Darum gehts
- Serbe findet alte Kamera mit Fotos auf Belgrader Flohmarkt, sucht Besitzerin
- Dank Facebook-Aufruf wird Besitzerin Andrea nach wenigen Tagen gefunden
- Kamera war Geschenk und ging verloren
Alte Kameras bergen oft viel mehr als nur veraltete Technik und kaputte Knöpfe. Manchmal enthalten sie Erinnerungen. Und manchmal gehen sie verloren und landen an Orten, die ihre Besitzer niemals erwartet hätten. Viele verlorene Dinge bleiben verschollen, doch andere finden auf kuriose Weise wieder ihren Weg zurück zu ihren Besitzern.
Genau das ist kürzlich passiert, als eine alte Digitalkamera, die auf einem Flohmarkt in der serbischen Hauptstadt Belgrad gekauft wurde, plötzlich unerwartete Erinnerungen offenbarte. Alles begann, als der Serbe Denis Aleksić eine alte Flohmarkt-Kamera erwarb. Als er das Gerät einschaltete und den Speicher öffnete, stiess er auf eine Vielzahl an Aufnahmen einer jungen Frau.
Er startete einen Aufruf im Internet
Doch anstelle die privaten Fotos einfach zu löschen, startete Aleksić einen Aufruf auf Facebook, um nach der Besitzerin der Kamera zu suchen.
«Hallo zusammen. Ich verlasse mich auf die Kraft des Internets und die Solidarität der serbischen Gemeinschaft. Die Situation ist folgende: Ich habe auf einem Flohmarkt eine alte Kamera gekauft. Ich habe eine Schwäche für alte Kompaktkameras aus den 2000er-Jahren. Darin befand sich eine Speicherkarte, die die Geschichte einer jungen Frau enthielt – Fotos von ihren Reisen und Bilder ihrer Familie. Ich dachte, vielleicht würde jemand sie erkennen und fragen, ob sie die Fotos zurückhaben möchte. Es ist möglich, dass die Kamera vor langer Zeit gestohlen wurde (die Fotos haben einen echten 2000er-Jahre-Charme)», schrieb er in seiner Nachricht.
Überraschung nach wenigen Tagen
Nur wenige Tage später traf eine überraschende Antwort ein. In einem neuen Beitrag teilte der Serbe mit, dass die Suche geglückt sei. «Ich bin so froh, dass die Serben dem Beitrag über die Kamera und die Suche nach ihrer Besitzerin nicht gleichgültig gegenüberstanden. Stellt euch vor, ihr habt genau diese Frau gefunden, und sie hat mir auf Instagram geantwortet», schrieb er und fügte hinzu, dass die Frau Andrea heisst.
So offenbarte sich auch der Beginn der kuriosen Geschichte. Aleksić erfuhr, dass die Kamera ein Geschenk an Andreas Ehemann zu dessen 18. Geburtstag gewesen war und dass das Paar sie vor vier Jahren ihrem Sohn geschenkt hatte. Der Bub hatte die Kamera dann in den Kindergarten mitgenommen, sie dort aber verloren.
«Das ist also die Geschichte. Vielen, vielen Dank an alle für eure Aufmerksamkeit. Serben – ihr seid die Besten!!», schrieb Aleksić am Ende.
«Wenn es doch nur mehr solcher Menschen gäbe»
In den Kommentaren unter dem Beitrag zeigten zahlreiche User ihre Freude, dass die Suche erfolgreich verlaufen ist. Insbesondere Aleksićs Geste und sein Wunsch, jemandem seine verlorenen Erinnerungen zurückzugeben, wurden gefeiert.
«Genial, wenn es doch nur mehr solcher Gruppen und Menschen gäbe», «Gut gemacht, es ist wunderbar, dass der Besitzer gefunden wurde. Eine schöne Geste, nach ihnen zu suchen», «In einer Flut von schlechten Taten ist es so edel, die Erinnerungen der Menschen zu bewahren. Bravo!», «Wunderschön, danke, dass du das mit uns geteilt hast», sind nur einige der Kommentare.
Nicht seine erste Suchaktion
Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Aleksić versucht hat, verlorene Erinnerungen an ihre Besitzer zurückzugeben. In seinem ersten Facebook-Beitrag erklärte er, dass er zuvor bereits eine ähnliche Kamera gekauft hatte – ebenfalls mit fremden Fotos auf der Speicherkarte. Auch damals gelang es ihm, die Besitzer in Schweden ausfindig zu machen.
Es stellte sich heraus, dass die Kamera den Besitzern vor 15 Jahren in Tschechien gestohlen worden war. Als sie ihre Fotos zurückbekamen, waren sie, wie Denis es ausdrückte, überglücklich.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.