Darum gehts
- Luzerner Auto auf Trottoir in Kosovo sorgt für Social-Media-Aufregung
- Fahrer wich Baustellenstau aus, Polizei griff nicht ein
- Ehepaar erhält Beschwerden, Adresse online geteilt, rechtliche Schritte möglich
Wieder mal typisch. Irgendein arroganter Typ aus der Diaspora, der sich im Kosovo nicht an die Regeln hält. Das ist der Grundtenor in den Kommentaren unter einem Tiktok-Video des Users «Demantim». Zu sehen ist ein weisser Mercedes mit Luzerner Kennzeichen, der im Kosovo scheinbar rücksichtslos von der Strasse auf ein Trottoir ausweicht und mehrere Meter weit fährt.
In den Kommentaren unter dem Post nerven sich einige User über das Verhalten des Autofahrers. «Die Luzerner haben wir jedenfalls ein bisschen satt», schreibt ein Account. Andere taggen als Reaktion die Luzerner Polizei.
Trottoir-Fahrt wegen Baustelle
Das Auto ist auf einen Mann mit Wohnsitz in der Stadt Luzern zugelassen. Blick konnte mit seiner Ehefrau am Telefon sprechen. In der Szene sei aber nicht ihr Mann hinter dem Steuer gesessen, erklärt sie, sondern sein Bruder.
Die Luzernerin, die anonym bleiben möchte, nervt sich tierisch über den ganzen Aufruhr in den sozialen Medien. «An dieser Stelle auf der Strasse steht seit drei Jahren eine grosse Baustelle, die immer wieder für Stau sorgt», schildert sie. «Mein Schwager wollte ein Restaurant besuchen, wo man wegen dieser Baustelle über das Trottoir fahren muss, um parkieren zu können.»
Die Polizei sei zu diesem Zeitpunkt per Zufall auch vor Ort gewesen, meint die Luzernerin. «Die haben auch nicht auf sein Fahrverhalten reagiert, weil sie wissen, dass man dort über das Trottoir fahren muss, wenn man in dieses Restaurant will.»
Adresse in den Kommentaren
Was die Frau aber besonders stört: In einem Kommentar unter dem Post hat ein User die Adresse des Ehepaars geteilt. Seither erreichen das Ehepaar ständig Nachrichten von Menschen, die sich über die Trottoir-Fahrt beschweren.
«Es war doch nicht so schlimm! Er ist nur etwa 40 Meter weit gefahren», verteidigt sie die Fahrt. Die Luzernerin überlegt sich nun, rechtliche Schritte zu ergreifen.