Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus kommt zum Erliegen
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Geht jetzt wieder nichts mehr? Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass der Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus am Sonntagmorgen nahezu zum Erliegen gekommen ist. Der Iran hatte am Samstag seine Entscheidung, die Wasserstrasse wieder zu öffnen revidiert und auf Schiffe geschossen, die versuchten, die Meerenge zu passieren. Der Iran warnte, er werde die Durchfahrten blockieren, solange die USA ihre Blockade für Schiffe, die von iranischen Häfen aus durch die Meerenge fahren wollen, aufrechterhalte.
Die iranischen Streitkräfte würden entscheiden, ob Schiffe die Route passieren dürften, berichtete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr am Sonntag. Die Kapitäne der Schiffe würden auf entsprechende Anweisungen warten. In einer Fernsehansprache erklärte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf (64): «Es ist für andere unmöglich, die Strasse von Hormus zu passieren, während wir es nicht können.»
Die Schliessung der Strasse von Hormus macht nicht nur Kraftstoffe teuer, auch für andere Konsumgüter werden wir, solange die Krise anhält, tiefer in die Tasche greifen müssen. Welche Güter besonders betroffen sind, erfährst du im Artikel meines Kollegen Christian Kolbe.
Iranischer Präsident teilt gegen Trump aus
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) teilt in einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur Isna, die von iranischen Universitätsstudenten betrieben wird, gegen US-Präsident Donald Trump (79) aus. Während eines Besuchs im iranischen Sportministerium sagte Peseschkian: «Trump sagt, der Iran dürfe seine nuklearen Rechte nicht ausüben, aber er antwortet nicht auf die Frage: Wegen welches Verbrechens? Für wen hält er sich, dass er einer Nation ihre gesetzlichen Rechte vorenthält?»
Die USA seien ein «blutrünstiger und brutaler Feind». Für Peseschkian ist die Strategie in diesem Krieg klar: «Wir müssen die Situation so handhaben, dass es nicht so wirkt, als wären wir Kriegstreiber. Wir verteidigen uns nur.» Diese Strategie hat auch der Geopolitik-Experte Klemens Fischer erkannt. Im Gespräch mit Blick erklärte er am Samstag, dass Teheran Washington die «Bad-Guy-Rolle» zuschiebe.
Peseschkian macht der Uno heftige Vorwürfe. Israel und die USA töteten unschuldige Menschen, Frauen, Kinder und Jugendliche. Den Vereinten Nationen warf er vor, diesbezüglich zu schlafen. «Wo sind die Menschenrechte, von denen sie früher gesprochen haben?», fragt sich der iranische Präsident.
Tankerkapitän fleht: «Lasst mich umkehren»
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Eine in den sozialen Medien verbreitete Audioaufnahme enthüllt, wie ein Tankerkapitän am Samstag in der Strasse von Hormus die Iraner anflehte, umkehren zu dürfen. Am Samstag hatten die Mullahs die wichtige Seestrasse nach einer kurzen Öffnung wieder dichtgemacht und gewarnt, dass jedes Schiff, das sich der Strasse nähere, ins Visier genommen würde.
In dem Funkspruch zwischen dem indischen Kapitän und der iranischen Marine fleht der Seemann um sein Leben. «Dies ist das Motorschiff Sanmar Herald», meldet er zunächst. «Sie haben mir die Erlaubnis zur Abreise erteilt, mein Name steht an zweiter Stelle auf Ihrer Liste. Jetzt feuern sie. Ich kehre um.»
Webseiten zum Tracken von Schiffen zeigten, wie der Tanker versuchte, den Persischen Golf durch die Strasse von Hormus zu verlassen. Nach der Konfrontation wendete der Tanker und fuhr aus der Meerenge hinaus.
Die Marine der iranischen Revolutionsgarde erklärte: «Wir warnen davor, dass kein Schiff, gleich welcher Art, seinen Ankerplatz im Persischen Golf und im Golf von Oman verlassen sollte.» Und weiter: «Jeder Versuch, sich der Strasse von Hormus zu nähern, wird als Zusammenarbeit mit dem Feind betrachtet, und das betreffende Schiff wird ins Visier genommen.»
Ghalibaf: Fortschritte, aber finales Abkommen noch «in weiter Ferne»
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Bei all den Spannungen an der Strasse von Hormus könnte man fast vergessen, dass im Hintergrund weiter Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA laufen. Am Samstagabend hat der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf (64) im iranischen Staatsfernsehen eine Zwischenbilanz gezogen.
