Darum gehts
- US-Heeresstaatssekretär Dan Driscoll tritt nach Konflikten mit US-Verteidigungsminister Hegseth zurück
- Driscoll kritisierte Führungsstil und Entlassungen, forderte Reformen für Einsatzbereitschaft
- Seit Hegseths Amtsantritt zahlreiche Wechsel: Mehrere hochrangige Posten neu besetzt
Im Pentagon brodelt ein Machtkampf. Schon einige Wechsel sind seit der Übernahme des Verteidigungsministeriums durch die Trump-Administration vollzogen worden. Nun schmiss auch der Staatssekretär des Heeres – Dan Driscoll – hin. Die Nachricht, die Anfang Woche von US-Medien, darunter CNN, verbreitet wurde, sorgte für viele offene Fragen. Was du über den Abgang wissen musst.
Warum ging Driscoll?
Es gab monatelange Meinungsverschiedenheiten mit Verteidigungsminister Pete Hegseth (45). Zentraler Streitpunkt waren offenbar Entlassungen von Offizieren sowie die Zukunftsgestaltung der US-Streitkräfte.
Seit dem Start der Amtszeit von Kriegsminister Hegseth sollen bereits zahlreiche hochrangige militärische und zivile Funktionsträger gegangen, abgesetzt oder ersetzt worden sein. Damit war sein Staatssekretär für das Heer angeblich nicht einverstanden.
Am Montag reichte der 40-Jährige schliesslich seinen Rücktritt bei US-Präsident Donald Trump (80) ein. Die genauen Gründe und Umstände bleiben unklar, doch Driscoll soll in seinem Rücktrittsschreiben auch «Bedenken gegenüber der Führung hinsichtlich der Umstrukturierung und Einsatzbereitschaft der Armee» geäussert haben.
Welchen Ruf hatte der Heeresminister?
Driscoll galt als Reformer, der im Offizierskorps respektiert wird. Er galt als Verbündeter von General Randy George, dem ranghöchsten Offizier der US-Armee, der im April entlassen wurde. Zudem war Driscoll als diplomatisch bekannt und übernahm eine zentrale Rolle in den Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland. Auch sollte er die Drohnen- und Anti-Drohnen-Technologie der Streitkräfte beschleunigen. Dagegen soll sich Hegseth gewehrt haben.
Driscoll genoss über Parteigrenzen hinaus ein hohes Ansehen. Auch einige Republikaner seien laut «Financial Times» nach seinem Rücktritt besorgt über die Weiterentwicklung der Armee.
Was sagt das Weisse Haus zu Driscolls Abgang?
Gegenüber dem Magazin «Newsweek» erklärte die stellvertretende leitende Sprecherin des Weissen Hauses, Anna Kelly: «Minister Driscoll hat Präsident Trumps Agenda, Amerika durch ein starkes und schlagkräftiges Heer zu stärken, äusserst wirkungsvoll vorangetrieben. Während historischer Militäreinsätze bewies er herausragende Führungsqualitäten, rückte Einsatzbereitschaft und Schlagkraft wieder in den Mittelpunkt und leistete wichtige Beiträge zu den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Die United States Army ist dank seiner Arbeit an der Seite des Oberbefehlshabers und des Kriegsministers heute stärker als je zuvor.» Die von US-Medien kolportierten Spannungen zwischen Driscoll und Hegseth waren nicht Teil dieser E-Mail.
Was sagt Driscoll selber?
Driscoll selbst erklärte auf X, dass er das «Privileg hatte, daran mitzuwirken, die Art und Weise, wie die Armee die tödlichste Kampftruppe der Welt personell besetzt, ausbildet und ausrüstet, zu modernisieren und zu beschleunigen». Und weiter: «Ohne die Unterstützung von Verteidigungsminister Hegseth hätten wir diese Fortschritte nicht erzielen können.»
Was bedeutet der Abgang für das Pentagon?
Personalwechsel im US-Militär sind grundsätzlich nichts Neues, und auch unter früheren Präsidenten kam es immer wieder zur Ablösung ranghoher Offiziere. Die jüngsten Veränderungen unter Trump und Hegseth in Heer und Marine fallen jedoch durch ihre Dichte und Geschwindigkeit auf. Driscolls Rücktritt sorgt für eine weitere Turbulenzwelle. Dies, während die USA darum ringen, einen langwierigen Konflikt mit dem Iran zu beenden, der die Ressourcen der Armee zunehmend strapaziert.
Wer Driscoll ersetzen wird, ist noch unklar. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits.