Darum gehts
- Deutsches Paar in Oviedo misshandelte Kinder vier Jahre lang
- Kinder lebten verwahrlost, trugen Windeln und sahen kein Tageslicht
- Eltern zu 2 Jahren und 10 Monaten Haft und 30'000 Euro Entschädigung verurteilt
Sie trugen Windeln, schliefen noch in Babybetten und das Haus war voller Müll: Die spanische Polizei hat vor einem Jahr drei Kinder eines deutschen Ehepaares aus einem «Horror-Haus» nahe der Stadt Oviedo in Spanien befreit. Die Kinder (damals 8, 8, 10) wurden seit der Corona-Pandemie in dem Gebäude festgehalten und waren bei ihrer Befreiung in einem schrecklichen Zustand. Sie sahen während vier Jahren praktisch kein Tageslicht und lebten stark verwahrlost.
Nun wurden ihre Eltern verurteilt. Wie die spanische Zeitung «El País» berichtet, wurden die Deutschen zu jeweils zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.
Eltern behaupteten, Kinder seien schwer krank
«Die Schuhe der Kinder waren vier Jahre alt, genauso wie ihre Welt», so eine Ermittlungsquelle gegenüber der Zeitung. Die Eltern, Christian S.* (54) und Melissa S.* (49), hatten ihren Kindern Masken angezogen und behaupteten, sie seien schwer krank. Laut Polizei horteten sie Medikamente und lebten in völliger Abschottung.
«Die Kinder berührten zum ersten Mal Gras, atmeten frische Luft und waren von einem Schneckenhaus fasziniert», schilderte ein Beamter die Rettung.
Deutsche dürfen Kinder nicht kontaktieren
Das Gericht verurteilte die Eltern wegen psychischer Gewalt und Vernachlässigung. Sie dürfen drei Jahre und vier Monate keine Elternrechte ausüben oder Kontakt zu den Kindern aufnehmen. Zusätzlich müssen sie jedem Kind 30'000 Euro Entschädigung zahlen. Ursprünglich verlangte die Staatsanwaltschaft bis zu 25 Jahre Haft für die Eltern. Vom Vorwurf der Freiheitsberaubung und Entführung wurden die Deutschen jedoch freigesprochen. Diese Taten hätten eine Strafe von 25 Jahren zur Folge gehabt.
Die Mutter hatte laut einer Übersetzerin angegeben, dass ihr in Deutschland das Homeschooling untersagt wurde. Deshalb sei die Familie während der Pandemie nach Spanien gezogen, wo sie sich bis zur Rettung völlig isolierte. Selbst vor Gericht trug die Mutter immer noch eine Maske, berichten spanische Medien.
* Namen bekannt