An der Grenze der beiden deutschen Bundesländer Sachsen und Brandenburg befinden sich zwei Umspannwerke. Die beiden Einrichtungen waren laut «Bild» Ziele eines Anschlagsplans. Die Polizei hält sich gegenüber der Boulevardzeitung bedeckt. «Es gibt einen Polizeieinsatz», bestätigt eine Sprecherin lediglich.
Erst vor zwei Tagen waren im brandenburgischen Turnow-Preilack Schäden an Freileitungen entdeckt worden. «Sie wurden mit raketenähnlichen Sprengvorrichtungen attackiert, die beim Einschlag einen Kurzschluss verursachen sollten», schreibt «Bild» dazu. Hinzu kommt: Am selben Tag erfolgte auch ein Sabotage-Anschlag auf ein Umspannwerk nahe der westdeutschen Grossstadt Köln.
Bekennerschreiben aufgetaucht
Ein Mann (49) aus Nordrhein-Westfalen soll sich zu den Taten bekannt haben. Die Polizei hat mittlerweile seine Wohnung in Gevelsberg durchsucht. Der mutmassliche Täter ist untergetaucht. Die Stromerzeugung durch fossile Brennstoffe ist dem Mann ein Dorn im Auge. Sie seien Ursache «unerträglichen Leids», schreibt er in einem Bekennerschreiben.
Am Freitag entdeckte die Polizei im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen den umgebauten Lastwagen des Saboteurs. Von dem Tatverdächtigen fehlt aber weiterhin jede Spur. Eine europaweite Fahdung läuft. Jetzt sei der Mann vermutlich zu Fuss unterwegs und werde nicht weit kommen, erklärte der Innenminister des Bundeslandes, Herbert Reul (74), an einer Medienkonferenz. In der Wohnung des Mannes sei zuvor Sprengstoff gefunden worden. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (56) sprach von «Klimaterrorismus».