Schon gut, Kumpel», sagt G. im Auto zu dem Beamten. «Ich bin nicht sauer.» Als der Beamte um den Wagen läuft, versichert ihm die Lebenspartnerin, dass sie ihr Nummernschild nicht jeden Morgen ändern würden. «Es wird noch das Gleiche sein, wenn du später nochmals zu uns kommst.»
Danach taucht im Video ein weiterer ICE-Agent auf, der G. auffordert, das Auto zu verlassen. Die Frau gibt Gas. Der ICE-Agent schreit überrascht auf. Seine Kamera rollt zur Seite. Zwei Schüsse sind zu hören, dann der Aufprall des Autos.
«Auto als Waffe» eingesetzt
Die Schiesserei selbst ist auf dem Video nicht zu sehen. Auch ist nicht klar, ob G. den ICE-Agenten mit ihrem Auto tatsächlich berührt hat.
Die US-Heimatschutzbehörde gab bereits am Donnerstag bekannt, dass G. versucht habe, «ihr Auto als Waffe» gegen die ICE-Agenten einzusetzen. US-Heimatschutzministerin Kristi Noem (54) behauptete am Mittwoch auf einer Pressekonferenz, G. hätte die ICE-Beamten den ganzen Tag lang «verfolgt und behindert». Der Vorfall wird derzeit vom FBI untersucht, nachdem dem Minnesota Bureau of Criminal Apprehension die Zuständigkeit entzogen wurde.
«Rücksichtsloser Machtmissbrauch»
Die Erschiessung der dreifachen Mutter führte in Minneapolis zu heftigen Protesten, die auch zwei Tage nach dem Vorfall andauern. Demonstrierende warfen Schneebälle auf ICE-Beamte und verbrannten amerikanische Flaggen.
Laut «CNN» setzten die Behörden unter anderem Blendgranaten und Reizgase gegen die Demonstrierenden ein. Am Freitag wurden ausserdem zwei Personen bei einem Protest vor einem Bundesgebäude in Minneapolis verhaftet, aber nur kurze Zeit später wieder freigelassen.
Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey (44) hatte ICE am Mittwoch dazu aufgefordert, «verdammt noch mal aus Minneapolis zu verschwinden». Bei einer Pressekonferenz am Freitag bekräftigte er nochmals seine Meinung, die Schiesserei sei ein «rücksichtsloser Machtmissbrauch» gewesen, berichtet «CNN».
* Name bekannt