«Wir haben Fortschritte in den Verhandlungen erzielt, aber es bestehen weiterhin viele Differenzen und einige grundlegende Punkte sind noch ungeklärt», sagte Ghalibaf. «Wir sind noch lange nicht mit der Debatte fertig.» Ein endgültiges Abkommen liege «noch in weiter Ferne».
Ghalibaf stellte die iranische Delegation in dem ausführlichen Interview als geschickte Verhandler dar. «Wir waren auf dem Schlachtfeld siegreich, der Feind hat keines seiner Ziele erreicht, und der Iran hat zudem die Kontrolle über die Strasse von Hormus», so der hochrangige Mullah-Funktionär. Man habe dem Waffenstillstand nur zugestimmt, weil die Amerikaner den Forderungen des Irans nachgekommen seien.
Eine Öffnung der Strasse von Hormus macht er von der Situation auf dem Schlachtfeld abhängig. Am Samstag hatte der Iran entschieden, die Durchfahrt für Öltanker erneut weitestgehend zu unterbinden.
Harris: Netanyahu hat Trump in Iran-Krieg hineingezogen
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Die frühere US-Vizepräsidentin Kamala Harris wirft Israels Premierminister Benjamin Netanyahu vor, Präsident Donald Trump gegen den Willen der amerikanischen Bevölkerung in den Krieg mit Iran hineingezogen zu haben. Bei einer Veranstaltung der Demokraten in Detroit erklärte Harris, Trump sei «in einen Krieg eingetreten, in den er von Bibi Netanyahu hineingezogen wurde», und habe damit US-Soldaten unnötigen Risiken ausgesetzt. Der Konflikt entspreche nicht den Interessen oder dem Wunsch der amerikanischen Öffentlichkeit.
Netanyahu weist diese Darstellung entschieden zurück. Er bezeichnete entsprechende Vorwürfe wiederholt als «Fake News» und betonte, dass die Entscheidung zum militärischen Eingreifen allein von den Vereinigten Staaten getroffen worden sei.
Die zwischen Washington und Teheran ausgehandelte 10-tägige Waffenruhe läuft am Mittwoch aus. In den nächsten Tagen wird eine neue Verhandlungsrunde in Pakistan erwartet. Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf sprach im staatlichen Fernsehen von «Fortschritten», betonte jedoch zugleich, dass weiterhin eine «grosse Distanz» zwischen beiden Seiten bestehe. Dennoch erklärte Ghalibaf, dass beide Seiten mittlerweile ein «realistischeres Verständnis» voneinander entwickelt hätten, was als Grundlage für weitere Annäherungen dienen könnte..
Auch Schweizer Kreuzfahrtschiff passiert Meerenge von Hormus
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
Mehrere im Persischen Golf festgesetzte Kreuzfahrtschiffe haben die Strasse von Hormus inzwischen erfolgreich passiert und fahren nun Richtung Europa. Nach Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 von TUI Cruises gelang die Durchfahrt auch der MSC Euribia der Schweizer Reederei MSC.
Zunächst waren Passagiere an Bord der Schiffe gewesen, die später evakuiert wurden. Bei der Passage durch die Strasse von Hormus blieben nur noch kleine Crews an Bord.
Es ist unklar, ob MSC und TUI Cruises Irans Behörden Geld für die Passage bezahlten. Laut MSC erfolgte die Durchfahrt in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Berichten zufolge war Mein Schiff 4 von TUI Cruises von iranischen Revolutionsgarden noch bedroht worden.
Vor der Durchfahrt hatten die Schiffe in Dubai, Abu Dhabi und Doha festgesessen, nachdem die Lage im Nahen Osten die Route durch die Meerenge blockiert hatte. MSC hatte wegen der Kriegsrisiken bereits zuvor Einschränkungen für Transporte aus der Golfregion bekanntgegeben.
USA wollen iranische Schiffe entern, Trump spielt Golf
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
US-Präsident Donald Trump gibt sich demonstrativ unbeeindruckt von der neuen Zuspitzung der Lage um den Iran und die Strasse von Hormus: Trump hat das Weisse Haus am Samstagnachmittag verlassen, um in Florida Golf zu spielen. Zuvor hatte im Lagezentrum des Weissen Hauses eine Sondersitzung stattgefunden, in der die erneute Eskalation sowie laufende Verhandlungen mit Teheran besprochen wurden.
Der Iran hat mit der erneuten Schliessung der strategisch wichtigen Meerenge auf die US-Blockade iranischer Häfen reagiert. Parallel dazu bereiten sich die US-Streitkräfte laut Regierungsbeamten darauf vor, in den kommenden Tagen iranisch verbundene Öltanker und Handelsschiffe in internationalen Gewässern zu entern und zu beschlagnahmen.
