Wirrer Auftritt von jungem AfD-Mitglied
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«Schweine sind keine Kühe»:Wirrer Auftritt von jungem AfD-Mitglied

So wie er spricht eigentlich nur einer
Dieser Mann sorgt bei der AfD für helle Aufregung

Die deutsche Partei hat am Samstag eine eigene Jugendorganisation gegründet. Mehrere Kandidaten buhlten um den Posten des Vorsitzenden. Dabei gab besonders ein Auftritt zu Reden – und es ist nicht der Sieger des Abends.
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Er irritierte mit seiner Rede: Alexander Eichmann kandidierte als Vorsitzender für die neue Jugendorganisation der AfD.
Foto: Screenshot AfD-TV

Darum gehts

  • Kuriose Rede bei AfD-Jugendorganisation sorgt für Spekulationen über Alexander Eichmann
  • Eichmann spricht mit auffälligem R-Laut, erklärt sich als Russlanddeutscher
  • Jean-Pascal Hohm mit 90,4 Prozent zum Vorsitzenden der Generation Deutschland gewählt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Johannes HilligRedaktor News

«Ist der eingeschleust worden, um den Adolf zu spielen, oder warum redet der so?» Das fragen sich gerade so einige in Deutschland. Im Internet wird momentan gerätselt, wer der Mann ist, der sich ausgerechnet Eichmann nennt. Genauer: Alexander Eichmann. 

Der Grund: ein kurioser Auftritt beim Gründungskonvent der neuen Jugendorganisation «Generation Deutschland» der deutschen Partei «Alternative für Deutschland». Das Treffen fand unter Protesten in Giessen statt. Die Polizei war mit bis zu 5000 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

Rollendes «R», weil er Russlanddeutscher ist

In dem Rahmen trat auch Alexander Eichmann auf und hielt eine glühende Rede über Deutschland. Dabei fielen Sätze wie: «Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam.» Dabei rollte er auffällig den Buchstaben «R». Als er darauf angesprochen wurde, erklärte er den Zuhörern im Saal, dass er Russlanddeutscher sei. Daher die besondere Art, das «R» auszusprechen. Das berichtet der «Spiegel».

Ausschnitte der Rede verbreiteten sich schnell im Internet. Viele können nicht glauben, dass die Rede ernst gemeint ist. Sie vermuten einen Scherz. «War vermutlich nur die Inszenierung eines ‹Künstlers›», lautet ein Kommentar zu dem Auftritt auf X. 

Alexander Eichmann selber hat zu den Spekulationen nicht geäussert. Die AfD distanzierte sich nach der Rede von Eichmann und erklärte, dass man den Fall prüfen werden. Er wurde erst im Oktober Teil der AfD im Kreisverband Herford. Und: Er war mal Praktikant bei der Gleichstellungsstelle in Herford, wie «Bild» berichtet. Nach dem Auftritt könnte er nun aus der Partei ausgeschlossen werden. 

«Ohne Deutsche kein Deutschland»

Am Ende wurde nicht Eichmann, sondern Jean-Pascal Hohm (28) als erster Vorsitzender der Generation Deutschland (GD) gewählt – und zwar mit 90,4 Prozent. Der Posterboy der jungen Rechten will Deutschland «vor dem Niedergang bewahren», sagt er am Samstag bei der Gründungsveranstaltung. Damit dürfte Hohm künftig in ganz Deutschland aufs politische Radar kommen. 

Der Verfassungsschutz in Brandenburg hat Hohm schon lange auf dem Schirm. Im Einstufungsvermerk seines gesichert rechtsextremistischen brandenburgischen Landesverbands wird er dutzendfach namentlich erwähnt und mit migrationsfeindlichen und völkischen Thesen zitiert. So beschrieb er auf X einen «grossen Austausch» der Bevölkerung.

Wer «Staatsvolk sukzessive durch Einbürgerung ersetzt, verändert Deutschland nicht, sondern schafft es ab», schrieb er da. «Ohne Deutsche kein Deutschland». Widerstand sei «darum Pflicht». Die Generation Deutschland löst die Junge Alternative (JA) ab, die vom Verfassungsschutz ebenfalls als gesichert rechtsextremistisch eingestuft war.

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