Die Operationen sollen weltweit greifen und auch Schiffe der sogenannten Schattenflotte betreffen, die laut Washington Sanktionen umgehen und Teheran unterstützen, berichtet das «Wall Street Journal». Bereits jetzt sollen Dutzende Schiffe an der Ausfahrt aus iranischen Häfen gehindert worden sein.
Neue Drohung des Irans für Strasse in Hormus
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Die Situation in der Strasse von Hormus spitzt sich immer mehr zu. Am Samstagabend untermauerten die Iranischen Revolutionsgarden die Schliessung der Meerenge mit einer deutlichen Drohung. «Entgegen seinen Waffenstillstandsverpflichtungen hat der amerikanische Feind die Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen nicht aufgehoben. Daher ist die Strasse von Hormus ab heute Abend bis zur Aufhebung dieser Blockade gesperrt», hiess es in einer Medienmitteilung auf Telegram.
Die Iranischen Revolutionsgarden fuhren mit einer scharfen Drohung fort: Jedes Schiff in der Strasse von Hormus werde zum Ziel! «Daher warnen wir, dass kein Schiff seinen Ankerplatz im Persischen Golf und im Arabischen Meer verlassen darf. Jede Annäherung an die Strasse von Hormus wird als Zusammenarbeit mit dem Feind betrachtet, und das betreffende Schiff wird angegriffen», hiess es weiter in der Nachricht. Der Persische Golf und das Arabische Meer werden durch die Strasse von Hormus miteinander verbunden.
Schiffe und Eigner sollten sich ausschliesslich an den Nachrichten des offiziellen Kanals der Marine der Iranischen Revolutionsgarden richten und die «Erklärungen des amerikanischen Terrorpräsidenten ignorieren», hiess es zum Ende der Mitteilung.
Iran fordert Gebühren für Hormus-Durchfahrt
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Nach der erneuten Schliessung der Strasse von Hormus, hat der Iran wieder die Kontrolle über die wichtige Meerenge. Nun geht Teheran noch einen Schritt weiter. Laut staatlichen Medien fordert der Nationale Sicherheitsrat des Iran nun Zahlungen für eine Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus.
Auch gegenüber CNN sagte ein hochrangiger iranischer Beamter, dass der Iran zahlenden Schiffen bei der Durchfahr Vorrang einräume. «Angesichts der Begrenzung der Anzahl der Schiffe, denen die Durchfahrt gestattet wird, hat der Iran beschlossen, jenen Schiffen Vorrang zu geben, die schneller auf die neuen Protokolle für die Strasse von Hormus reagieren und die Kosten für Sicherheits- und Schutzmassnahmen tragen,» so der Beamte weiter. Wer die Gebühren nicht zahle, dessen Durchfahrt werde «aufgeschoben», betonte der Beamte gegenüber des US-Senders.
Unterdessen verschärft sich die Lage in der Strasse von Hormus. Mehrere Handelsschiffe wurden am Samstag angegriffen. Wie die Sicherheitsfirma Vanguard Tech berichtet, soll zudem das TUI-Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 4 beim Durchqueren der Strasse von Hormus von iranischen Revolutionsgarden bedroht worden sein. In der Nähe des Schiffes sei ein Einschlag gemeldet worden, Schäden habe es jedoch keine gegeben.
Das Schiff war ohne Passagiere auf der omanischen Seite der Strasse von unterwegs. Die Kreuzfahrtgesellschaft TUI Cruises teilte mit, dass die Mein Schiff 4 und die Mein Schiff 5 mittlerweile die Strasse von Hormus «erfolgreich passiert» hätten. Nun konzentriere man sich auf eine zügige Weiterfahrt der Schiffe in Richtung Mittelmeer.
US-Militär will Schiffe mit Iran-Verbindung entern
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Nachdem der Iran nach einer kurzen Öffnung erneut seine Faust um die Strasse von Hormus geschlossen hatte, waren am Samstag mehrere mehrere Handelsschiffe angegriffen worden. Nun reagieren die USA auf die iranische Kontrolle der wichtigen Passage für den Schiffsverkehr.
Wie das «Wall Street Journal» in Berufung auf US-Beamte berichtet, soll das US-Militär in den kommenden Tagen das Entern von mit dem Iran verbundenen Öltankern und die Beschlagnahmung von Handelsschiffen in internationalen Gewässern geplant haben.
Mit dieser Entscheidung wolle die Trump-Regierung den wirtschaftlichen Druck auf den Iran erhöhen, so die Zeitung weiter. Ziel sei es, Teheran zu einer Wiederöffnung der Strasse von Hormus und zu Zugeständnissen in Bezug auf sein Atomprogramm zu zwingen, das im Mittelpunkt der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran steht.